Alesia Fridman – Mutterland, In der Hitze Afrikas

Mutterland

Titel: Mutterland – In der Hitze Afrikas

Autor: Alesia Fridman

Verlag: CreateSpace

Genre: Roman

Seiten: 314

ISBN:9783000482946

Tara ist eine junge Kinderärztin, afrikanischer Abstammung, die in Hamburg lebt. Auf einer Party beschließt sie ihre drei männlichen Kollegen Felix, Michael und Sven auf eine vierwöchige Reise nach Namibia zu begleiten. Als sie ihre Entscheidung ihren Eltern mitteilt, erwartet sie nicht die übliche Diskussion mit ihren Vater, der seine heißgeliebte Tochter beschützen will, sondern nachdenkliche Blicke. Tara erhält von ihren Eltern einen alten Schatz, der von Generation zu Generation weitervererbt wurde und von dem es heißt, dass er ausgerechnet nach Namibia zurückgebracht werden müsse. Überrascht von der Geschichte beschließt sie dem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen und was es mit dem Schatz auf sich hat. Auch ihre drei Begleiter sind bald Feuer und Flamme, aber nicht nur wegen der Suche nach der Wahrheit, sondern weil Tara sich als offen, freizügig und spontan erweist. Schon bald kommt es zu Spannungen in der Gruppe , die das gesamten Vorhaben gefährden. Wird Tara es schaffen ihre Ziel zu erreichen oder scheitert sie auf dem Weg.

Das Cover zeigt einen strahlend blauen Himmel, Wüste, einen abgestorbenen Baum und ein Pärchen in einer eindeutigen Pose. Während der Baum eigentlich nur eine Sehenswürdigkeit ist, welche die vier Freunde besuchen und keine tiefere Bedeutung hat, kann man über das Pärchen schon etwas mehr aussagen. Die Frau soll eindeutig Tara darstellen, die jedoch ihren Blick von ihrem Partner abgewandt hat und in die Ferne blickt. Deshalb vermute ich, dass es sich bei dem Mann um Sven handelt, denn obwohl sich die beiden sehr nahe kommen, schlägt Taras Herz doch für jemand ganz anderen. Während der Untertitel sehr gut zu dem Buch passt, kann ich mit dem Wort “Mutterland” nicht wirklich viel anfangen, denn von der ganzen Geschichte her, hätte “Vaterland” am Ende doch besser gepasst.

Die Protagonistin Tara ist eine junge, aufgeschlossene und schlagfertige Frau mit afrikanischen Wurzeln, die sich aber eher als Deutsche sieht. Sie ist in einen ihrer drei Freunde, mit denen sie ihre Reise antritt, verliebt, kommt aber allen Dreien nach einer feuchtfröhlichen Nacht sehr nahe, was anschließend zu Spannungen innerhalb der Gruppe führt. Mir hat das nicht wirklich gefallen, denn die Beziehung zwischen ihr und ihrem Schwarm war aufgrund seiner Vergangenheit sowieso schon schwierig genug. Das bot eine Menge Potenzial für eine spannende Liebesgeschichte über das Überwinden von Ängsten und das Fassen von Vertrauen. Leider würde dieses Potenzial nicht genutzt sondern lieber einige platte Bettgeschichten beschrieben, die man eher Teenagern zuschreiben würde, die noch nicht so genau wissen was sie wollen und nicht noch auf keinen Partner festlegen wollen. Gut, das können auch Menschen machen, die wie in diesem Buch Anfang dreißig sind, aber Tara hatte einen Schwarm, betonte immer wieder, dass sie nur ihn lieben würde und stieg trotzdem mit den anderen beiden ins Bett. Offenheit und Experimentierfreudigkeit in allen Ehren, aber für mich wurde Tara zu einer Frau degradiert, die für ihren Spaß auch gerne mal auf die Treue verzichtet. Hat mir leider nicht zugesagt. Dennoch war ihr Umgang, mit den Jungs, am Anfang der Geschichte wirklich toll. Einfach weil sie sich von ihnen, trotz vieler Sticheleien nicht hat unterkriegen lassen. Ebenso ihre Zerissenheit, dass sie sich trotz ihrer afrikanischen Wurzeln mehr als Weiße sieht und ebenso wie jene denkt, hat mir zugesagt und einiges an Dramatik geboten.

Am meisten haben mich die enorm schönen Beschreibungen und Fotos, der Flora und Fauna von Namibia fasziniert, bei denen man richtig Fernweh bekommt. Man lernt eine Menge über dieses Land und dessen Sehenswürdigkeiten, aber auch die Bewohner bzw. Ureinwohner werden porträtiert und sowohl kulturelle als auch politische Themen angesprochen. Die Sache war wirklich gut recherchiert und ich würde mich nicht wundern, wenn die Autorin selbst in Namibia war und ihre Eindrücke in diesem Buch verarbeitet hat. Mit der Suche nach der Wahrheit von Taras Familiengeheimnis, welches vor allem die Vergangenheit Namibias beleuchtet, wurde eine gewisse Spannung aufgebaut, denn schließlich hatten die vier Freunde nur begrenzt Zeit dieses zu lüften. Der Stil war angenehm zu lesen und man hatte das Buch relativ schnell durch, was natürlich auch an der Vielzahl der Fotos liegt, die das Geschriebene darstellen. Wäre die “Liebesgeschichte” anders gestaltet oder einfach ganz weggelassen worden, wäre es ein tolles Buch geworden. Aber so hat es, einfach zu viel Potenzial für Nichtigkeiten verstreichen lassen. Für alle Leser, die gerne mehr über Namibia erfahren wollen und sich von platten Bettgeschichten nicht abschrecken lassen, kann ich das Buch wirklich empfehlen, denn die Beschreibungen von dem Land sind, wie gesagt, wirklich Klasse. Dennoch gibt es von mir nur

3 von 5 Punkten

wegen oben genannter Schwächen.

 

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