Blogtour "Liebe Unplugged": Tag 6 – Autoreniterview mit Sara Belin

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Hallo ihr Lieben,

im Rahmen der Blogtour zu Sara Belins Buch „Liebe unplugged“ habe ich die große Ehre diese Autorin für euch interviewen zu dürfen. Es war schön wieder einmal eine Autorin kennenzulernen, welche man vorher überhaupt nicht auf dem Plan hatte und ich hoffe, dass es euch nach dem Lesen des Interviews mit ihr genauso geht wie mir. Aber ich mag auch keine langen Reden schwingen und deshalb legen wir gleich los.

Das hier ist Sara:

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Um ihre Person macht die Autorin immer ein rechtes Geheimnis, so dass ich euch nur Folgendes erzählen kann: Sie ist vom Sternzeichen Waage und hat damit zwischen 24.9 und 23.10 Geburtstag. Obwohl sie ursprünglich aus Slowenien kommt, hat es sie inzwischen in unsere schöne Hauptstadt Berlin verschlagen, wo sie lebt und arbeitet. Bevor sie zum Schreiben kam war sie lange Zeit als Musikerin tätig. Inzwischen ist sie eine sehr engagierte Autorin, welche in einem wahnsinnigen Tempo veröffentlicht. Ihr erster Roman, der Auftakt zu ihrer Trilogie Bittersweet Moon, wurde ursprünglich gar nicht auf Deutsch verfasst, sondern von einem renommierten Verlag in ihrem Heimatland gedruckt. Nachdem das Buch allerdings sehr gut ankam, übersetzte sie es auch ins Deutsche und hat die Trilogie auf Wunsch der Leser dann auch restlich auf den Markt gebracht. Ihr Roman „Liebe unplugged“ erschien im August 2014 und gerade kam ihr Zweiteiler „Sommer in deinen Augen“ heraus.

Hallo Sara,
schön, dass ich dich für ein Interview ein wenig ausfragen darf. Ich bin schon sehr gespannt auf deine Antworten. Zuerst möchte ich fragen, ob es einen bestimmten Grund hat, dass du mit den Informationen über deine Person so spärlich umgehst. Das Wenige, was ich über deine Person zusammentragen konnte, habe ich mir aus vielen verschieden Internetseiten zusammensuchen müssen. Für mich nicht schlimm, aber dennoch sehr ungewöhnlich, dass die Biografie eines Autors so knapp gehalten ist. Erzähl doch mal.

Hallo Sabrina,
vielen herzlichen Dank für diese Chance! Der Hauptgrund, warum so wenig über mich im Internet zu lesen ist, ist mein Bedürfnis nach Privatsphäre. Deswegen schreibe ich auch unter dem Pseudonym und versuche Privates von meiner Tätigkeit als Autorin zu trennen. Trotzdem ist mir der Kontakt mit meinen Leserinnen sehr wichtig und auf meinem Facebookprofil kann man schon einiges von mir als Privatperson mitbekommen ;-)

Dein erster Roman kam ja zuerst auf Slowenisch heraus und wurde dann von dir ins Deutsche übersetzt. Wie sieht es mit deinen anderen Büchern aus? Hast du diese auch alle in beiden Sprachen herausgebracht oder beschränkst du dich inzwischen auf die deutsche Sprache? Gibt es vielleicht sogar noch andere Sprachen in die deine Bücher übersetzt werden?

Ich habe mich gleich nach dem ersten Roman entschieden, nur noch auf Deutsch zu schreiben, weil das Lesepublikum in so einem kleinen Land wie Slowenien sehr sehr klein ist, ich wollte mit meinen Büchern aber mehr Leserinnen erreichen. Ich lebe ja auch schon sehr lange in Deutschland und manchmal träume ich sogar auf Deutsch, daher fand ich die Entscheidung richtig. Es tut mir nur leid wegen meiner slowenischen Leserinnen, die kein Deutsch sprechen, die würden ja liebend gerne auch andere Werke von mir lesen. Aber vielleicht kommt das auch noch…

Wie schwer war es für dich im deutschsprachigem Buchmarkt Fuß zu fassen? Ich sehe ja wie viel und wie schnell du so deine Bücher rausgebracht hast und man könnte fast das Gefühl bekommen, dass es wie von selbst ging, aber so war es wohl eher nicht oder? Was hast du alles getan, damit es geklappt hat und hast du Hilfe gehabt?

Ich dachte, außer Zeit und Energie, die ich für die Übersetzung investiert habe, kann ich nichts verlieren, höchstens gewinnen. Es war mehr oder weniger ein Experiment für mich, um zu sehen, ob ich mit meinem Schreiben auch deutsche Leserinnen begeistern kann. Es fing ganz klein und bescheiden an, ich habe viele Fehler gemacht ( unlektorierten Text hochgeladen, unprofessionellen Cover eingestellt, usw.), aber trotzdem habe ich sofort positive Resonanz von einer kleinen, aber feinen Leserinnengruppe erhalten. Meine ersten „Fans“ waren es auch, die mich dazu gebracht haben, noch Teil 2 und Teil 3 zu Bittersweet Moon zu schreiben. Ohne sie würde ich vielleicht zu schnell aufgeben und den Mut verlieren.

Auch einige erfolgreichen Kolleginnen haben mir wichtige Ratschläge gegeben und mich in meinem Bemühen bestärkt. Ich war ganz schön von Selbstzweifeln geplagt, vor allem wegen der Sprache. Ich dachte, es ist eigentlich verrückt und naiv von mir als Nichtmuttersprachlerin, den Schritt zu wagen und Autorin werden zu wollen. Aber ich hatte Glück und bin sehr sehr dankbar für jede Unterstützung, die ich auf meinem Weg gekriegt habe! Natürlich gehörte auch eine ordentliche Portion Ausdauer und Entschloßenheit dazu, denn nur Spaß am schreiben reicht leider nicht. Auch muss man das Privatleben oft etwas zurückstecken, wenn man sich dem Schreiben profesionell widmen möchte.

In deiner Trilogie „Bittersweet Moon“ geht es um Erotik und Musik, dieses Thema setzt sich auch in „Liebe unplugged“ fort. Ist diese Art des Schreibens in gewisser Weise eine Hommage an dein Leben als Musikerin?

Schreibst du so gerne in dieser Richtung, weil du dich darin auskennst und selbst wiederfinden kannst oder hat dies vielleicht doch einen ganz anderen Grund?
Die Musik ist wohl bemerkt eine Art roter Faden in meinen Büchern. Gewiss spielt eine Rolle dabei, dass ich ja selbst Musikerin bin und Musik meine ganz große Liebe ist. Ich betrachte Schreiben ähnlich wie die Musik- ihr Zauber besteht aus gespielten oder gesungenen Tönen und beim Schreiben sind es die Worte und Sätze, die Gefühle vermitteln, innere Bilder entstehen lassen, zum Träumen und Nachdenken verleiten … Ich als Person bin durch die Musik stark geprägt und das spiegelt sich in meinen Büchern mal weniger, mal stärker wieder. Gerade weil die Musik so ein wichtiger Teil meines Lebens ist, lasse ich sie gerne in meine Geschichten reinfließen.

Wie können wir uns dein früheres Leben als Musikerin eigentlich vorstellen? Bist du so richtig mit einer Band durch die Gegend getourt oder warst du eher in einer anderen Richtung unterwegs?

Ich fing mit fünf Jahren an Klavier zu spielen und bin von meiner Ausbildung her klassische Pianistin und Opernsängerin. Doch Rockmusik war immer schon meine besondere Leidenschaft. Mehrere Jahre bin ich als Sopranistin aufgetreten und als ich mich vor einigen Jahren aus privaten Gründen von der Bühne zurückgezogen habe, kam das Schreiben in mein Leben. Ich wollte ja schon immer Bücher schreiben, doch ich hatte nie die Zeit und die Muße dafür.

Ich weiß nicht, ob diese Frage erlaubt ist, da es gerade in Slowenien ja auch ein sehr heikles Thema zu sein scheint, für das mir als Deutsche vielleicht die richtige Sensibilität fehlt, aber es interessiert mich wirklich und ich denke, dass auch andere gerne mehr darüber erfahren würden. Ich habe immer wieder mitbekommen, dass gerade in Slowenien und anderen Ländern in diese Richtung reisende Musiker gleich als „Zigeuner“ – wobei mir der Begriff Sinti und Roma dann doch lieber ist – beschimpft werden und man ihnen das Leben enorm schwer macht. Hast du solche Erfahrungen auch machen müssen oder hast du das anders erlebt? Vielleicht kannst du uns ja einen kleinen Einblick geben.

Ich kann nur sagen, wie das in meiner Kindheit gewesen ist: wir haben damals tatsächlich „Zigeuner“ gesagt, doch das war nicht als Schimpfwort oder diskriminierend gemeint. In der Nähe von dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine große Roma- und Sinti-Siedlung und die gehörten einfach dazu, mit ihren Pferdewagen, Musik und den Frauen, die für etwas Essen aus der Hand gelesen haben. Aber das war noch in Jugoslawien, wo ganz viele verschiedene Völker ziemlich friedlich miteinander gelebt haben … Ich weiß nicht, wie die Situation heute ist, bin kein besonders politisch informierter Mensch und habe mit meiner Heimat auch nicht viel Kontakt.

Nun kommen wir nach diesem schweren Thema dann doch wieder zurück zu deinen Büchern. Mich würde es sehr interessieren, warum du ausgerechnet „Liebe unplugged“ für die Blogtour ausgesucht hast? Mich hat diese Entscheidung aufgrund deiner brandaktuellen Veröffentlichung des Zweiteilers „Sommer in deinen Augen“ ein wenig irritiert. Daher würde es mich interessieren ob du zu „Liebe unplugged“ eine ganz besondere Beziehung hast?

Die Entscheidung dafür war mehr oder weniger die Zielgruppe. Ich hatte das Gefühl, bei euch sind überwiegend ganz junge Leserinnen unterwegs, die sich mit einer Young Adult Geschichte besser identifizieren können. Aber vielleicht irre ich mich nur :-)

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen „Liebe unplugged“ zu schreiben? War die Geschichte einfach in deinem Kopf oder wie kommst du generell auf die Ideen für deine Bücher? Erzähl doch bitte mal ein wenig.

Die Geschichten für meine Bücher sind plötzlich da, ohne dass ich viel darüber nachdenken muss. Bittersweet Moon trug ich seit Jahren in meinem Kopf herum, bis ich es endlich aufs Papier gebracht habe.
Ich weiß zwar meistens noch nicht ganz genau wie eine Geschichte sich entwickeln wird, ich schreibe einfach los und bin selbst neugierig, was daraus werden wird. Oft dienen auch Ereignisse aus meinem eigenen Leben als ein kreativer Impuls oder Inspiration für die Story. In jedem meiner Bücher steckt ein großes Stück von mir selbst.

So nachdem wir nun wissen, wie deine Ideen so in deinen Kopf kommen, erzähl uns doch ein wenig darüber, wie du so arbeitest. Bist du so der Typ Mensch, der sich fürs Schreiben wochenlang hinter seinem Schreibtisch vergräbt oder schreibst du überall und nirgendwo? Hast du vielleicht sogar einen Lieblingsarbeitsplatz oder bestimmte Rituale?

Ich schreibe meistens an meinem Schreibtisch, im Sommer auch auf meiner Terrasse, oder im Park. Und im Winter auch mal in einem Café.
Am besten schreibe ich Morgens und Vormittags, wo mein Kopf noch frisch ist. Vor dem Schreiben höre ich oft Musik, um in die richtige Stimmung zu kommen, aber beim schreiben benötige ich absolute Stille, sonst bin ich sofort abgelenkt.

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Als Autorin erlebt man ja sicherlich so allerlei und ich fände es sehr schön, wenn wir das Interview mit einer lustigen Anekdote aus deinem Autorenleben schließen könnten, welche sich vielleicht im Zusammenhang mit deinen Büchern oder deinen Fans ergeben hat.

Ich fand es äußerts amüsant, als ich eine Mail von dem Ehemann einer Leserin erhalten habe, wo er sich bei mir bedankte, weil wegen meines Buches Turn me on! (Erfülltes Verlangen) seine Frau wieder mehr Lust auf die ehelichen Pflichten bekommen hat :-) Er bat mich, mehr von solchen Bücher zu schreiben :-)

Oder ich fand es sehr rührend und bewegend, als eine Leserin schrieb, sie hatte gerade großen Liebeskummer und die Bittersweet Moon Trilogie half ihr dabei, von ihrer unglücklichen Liebe hinwegzukommen und ihre eigene Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Vielen Dank für das tolle Interview und deine Zeit liebe Sara. Ich wünsche dir natürlich für deine weiter Laufbahn alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

Vielen herzlichen Dank! An dieser Stelle möchte ich noch kurz etwas zu meinen Leserinnen sagen: Ihr seid so toll! DANKE!!! <3

Das wars dann leider auch schon wieder mit unserer Blogtour und ich hoffe, dass ihr alle Spaß hattet. Jetzt bleibt mir noch euch die Gewinnfrage zu stellen, damit ihr noch bis 23:59 heute Abend antworten konnt und morgen erfolgt dann die Auslosung.

Die Antwort auf meine Frage bitte einfach als Kommentar abgeben und schon seid ihr mit einem weiteren Los im Lostopf:

Was fandest du rückblickend auf die ganze Tour am interessantesten und warum?

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.

Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Wenn ihr weitere Lose sammeln wollt, dann schaut auch bei den anderen Themen noch rein:

BuchvorstellungVorstellung der Protagonisten Noemi und Myles
Interview mit den Protagonisten
Vorstellung der Schauplätze
Wie ein Lied entsteht – Von der Idee bis zur Aufnahme

Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt auf allen Blogs.

4 Responses to Blogtour "Liebe Unplugged": Tag 6 – Autoreniterview mit Sara Belin

  1. karin sagt:

    Hallo und guten Tag,

    O.K. am interessantes fand ich persönlich die Sache mit dem Lied, weil man nicht nur eine Geschichte zum lesen, also etwas für die Augen bekommt, sondern auch etwas für die Ohren…und somit verschiedene Sinne angesprochen werden.

    Und weil es einem wahrscheinlich als Leserin, so empfinde ich es zumindest dadurch auch länger im Gedächnis bleibt in dieser Kombi als andere Romane.

    LG..Karin..

  2. Manuela sagt:

    Guten Morgen,
    Danke für das tolle Interview. So konnte ich wieder etwas mehr über Sara erfahren.
    Die Blogtour hat mir persönlich sehr gut gefallen und war auch sehr gut aufgebaut. Anfangen von der Buchvorstellung, der Charaktere, Schauplätze und auch die Entstehung eines Liedes. Das fand ich natürlich sehr interessant, da ich das so auch nicht wußte. Und was mir richtig gut gefallen hat, war das Interview mit Myles und Noemi ;-)
    Ja und das Interview mit Sara zum Abschluss war genau richtig.

    Also Danke an alle die mitgewirkt haben.

    Viele Grüße,
    Manuela

  3. SaBine K. sagt:

    Hallo,

    da muss ich wirklich dieses Interview nennen :) Da es mich immer besonders interessiert welcher Mensch hinter den Büchern steckt :)

    LG
    SaBine

  4. Margareta Gebhardt sagt:

    Hallo ,

    Tolles Interwiew :) Vielen Dank :)
    Mir hat am besten gefallen die Entstehung eines Liedes weil ich
    nicht wuste was alles man braucht und machen muss bis ein Lied fertig ist .
    Ich wünsche Dir schönen Tag :)

    Liebe Grüße Margareta

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