Jon Scieszka – Die Entführung der Roboter

frankeinstein

Titel: Die Entführung der Roboter

Reihe: Frank Einstein

Autor: Jon Scieszka

Verlag: Heyne fliegt

Genre: Kinderbuch

Seiten: 239

ISBN: 978-3-453-26978-1

Frank Einstein und sein Freund Watson sind total scharf darauf den Midville-Wissenschaftspreis zu gewinnen. Dafür legen sie sich so richtig ins Zeug von Frank versucht einen Roboter zu erfinden, welche selbstständig denken und sich weiterbilden kann. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen, aber durch einen Zufall gelingt es ihm tatsächlich sogar zwei davon herzustellen. Doch natürlich weckt so ein Roboter auch bei anderen Wissenschaftlern Begehrlichkeiten und so dauert es nicht lange bis es bei Frank darunter und drüber geht.

Auf dem Cover sieht man eigentlich alle wichtigen Dinge der Geschichte. Im Hintergrund bereitet sich in hellblauer Farbe Netzwerk aus, welches das von Frank erdachte Prinzip des neuartigen Robotergehirns darstellt. Im Vordergrund sieht man rechts Frank wie er an Klank schraubt und ihm dabei von Klink geholfen wird. Damit wäre eigentlich ein wunderbares Bild geschaffen, welches alles Wichtige in der Geschichte zeigt. Der Titel der Geschichte gefällt mir dafür nicht ganz so gut, denn er nimmt etwas vorweg, dass eigentlich erst in der zweiten Buchhälfte dran ist und dadurch weiss man aber leider schon viel zu früh wohin sich das Ganze entwickeln wird.

Protagonist war in diesem Buch wohl eindeutig Frank. Zwar spielte sein Freund Watson auch immer mit, hatte aber irgendwie eine sehr untergeordnete Rolle. Frank ist ein totales Genie. Er versteht eine Menge von Physik und Elektronik. Er baut und schraubt ständig herum und hat unheimlich viele neue Ideen. Außerdem will er das Preisgeld für seinen Großvater gewinnen und nicht für sich selbst, was ihn sympathischer macht. Was mir an ihm allerdings gar nicht gefallen hat, war die Art wie er mit Watson umgesprungen ist. Er kann keine Freundschaft auf Augenhöhe führen, sondern fühlt sich Watson klar überlegen und behandelt ihn ziemlich von oben herab, was nicht gerade sympathisch ist. Leider fehlt mir an dieser Stelle auch ein wenig die Erkenntnis von ihm. Das hätte man vielleicht noch einbauen können, aber vielleicht kommt es ja noch, denn schließlich deutet das Ende sehr darauf hin, dass es mit der Reihe weitergeht.

Die Idee hinter dem Buch gefällt mir sehr gut, denn Physik und Chemie sind wirklich Themen, welche man besser nur mit Samthandschuhen anfässt als Mutter. Schon als Schülerin haben mich diese Fächer in den Wahnsinn getrieben und auch die Begeisterung beim Nachwuchs hält sich dann doch eher in Grenzen. Allerdings denke ich, dass mit diesem Buch sich da sicher einiges dran ändern lässt, denn hier werden sehr viele Basics mit viel Spaß, lustigen Illustrationen und einer spannenden Geschichte verpackt und den Lesern quasi hintenrum untergeschoben, so dass man gar nicht so richtig merkt, dass man eigentlich gerade Physik lernt. Sehr praktisch und auf jeden Fall eine tolle Idee.

Der Schreibstil ist außerdem sehr schön zu lesen, die Spannung ist immer da, allerdings nicht so übertrieben groß, da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Die Erklärungen sind auf jeden Fall alters- und auch kindgerecht. Natürlich sollte ein gewisses Interesse an Wissenschaften oder Robotern schon vorhanden sein, aber Kenntnisse sind überhaupt keine notwendig. Hinten gibt es außerdem noch ein ausführliches Glossar, das nochmal zusätzlich alle Erklärungen zusammenfasst und übersichtlich gestaltet. Ebenso wird dort das Fingeralphabet nochmal übersichtlich aufgelistet, da es eine Nebenfigur gibt, welche sich ausschließlich auf diese Weise unterhält.

Die Illustrationen sind alle in schwarz, weiß, grau und rot gehalten. Mir gefällt das sehr gut, denn die Zeichnungen wirken dadurch nicht so überladen und können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Manchmal stellen sie Szenen aus dem Buch dar, aber oft sind es auch nur Skizzen zu den Erklärungen und Versuchen, so dass man die Gedankengänge von Frank besser nachvollziehen kennen. Je nachdem was sie gerade darstellen sind sie entweder sehr detalverliebt oder absolut schlicht. Sie passen einfach immer perfekt an die Stellen und schaffen es komplexe Zusammenhänge auf ein leichtes Minimum herunterzureduzieren, ohne dass etwas verloren geht.

Insgesamt muss ich sagen war ich schwer begeistert von dem Buch. Ich denke, dass man hiermit auf jeden Fall schaffen könnte ein Barriere zwischen Schülern und Naturwissenschaften abzubauen und würde es natürlich auch weiterempfehlen. Hoffentlich gibts bald noch viel mehr aus dieser Reihe. Was anderes als

5 von 5 Punkten,

kann ich dafür auch nicht geben.

4 Responses to Jon Scieszka – Die Entführung der Roboter

  1. Es ist gut, wenn ein Buch Kindern Wissen vermitteln will und das in eine Geschichte einbettet. Nur leider ist das hier absolut nicht gelungen. Die Themen sind alle nur kurz angerissen, so dass sie nicht wirklich von Kindern verstanden werden können. Und außerdem wirkt es zu chaotisch.

    • Hallo Beatrix,
      schade, dass dir das Buch so wenig zu gesagt hat, aber Geschmäcker sind ja verschieden.
      Meinen Sohn hat es sehr begeistert. Er fand es sehr faszinierend wie die Dinge alle zusammenhängen und hat eine Menge gelernt. Natürlich zur Vertiefung der Dinge muss man nachschlagen, aber solche Ansprüche stelle ich an ein Unterhaltungsbuch auch nicht, denn wenn mans ganz genau wissen will, dann lesen wir eher „Was ist was“. Das Buch hat bei uns genau den Zweck erfüllt, denn es sollte: Es hat die Neugier auf Physik und Chemie geweckt, denn mein Sohn hat zwar eine Menge neues erfahren, aber wollte das Wissen gerne vertiefen. Was kann ich mir da mehr wünschen von einem Buch ;)
      LG
      Sabrina

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