Michael Behrendt – Steinefresser

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Titel: Steinefresser

Autor: Michael Behrendt

Verlag: Deutscher Levante

Genre: Krimi

Seiten: 320

ISBN: 978-3-943737-17-2

Er ist Teamführer beim SEK, ein altgedienter Veteran und nun neuerdings auch Pratikant bei der Mordkommision in Berlin… er ist Wolf Schacht. Da er sich langsam nicht nur der Altersgrenze für das SEK sondern auch seiner persönlichen Gewissengrenze nährt, muss er schließlich eine Alternative suchen. Doch kaum ist er im Dienst erschießt sich ein ehemaliger SEK-Kolleg, welcher als Personenschützer beim Staatssekretär Tiedge gearbeitet hat. Doch obwohl es erhebliche Zweifel an der Selbstmordtheorie gibt, wird der Fall vom Staatsschutz sofort kleingeredet und jegliche Ermittlungen unterbunden. Doch diese haben die Rechnung ohne Praktikant Wolf gemacht, denn dieser beschließt einfach seine Kontakte zu nutzen und die Ermittlungen auf eigene Rechnung zu machen, doch schon bald zieht der Fall Kreise, welche er sich nie hätte vorstellen können. Stasi, die Linke, die Rechte, der Staatsschutz und viele mehr spielen ihre Ränkesüielchen und Schacht ist mittendrin. Kann das wirklich gut gehen?

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Cover zeigt einen SEK-Mann in voller Montur. Dem Leser wird gezeigt, wie sein Protagonist ist, allerdings ohne Gesicht und mit genug Freiheit, dass man sich seinen eigenen Helden kreiieren kann. Der Titel ist auf den ersten Blick etwas unverständlich, aber im Laufe des Buches wird es schnell klar, was sich hinter diesem Titel verbirgt und er passt wirklich sehr gut. Bevor sich der Sinn erschließt, macht er einen aber auf jeden Fall neugierig, was sich hinter diesen Worten wohl verbirgt.

Der Protagonist ist genau das, was sich jeder Mann wünscht. Stark, zu allem bereit, auch mal gegen alle Regeln, für die Gerechtigkeit und immer für seine Freunde da. Einfach ein starker Typ mit einer Menge Intuition und einem seltsamen Charme, der aber auch irgendwie anziehend ist. Auch wenn es in diesem Buch durchaus mal etwas gewalttätiger wird, ist es doch irgendwie immer für eine gute Sache und der Protagonist kennt zwar manchmal seine Grenzen nicht, hat aber dann ein Gewissen, welches sich meldet und ihm auch mal zu schaffen macht. Er ist einfach kein gewissenloser Kerl, sondern trotz seiner Eskapaden irgendwie sympathisch.

Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir persönlich sehr gut. Nicht nur, dass mit dem SEK einmal ganz andere Truppen in den Vordergrund treten, auch dass hier mit einigen Dingen aus DDR-Zeiten aufgeräumt wird und auch mal ein wenig die Stasi einbezogen wird bzw. die Nachfolger der Stasi gefällt mir. Auch wenn nie genau geklärt wird, was Fiktion und was Realität ist, so bin ich mir recht sicher, dass diese Geschichten näher an der Realität als an der Fiktion sind. Es ist einfach mal anders und ich bin tatsächlich ziemlich sicher, dass es auf jeden Fall auch ein Buch ist, dass beim männlichen Geschlecht punkten kann. Der Spannungsbogen wird früh gespannt und bis zur letzten Seite durchgehalten, wenn man ehrlich ist sogar bis zum letzten Satz. Auch der Schreibstil ist eingängig und schön, so dass sich das Buch flüssig und angenehm lesen lässt. Es macht einfach eine Menge Spaß und selbst wenn man noch so eifrig versucht mitzuraten, ich denke, dass die Mehrheit der Leser nicht auf die Lösung kommt. Daher gibts ein Extralob dafür, dass es endlich einmal ein Krimi ist, dessen Ausgang nicht vorhersehbar ist. Das gibt es ja inzwischen leider viel zu selten.

Von mir gibts eine Leseempfehlung auf der ganzen Linie, eine Geschenkempfehlung für alle Männer und natürlich gibts auch noch Punkte und zwar – wie könnte es auch nach der Rezi anders sein –

5 von 5.

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