Christiane Lind – Die Heilerin und der Feuertod

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Titel: Die Heilerin und der Feuertod

Autor: Christiane Lind

Verlag: atb

Genre: Historischer Roman

Seiten: 432

ISBN: 978-3-7466-3078-6

Braunschweig, 1374. Aleke, welche als uneheliches Kind eines städtischen Patriziers bei den Betschwestern im Konvent lebt, hat ohnehin kein einfaches Leben. Wegen ihrer unehrenhaften Herkunft ist sie immer wieder ein Opfer von Hohn und Spott. Als auf einmal ihr Vater auftaucht und sie um Hilfe bittet, weil sein Sohn Kersten unschuldig wegen Mordes an seiner Ehefrau im Gefängnis sitzt, sieht sie ihre Chance, endlich seine Anerkennung zu verdienen. Während ihrer Nachforschungen trifft sie auf Ringhert von Anhald und dieser hat nur eines im Kopf: Rache und zwar an der Familie von Alekes Vater, welche angeblich seine Familie auf dem Gewissen haben soll. Um an Alekes Familie heranzukommen ist ihm jeder Weg recht. Ob es ihr gelingen kann nicht nur die Unschuld des Bruders zu beweisen sondern sich auch vor Ringherts Ausnutzung zu schützen?

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Das Cover hat mich allerdings etwas irritiert, da die Frau auf der Abbildung ein ziemlich aufwendiges Kleid in roter Farbe trägt. Zu Aleke passt diese Kleidung auf keinen Fall. Die einzige Frau aus der Geschichte, welche solche Kleidung tragen könnte, wäre die Frau von Alekes Vater Acchem. Warum sollte man allerdings eine kleine Nebenfigur auf das Cover machen? Hinter dieses Geheimnis bin ich leider nicht gekommen. Der Titel macht auf jeden Fall neugierig und vor allem verrät er alles und nichts. Er setzt sich zwar aus zwei Kernelementen der Geschichte zusammen, bringt sie allerdings so miteinander in Verbindung, dass man zwangsläufig überrascht werden wird. Also hier dafür dann alles richtig gemacht.

Die Protagonisten Aleke und Ringhert haben sich was die Sympathien angeht sehr schnell zu Protagonistin und Antagonist entwickelt. Während Aleke eine herzensgute Frau ist, die im Leben viel durchstehen musste, stests mutig, hilfsbereit und fleissig ist, ist Ringhert ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Seine Rachelust hat ihn verblendet, so dass er richtig und falsch schon lange nicht mehr unterscheiden kann. Er benutzt andere Menschen nur, hat Scheuklappen vor den Augen und ignoriert konsequent die schwachen Warnungen seines Gewissens. Zumindest gegen Ende hin kann er ein paar Pluspunkte sammeln. Dennoch: Ich mag es, wenn Protagonist und Antagonist eng mit einander verbunden sind und das gibt der Geschichte erst den richtigen Touch.

Was die Inhalte angeht, kann ich wirklich nur sagen: Hut ab. Das Buch ist wirklich klasse recherchiert, hat die nötige Tiefe und ist doch so geschrieben, dass man es wunderbar lesen kann. Man fliegt förmlich über die Seiten und ist angezogen vom mittelalterlichen Braunschweig. Es gab ein paar Stellen an denen ich es mir gewünscht hätte, dass es die Protagonisten nicht ganz so einfach gehabt hätten, aber im Gesamtbild war es sehr stimmig. Auch die alte Sprache hat die Autorin verwendet und ein schönes Glossar angehängt, so dass man ohne Mühe alles nachschauen konnte.

Mich persönlich hat es am meisten begeistert, dass man einfach schon vom Prolog an gefesselt war und gar nicht mehr von dem Buch ablassen konnte. Auch das Ende war anders als gedacht und hat mich sehr positiv überrascht. Nicht unbedingt, was den Ausgang der Geschichte an sich anging, sondern einfach die Tatsache, wie die Dinge letztlich alle zusammenhingen und wie sich manche Charaktere noch entwickelt haben.

Ich kann es euch daher einfach nur empfehlen und vergebe hierfür auch sehr gerne

5 von 5 Punkten.

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