Andreas Herteux – Aus dem Leben eines Teufels

1101363

Titel: Aus dem Leben eines Teufels

Autor: Andreas Herteux

Verlag: Tredition

Genre: Roman

Seiten: 296

ISBN: 978-3-8495-9133-5

Ob man es glaubt oder nicht, aber auch die Höllenbewohner möchten unterhalten werden und in den sozialen Hierarchien klettern möchten sie natürlich auch. Daher steht unser Teufel gerade vor dem Komitee aus Großunterhalter und Kleinunterhaltern und präsentiert, die Manipulationen der Menschenwelt, welche ihnen als Spielwiese dient, in der Hoffnung zum Gehilfen befördert zu werden. Doch wie bei jedem Deal mit dem Teufel gibt es einen Haken: Missfallen die Ergebnisse wird er für immer ins Elend gestürzt. Im schönen Frankenlande, genauer gesagt in Bamberg hat der Teufel seine Prüfungsstücke angefertigt und dort so einiges Chaos verursacht. Ob er nun glänzen kann?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen, allerdings gibt es noch Luft nach oben. Das Cover hat mit dem Buch an sich nicht soviel zu tun. Es ist an eine Szene angelehnt, welche eine absolute Nebenrolle in dem Buch spielt, aber es provoziert auf jeden Fall. Gerade in Kombination mit dem Titel ist es auf jeden Fall eine gute Wahl. Der Titel ist bezeichnend für den Inhalt, denn der Teufel schildert was er im Laufe der Jahre so getrieben hat.

Der Protagonist hat keinen Namen, aber den brauchen Teufel auch sicher nicht. Außerdem ist eher ein eher zurückgestellter Protagonist, da er immer nur in Zwischenspielen auftaucht und sonst die Geschichten von seinen Taten erzählt. Anfangs ist er noch sehr sympathisch, da sein Auftreten angemessen und passend ist. Das verändert sich aber im Laufe der Geschichte und er wird ein echter Widerling. Eigentlich scahde denkt man sich, aber dann habe ich noch einmal nachgedacht und festgestellt, dass es überhaupt nicht so dumm ist. Der Teufel wird einem unsympathisch gemacht und entwickelt sich zum Antagonisten. Da es eine Fortsetzun geben wird, da das Ende offen ist, hat der Leser bei dieser nun die Haltung zum Teufel, welche natürlich ist, und will ihn scheitern sehen. Der Autor schafft als durch die Hintertür ein realistisches Verhältnis zum Teufel, da wir Leser ja erstmal gewillt sind unseren Protagonisten eine Chance zu geben, auch wenn sie, im wahrsten Sinne des Wortes, der Teufel in Person sind.

Die Idee der Geschichte fand ich klasse. Einfach nur genial, auch wenn bei der Umsetzung noch mindestens ein Logikfehler drin ist und die Schandtaten des Teufels in sich noch nicht ganz rund sind. Auch stilistisch scwankt der Autor noch ziemlich. Das erste Viertel des Buches war so klasse geschrieben und auch von der Sprache her so gemacht, dass ich sofort den Mephisto aus Faust vor Augen hatte. Dieses Kompliment sollte man zu schätzen wissen, denn es ist mein absolutes Liebelingsbuch. Danach allerdings hat die Sprache abgebaut und war zwar immer noch sehr gehoben, etwas altmodisch und schon anspruchsvoll, aber bis auf gelegentliche Aufblitzer lag sie leider deutlich unter dem Anfangsniveau. Das Layout war aber, gerade für so eine Sprache absolut ungeeignet. Es war zu klein und eng gedruckt, so dass man sich stellenweise wirklich schwer tat zu lesen.

Allerdings steckt bei diesem Buch wahnsinnig viel zwischen den Zeilen, was Gesellschaftskritik und ähnliches angeht. Wenn mich jemand fragen würde, ob das Buch es in die Bestsellerlisten schaffen kann, ich würde nein sagen. Aber: Wenn der Autor es gründlich überarbeitet, indem er die Geschichten abrundet, Logikfehler behebt und das Sprachniveau hebt, und einen ebenso guten zweiten Teil schreibt, dann hat das Buch in meinen Augen absolut das Zeug um ein literarischer Klassiker zu werden.

Von mir gibts dafür heute

4 von 5 Punkten

und die ganz große Hoffnung, bei einem Re-Read der überarbeiteten Version 5 von 5 geben zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.