Jürgen Seibold – Landpartie

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Titel: Landpartie

Autor: Jürgen Seibold

Verlag: Piper

Genre: Krimi

Seiten: 336

ISBN: 978-3-492-30542-6

Bad Hindelang. Kurz vor dem alljährlichen „Jochpass-Memorial“, einem Rennen für Oldtimer“ wird Veranstalter Schlitter erpresst. Als dann auch noch der Favorit des Wettbewerbs, Rudi Groß, in einer Kurve verunglückt, steht bald fest, dass an seinem Wagen manipuliert wurde. Kommisar Hansen und sein Team ermitteln mitten in der Oldtimerszene. Auf den ersten Blick mag diese eher nostalgisch und friedlich wirken, doch tatsächlich sind hier Besessenheit, Neid und Missgunst ebenso an der Tagesordnung wie überall anders. Dennoch steht eins fest: Es Bedarf mehr als nur der harmlosen Nachfrage, um aus diesen Kreisen brauchbare Informationen zu erhalten. Ob das Team um Hansen es wohl schaffen kann sich das Vertrauen dieser eingeschworenen Gruppe zu verdienen?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Auf dem Cover sieht man einen der Oldtimer um die es in dem Rennen gehen wird vor einer typischen Kulisse des Allgäus. Auf die Katze, welche auf dem Auto sitzt komme ich später noch einmal zurück. Jedoch passt das Cover großartig zum Buch und auch der Titel ist gut gewählt, denn eine „Landpartie“ bezeichnet ja eine Spritzfahrt mit dem Auto durch die schöne Landschaft. Für Letztere haben die Leute zwar meistens keinen Blick, aber dafür wird reichlich Auto gefahren.

Hansen ist mir ein sehr sympathischer Protagonist gewesen und auf jeden Fall ist er ein gewitzter Ermittler. Er hat viele Talente, stellt auch knifflige Zusammenhänge leicht her und teilt natürlich wie alle Männer schon ein wenig den Hang dazu Autos zu lieben. Außerdem ist er als Chef ein ziemlich klasse Typ, so dass man ihn leicht ins Herz schließen kann. Ein wenig gestört hat mich an ihm dann nur, dass er schon mal gerne bechert und für meine Begriffe ein wenig zu oft be- und angetrunken war. Nicht vergessen sollte man im Zusammenhang mit ihm Ignaz, die auf dem Cover abgebildete Katze. Ich bin normalerweise ein absoluter Tierfreund, aber dieses Exemplar hat sich so fies und teilweise bösartig benommen, dass ich ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte. Zumindest hatte ich dann so immer wieder Stellen an denen ich das Buch gut beiseite legen konnte, denn das gelang mir nicht immer so einfach.

Ich kannte von diesem Autor bereits „Der arme Konrad“, welcher ein historischer Roman ist, und habe mich daher schon im Vorfeld sehr darüber gefreut, dass ich von ihm wieder etwas lesen durfte, da ich seinen Stil sehr angenehm zu lesen fand. Daran hat sich, obwohl ein Krimi etwas ganz anderes ist als etwas historisches, nichts geändert und ich hatte wieder sehr viel Freude daran durchs Buch zu gleiten. Ja genau gleiten. Anders kann man es nicht nennen. Man konnte richtig eintauchen und war mitten in der Handlung drinnen. Nicht nur ein stiller Beobachter, sondern ein Teil des Teams. Mir hat die Idee der Geschichte ebenso gefallen wie die Umsetzung und auch, dass mit manch einem Vorurteil einmal gründlich aufgeräumt wurde, hat mir sehr zugesagt. Das Ende war überraschend. Mit diesem Ausgang hätte ich nicht gerechnet, allerdings hat mir stellenweise ein wenig die Spannung gefehlt. Der Pegel war zwar immer auf einem mittelhohem Pegel, aber der Ausschlag nach ganz oben zu einem richtigen Hohepunkt hat mir etwas gefehlt. Dennoch insgesamt eine gute Lektüre, die ich auch weiterempfehlen würde und von meiner Seite gibt es

4 von 5 Punkten.

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