Marc Buhl – Die Auslöschung der Mary Shelley

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Titel: Die Auslöschung der Mary Shelley

Autor: Marc Buhl

Verlag: Blink books

Genre: Thriller

Seiten: 318

ISBN: 978-3-95837-003-6

Mary Shelley ist eine der wohl außergewöhnlichsten Frauen, welche man sich vorstellen kann. Nach einem erfolgreich absolviert Biologiestudium mit dem Schwerpunkt auf Ameisen, ist sie nun Programmiererin bei einem Unternehmen, welches  an der Erschaffung eines Quantencomputers arbeitet. Wobei arbeiten ist das falsche Wort. Es gibt ihn bereits und da Mary nicht daran glaubt, dass er in den Händen der Menschen etwas gutes bewirken kann, programmiert sie ihn so, dass er mit Algorithmen, welche an die Ameisenwelt angelehnt sind und mit zu Hilfe nahme des Internets, eine eigene Intelligenz bildet. Er soll entscheiden was gut und böse ist. Er soll richten und die Welt verbessern. Doch dann gerät alles außer Kontrolle. Der Quantencomputer zieht ein Spur der Vernichtung hinter sich her. Ob Mary Shelley den Wahnsinn noch stoppen kann?

Das Buch hat mich einfach nur aus den Latschen gehauen. Anders kann ich es nicht nennen. Das Cover ansich hat einem gleich klar gemacht worum es geht, denn die durchlaufenden Binärreihen und die darunterliegende Vogelperspektive auf eine Stadt haben schon einige Rückschlüße zugelassen. Auch die Protagonisten war abgebildet und zwar so, dass es gleich klar war, dass sie die Verbindung zwischen realer und binärer Welt darstellt. Ihr Blick ist entschlossen und fest. Sie scheint sich etwas in den Kopf gesetzt zu haben und davon wird man sich wohl auch nicht mehr abbringen. Das ganze Cover ist ein schwarz-weiss, lediglich das Wort „Auslöschung“ ist in blutrot geschrieben und symbolisiert schon hier deutlich, dass es ein enormes Blutvergießen geben wird.

Die Protagonistin war eine Person, der ich durchaus zwiegespalten gegenüberstand. Sie ist eine Perfektionistin, eine Weltverbesserin, ein Dickschädel wie es im Buche steht, idealistisch, opfert sich für ihre Ansichten auf, lässt sich nicht leicht unterkriegen und glaubt wirklich an alles was sie tut. Ohne Überzeugung läuft bei ihr einfach gar nichts. Dennoch ist sie zu verbissen. Sie sieht nicht nach rechts und links, sondern nur gerade aus und übersieht dabei häufig wichtige Dinge. Sie riskiert oft zuviel. Sie spielt mit dem Leben anderer. Nimmt schlimme Folgen billigend in Kauf und ist zu lange verblendet von ihrer Schöpfung. Doch irgendwann bekommt sie die Kurve und zeigt noch einmal wie viel wirklich in ihr steckt.

Die Idee an sich ist phantastisch und noch besser umgesetzt. Problematisch für mich war eher, dass es etwas ist, dass durchaus wahr sein könnte. Wie sehr wird an künstlichen Intelligenzen gearbeitet. Es ist eine Bedrohung, welche nicht aus der Luft gegriffen ist, welche global ist und uns alle bedroht ohne das wir darauf Einfluß üben können. Dennoch wäre sie tatsächlich in der Lage alle Welt zu vernichten. Eine Angst, die heutzutage durchaus berechtigt ist und welche dennoch gerne zurückgedrängt wird. Der Autor spielt mit dieser Angst und nutzt sie eiskalt aus um dem Leser einen Schauer nach dem anderen über den Rücken zu jagen. Ich bin sicherlich ein engefleischter Thrillerleser, aber dieser hat mich so richtig übel erwischt. Gerade das sehr alternative Ende und die Danksagung, welche noch einmal etwas ganz besonderes bieten, lassen das Buch bis zum letzten Moment und darüber hinaus für einen Gruseleffekt sorgen.

Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie mir der Autor bis jetzt entgehen konnte, aber ich muss das Buch einfach empfehlen und werde mir sicherlich noch mehr anschaffen von Marc Buhl, denn – und das kann ich aufgrund des Datums mit Gewissheit sagen – das war mein Thriller des Jahres. Da kam kein anderer mit und ich hatte wirklich gute dabei dieses Jahr.

Also von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und auch

5 von 5 Punkten.

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