Wolf Thorberg – Tödliche Sure

Todliche-Sure

Titel: Tödliche Sure

Autor: Wolf Thorberg

Verlag: CreateSpace

Genre: Thriller

Seiten: 380

ISBN: 9781508804284

Eschenbach, ein erfolgreicher Teppichhändler, bringt einen antiken Teppich mit aus dem Iran. Während er darin einen Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens sieht, halten die  Ismaeliten, eine sehr fanatische schiitische Sekte ihn für den Teppich aus der Prophezeihung, welche das jüngste Gericht einläuten soll. Während Eschenbach noch seine Anwältin und einen Detektiv einschaltet, damit sie ihm helfen gegen die Versuche seiner Frau vorzugehen ihn unzurechnungsfähig erklären zu lassen, verschwindet zunächst er Teppich bei einem Brand seines Laden und dann er selbst spurlos. Seine Anwältin Grete Pfennig und der Detektiv F. setzen nun alle Hebel in Bewegung um ihren Mandanten wiederzufinden. Doch ob das reichen wird ist sehr fraglich, denn zur gleichen Zeit spinnt sich die Sekte immer mehr zusammen und will wegen dem Stückchen alten Stoff und dem darin verborgenem Text sogar einen Reilgionskrieg anfangen. Ein unglaublicher Weltlauf mit der Zeit beginnt.

Bei dem Cover war ich zunächst einmal überfragt, was die einzelnen Sachen für eine Bedeutung haben. Auch nach der Lektüre kann ich teilweise nur raten. Die Schrift ist angedeutet mit Feuerflammen ausgemalt, was natürlich auch zu dem Buch passt, denn es geht viel um das Höllenfeuer, glühende Kohlen und allerlei Sachen, die in Brand gesteckt werden. Die Zeichen dahinter sind deutlich schwerer zu deuten, allerdings würde ich sie wohl für Andeutungen jeder Schriftzeichen halten, die in den Teppiche eingeflochten sind. Der Titel ist Programm, dem bleibt nichts hinzuzufügen und wenn man ihn kennt, dann ist man sofort über den Inhalt in etwa informiert, da Bedarf es schon fast keines Klappentextes mehr.

Die Protagonisten sind in diesem Fall ganz klar F. und Grete, allerdings ist auch die Bedeutung, die Eschenbach spielt durchaus eines Protagonisten würdig, auch wenn er durch sein Verschwinden über weite Strecken nur in kurzen, aber dafür umso wichtigeren Sequenzen glänzen kann. Grete ist als Anwältin sehr ehrgeizig. Allerdings steht sie sich auch ein wenig selbst im Weg, denn sie will nicht den Weg gehen, den alle nehmen und der aus Vitamin B, Golfclubs und Speichelleckereien besteht. Dies mag sie sicherlich sympathischer machen, allerdings passt es eben nicht in ihre Karriereplanung. Sie hat außerdem einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann man sie auch nicht mehr so schnell davon abbringen. Sie ist sehr gründlich und penibel bei ihrer Arbeit und hat keine leichte Kindheit hinter sich. Dennoch ist sie sympathisch. F. ist Philosoph, Yogalehrer und Detektiv. Eine kuriose Mischung und genauso wie der Charakter selbst. Eigentlich wollte er das Detektivshandwerk ja aufgeben, allerdings kann er Grete einfach nicht wiederstehen und schon findet er sich mitten im Geschehen. Er hat ein super Bauchgefühl, ist überragend darin Zusammenhänge zu sehen, allerdings hat er auch die Eigenschaft, die Dinge etwas zu riskant anzugehen oder sie schlichtweg zu unterschätzen. Sicherlich ein sympathischer Mann, aber er würde jede Frau in den Wahnsinn treiben. Eschenbach ist dahingegen nicht so ein wirklicher Sympathieträger. Seine ganzen Theorien bezüglich der Außerirdischen und auch seine Paranoia, die sich gegen quasi jeden richtet, machen es schwer in zu mögen. Jedoch ändert sich diese Meinung im Laufe des Buches und am Ende kann man ihn auch ganz gut leiden.

Die Geschichte an sich ist ein sehr heißes Eisen und ich finde es auf jeden Fall mutig vom Autor, dass er sich getraut hat, dieses Buch zu veröffentlichen, denn es wird auf jeden Fall für Zündstoff sorgen. Ein Glaubenskrieg wegen eines Teppichs! Absurd? Nun nach Paris müssen wir uns sicher nicht mehr darüber unterhalten, dass schon viel weniger für Schlimmes reicht. Das Thema ist sehr gut aufgegriffen, sehr dicht und plausibel erzählt und auf jeden Fall merkt man, dass eine Menge Recherche und Knowhow dahinter steht. Auch wenn der Leser sich denken wird, dass es so einfach ja nicht zu einem Konflikt diesen Ausmaßes kommen kann, so denke ich doch, dass hier zumindest die Brisanz und auch der Wahnsinn von Fanatismus in jeglicher Form klar gemacht wird. Es ist ein Buch zum Wachrütteln und Nachdenken und es hat zumindest in meinem Augen diese Ziele erfüllt.

Natürlich gibt es auch ein paar Mankos, die ich euch auf jeden Fall nicht vorenthalten will. Für meine Begriffe gab es – wenn auch für die Handlung wichtig – einfach zuviele Charaktere, die man sich merken sollte. Damit hatte ich bis zum Ende so meine Schwierigkeiten. Ach und wo wir grad beim Ende sind. Das war mir persönlich dann einfach doch einen Hauch zu gut gelaufen und zu kitschig. Aber bis man dort angekommen ist war das Buch sehr spannend und wenn man erst einmal in den Stil reingefunden hatte auch gut zu lesen. Kleines Manko, dass den Lesefluß etwas gestört hat, da man des Öfteren die Suchmaschine betätigen musste, war das fehlende Glossar für all die Leute, die sich mit dem Islam nicht so gut auskennen. Aber sonst gibt es wenig einzuwenden und ich denke, dass Buch könnte jedem Thrillerfan, der auch etwas für reale und ernste Themen übrig hat, sehr gut gefallen. Von mir gibts auf jeden Fall

4 von 5 Punkten.

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