Andreas Kolb – Der gute Mensch von Düsteroda

düster

Titel: Der gute Mensch von Düsteroda

Autor: Andreas Kolb

Verlag: Sutton Krimi

Genre: Regionalkrimi (Thürigen)

Seiten: 200

ISBN: 978-3-95400-453-9

Düsteroda. Ein kleiner beschaulicher Ort in Thürigen. Samuel Pistorius verrichtet dort seinen Dienst als Pfarrer, auch wenn er dabei ganz eigene Ansichten von Zucht und Ordnung hat und eher auf alttestamentarische Mittel zurückgreift. Doch als er einmal wieder Herr über Leben und Tod spielt, diesmal bei Günther Blech. kommt eine Lawine ins Rollen, welche ihm nicht nur einen Polizisten als Untermieter direkt ins Haus trägt, sondern auch zu einer riesigen Welle aus Gewalt und Tod eskaliert. Kann das alles noch gut für Pfarrer und Ort ausgehen oder haben sie sich diesmal zu weit verstrickt?

Das Cover zeigt das Dach einer Kirche unter Bäumen gelegen. Es symbolisiert damit sehr gut Düsterodas abgeschiedene Lage irgendwo im Thüringer Wald. Der Titel hingegen ist eindeutig zweideutig. Der Gute Mensch ist durchaus ein Sinnbild für einen Pfarrer und Seelsorger, doch in diesem Fall ist er mit einer gehörigen Brise Ironie zu verstehen. Ironie und schwarzer Humor ist aber ohnehin eine Sache, welche sich durch das Buch zieht und wenn man dafür nichts übrig hat, sollte man sich dieses Buch auf jeden Fall nicht zu Gemüte führen.

Der Protagonist Samuel Pistorius ist kein Pfarrer wie ihm ihn üblicherweise kennt. Seine Ansichten gleichen eher dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ als den Predigten von Vergebung durch Jesus. Seine Vergangenheit ist nicht weniger zweifelhaft als seine Gegenwart und irgendwie konnte ich mit ihm einfach nicht warm werden. Mein persönliches Resümee zu diesem Charakter war ziemlich schnell, dass er besser in die Russenmafia als in die Kirche passen würde. An dieser Einschätzung hat sich bis zum Ende wenig geändert. Irgendwann hat er dann noch Kommissar Brückner an die Seite gestellt bekommen. Dieser ist auch kein Musterbeispiel eines Polizisten, sondern eher ein Feigling und Faulpelz. Seine Moralvorstellungen sind leider ebenso zweifelhaft wie die des Pfarrers, aber zumindest macht er im Lauf der Geschichte ein paar Entwicklungen durch, was beim Pfarrer leider fehlt.

Die Geschichte an sich war durch eine Menge schwarzen Humor und Witze auf Kosten der Kirche und der Polizei, aber auch anderer Institutionen geprägt. Leider war es mir persönlich einfach zu übertrieben, denn mich hat es zweitweise wirklich eher an ein Schlachtfest erinnert als an einen Krimi. Es wurden einfach zuviel Klischees mitgenommen und verarbeitet, so dass man am Ende einfach ein viel zu überspitzte und überreizte Szenerie hatte, der irgendwann einfach die Glaubwürdigkeit fehlte. Dennoch war natürlich ein gewisser Unterhaltungsfaktor gegeben, so dass einem garantiert nicht langweilig wurde. Auch der Stil war angenehm zu lesen und so locker geschrieben, dass man gut durch das Buch kam.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Buch unterhalten hat, aber es hat mich irgendwie nicht wirklich abgeholt. Durch die ganzen Übertreibungen war es mir am Ende dann wirklich zuviel und so kann ich dann leider auch nur

3 von 5 Punkten

geben.

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