Karsten Harms – Marc zeichnet schwarz-weiß

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Titel: Marc zeichnet schwarz-weiß

Autor: Karsten Harms

Verlag: Wenz

Genre: Gesellschaftskritik

Seiten: 512

ISBN: 978-3-937791-42-5

Marc ist 35, hat gerade seinen Job verloren und auch in Liebesangelegenheit, ist er eher ein Desaster. Aber das wird sich nun auch nicht mehr so schnell ändern, denn Marc sitzt in der Psychiatrie. In einer Selbstreflexion analysiert und zeichnet er die Dinge seines Lebens, insbesondere der letzten Woche auf, welche ihn soweit gebracht haben, dass er sich nun hier findet. Ein Buch voller Ironie, Gesellschaftskritik, Selbstzweifel und Wahrheiten, die keiner wahrhaben will.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich würde es auch ein zweites Mal lesen, aber nun von Anfang an. Das Cover ist eigentlich sehr aussagekräftig, es zeigt Marc mit einem Engel und einem Teufel auf der Schulter und repräsentiert damit die innere Zerrisenheit in der sich Marc immer wieder befindet. Auch der Titel ist treffend gewählt, denn bei Marc gibt es nur schwarz-weiß Denken. Jegliche andere Schattierungen sind abgeschafft. Er ist als Protagonist durchaus sympathisch und man kann sich schon allein durch die Ich-Erzählweise gut in ihn hineinversetzen. Das Buch liest sich aber dadurch, dass es als innerer Monolog von Marc gestaltet ist, zwar flüssig, aber eben nicht geradlinig und mit einer forlaufenden Handlung, sondern es springt wie eben auch echte Gedankengänge immer wieder hin und her, schweift von einem Thema ab, kommt dann vom hundersten ins tausendste, um am Ende wieder am Anfang zu sein.
Die Illustrationen, welche nach der Handlung, durch den Protagonisten selbst gezeichnet werden, stellen einzelne Schlüsselszenen aus seinen Gedanken dar und sind mit Bleistift – ebenfalls passend zum Titel – in schwarzweiss gezeichnet. Sie sind gut gemacht und bilden eine schöne Untermalung. Außerdem finden sich immer wieder Teile aus Liedtexten und Zitaten bekannter Persönlichkeiten in seinen Gedankengängen wieder, welche auch ein Stückweit zeigen, dass er mit seiner sehr  gesellschaftskritischen und teils sehr ironischen Denkweise nicht alleine ist.
Nachteilig ist – wohl auch durch den Stil bedingt -, dass es immer mal wieder zu Widerholungen kommt und manche Formulierungen überstrapaziert werden.
Insgesamt ist es ein Buch, welches man Menschen empfehlen kann, welche bereit sind auch mal einen kritischen Blick auf die Gesellschaft zu werfen und zu erkennen, dass vieles einfach nicht so ist wie es scheint. Von mir gibts dafür

4,5 von 5 Punkte.

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