Julie Heiland – Bannwald

bannwald

Titel: Bannwald

Reihe: Bannwald-Trilogie (Band 1)

Autor: Julie Heiland

Verlag: FJB

Genre: Phantasy

Seiten: 351

ISBN: 978-3-8414-2108-1

Robin gehört nicht nur zum Stamm der Leonen, sie ist auch noch die Ziehtochter des Anführers. Ihr bester Freund Laurin ist immer für sie da, doch als eines Tages der Taure Emilian in ihrem Leben auftaucht, scheint ihre Freundschaft zu bröckeln, denn Laurin kann einfach nicht verstehen, warum sie sich mit einem der Unterdrücker abgibt. Doch alles ist nicht so einfach wie es scheint, denn Robin hat eine Kraft, die sonst niemand bei den Leonen hat, sondern nur die Tauren beherrschen. Während Robin es keinen erzählen will, findet es nur einer raus, nämlich Emilian. Doch überraschender Weise kommt alles anders als erwartet.

Das Cover zeigt eine Rückansicht der Protagonistin im Wald während sie durch den Wald rennt. Da diese Handlung im Buch relativ oft erfolgt, denn Robin ein wenig die Neigung hat vor den Dingen davonzurennen, ist es für das Cover sehr passend. Der Titel Bannwald hingegen wird mir nicht so recht klar. Natürlich sind die Leonen in irgendeiner Weise in den Wald gebannt, allerdings klingt Bannwald eher danach als würde der Wald den Bann aufrecht erhalten, dabei sind es die Tauren. Daher ist für mich die Titelwahl ein wenig unglücklich.

Robin ist zwar nicht die einzige, aber sicherlich die wichtigste Protagonistin. Sie ist 17 und Waise. Ihre Mutter wurde von den Tauren getötet und von ihrem Vater weiss sich nichts. Sie ist ein sehr verschlossener Typ und regelt die Dinge lieber mit sich selbst als darüber zu sprechen. Außerdem liebt sie die Natur und ist im Wald ganz in ihrem Element. Auch wenn dies alle Leonen irgendwie sind, so ist ihre Affinität mit dem Wald doch etwas sehr besonderes. Aber auch ihre taurischen Kräfte sind übermäßg stark. Da Robin leider ein wenig das Problem hat, dass sie zu aufbrausend, impulsiv und unbeherrscht ist, muss sie durch eine harte Schule gehen und man kann nur hoffen, dass sie sich lernt unter Kontrolle zu bekommen. Obwohl Robin sicherlich die Nummer eins unter den Protagonisten ist, haben auch Laurin und Emilian wichtige Rollen. Sie sind wie Feuer und Wasser. Nicht nur, dass sie sich nicht leiden können, sie könnten auch charakterlich unterschiedlicher nicht sein. Während Emilian stark, gnadenlos, selbstbewusst und ein Anführer ist, ordnet sich der schüchterne Laurin gerne unter, ist zart und zerbrechlich. Sie haben nur eine einzige Gemeinsamkeit – sie mögen Robin – und diese sorgt dafür, dass die ohnehin große Kluft durch die Stammesfehden noch unüberwindbarer wird.

Die Idee hinter dem Buch ist einerseits gar nicht so neu, was das Thema Stammesfehden und Co angeht. Die Idee die Sternzeichen als Stämme auf die Erde zu schicken finde ich interessant, wobei ich die Aufteilung der Fähigkeiten noch ein wenig seltsam finde, denn während die Leonen eigentlich die Löwen repräsentieren und eher mäßge Kräfte haben, sind die Tauren das Stierzeichen und haben nahezu übermächtige Fähigkeiten gegen die es, zumindest so wie es sich in diesem Band abzeichnet, nahezu keine Möglichkeit des Schutzes gibt. Ich finde so etwas immer ein wenig schade, denn ich persönlich bevorzuge einfach ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Parteien. Dieser Band hatte für mich dadurch leider ein wenig den Nachteil, dass er die meiste Zeit sehr vorhersehbar war in der Gesamtentwicklung der Handlung. Schon eher interessant waren hier die Werdegänge der einzelnen Personen, welche sich teils sehr rasant und teils in vollkommen unerwartete Richtungen entwickeln.

Das Buch hat sich zwar insgesamt sehr schön lesen lassen, hatte einen guten Fluss und auch einen sehr angenehmen Stil, allerdings hat es mich zu keiner Zeit so richtig fesseln können und ich habe es auch gut weglegen können. Dennoch hat mich die Geschichte so neugierig gemacht, dass ich den zweiten Teil der Trilogie auch lesen werde.

Insgesamt war es eine solide Gesamtleistung mit Luft nach oben, aber für einen Debütroman schon ordentlich. Daher gibts

3,5 von 5 Punkten.

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