Krystyna Kuhn – Das erste Opfer

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Titel: Das erste Opfer
Reihe: Monday Club (Trilogie – Teil 1)
Autor: Krystyna Kuhn
Verlag: Oetinger
Genre: Mysterythriller (ab 14 Jahren)
Seiten: 384
ISBN: 978-3-7891-4061-7
Preis: 16,99€

Faye ist 16 und leidet unter idiopathischer Insomnie, einer seltenen Schlafkrankheit bei der sie oft Nächte lang wach ist. Natürlich hinterlässt die Krankheit so ihre Spuren bei ihr und sie hat oft Probleme zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden. Normalerweise kommt sie damit irgendwie klar, aber als ihre Freundin Amy bei einem Autounfall zu Tode kommt, wird die Krankheit für Faye zu einem echten Problem, denn sie trifft die tote Freundin, die irgendwie gar nicht so tot scheint, bei einem ihrer nächtlichen Spaziergänge. Für Faye eine Katastrophe, kann sie den Tod der Freundin ohnehin kaum verarbeiten, doch als sie mit anderen darüber spricht, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und jeder scheint mehr zu wissen als sie und Geheimnisse vor ihr zu haben. Nachdem ihr das alles entschieden zu seltsam erscheint, stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an, doch diese werden von allen Seiten boykottiert. Steckt der Monday Club – der Club der einflussreichsten Leute der Stadt – hinter all dem?

Das Cover ist farblich in zwei Hälften geteilt. Die Farbgebung spielt im Bezug auf das Buch keine Rolle harmoniert aber sehr gut und macht das Cover zu einem echten Hingucker. Die zwei Hälften allerdings symbolisieren Fantasie und Wirklichkeit und daher ist es nur richtig, dass nicht nur das Cover sondern auch der Mädchenkopf, welcher zweifellos Faye darstellen soll, in der Mitte geteilt wird. Was ebenfalls gleich auffällt sind die geschlossenen Augen. Auch diese haben einen engen Bezug zur Geschichte und zeigen – meiner Meinung nach – das Faye vor allerlei Rätseln steht und noch keine Erkenntnis gewonnen hat bzw. ihr noch niemand die Augen geöffnet hat, damit sie hinter die Fassaden sehen kann. Alles in allem ein gelungenes Cover und auch der Titel erschließt sich im Buch und passt perfekt.

Die Protagonistin Faye ist eine Person, welche in mir sehr widerstreitende Gefühle ausgelöst hat. Auf der einen Seite ist da ihre Krankheit, welche sie auf jeden Fall zu etwas Besonderem, wenn auch teilweise etwas Sonderbarem, macht. Trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen und gibt sich alle Mühe ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten. Sie hat einen Freund, ein paar Freunde und ist gut in der Schule. Vor ihrem Vater hat sie die normalen Geheimnisse einer Teenagerin und auch sonst ist sie eher durchschnittlich, allerdings ändert sie sich im Laufe des Buches. Sie verliert das Vertrauen in ihr Umfeld, verschweigt immer mehr, setzt sich wirklich schlimmen und zugleich unnötigen Gefahren aus und beginnt Fremden mehr zu vertrauen als ihrem Umfeld. Zwar mag sie durch die Entwicklung der Geschichte teilweise natürlich recht damit haben, teilweise verursacht sie aber auch viele Verstimmungen und Probleme mit ihrer Art selbst. Insgesamt hat sie mit dieser Art bei mir einen schweren Standpunkt entwickelt, denn auch wenn ich sie verstehen könnte meistens und auch oft Mitleid mit ihr hatte, so gab es auch immer wieder Verhaltensweise über die ich einfach nur den Kopf schütteln konnte und die ich enttäuschend fand, so dass am Ende die Sympathien such eher im neutralen Bereich halten.

Die Geschichte jedoch hat mich deutlich mehr überzeugen können als die Protagonistin und ich muss ehrlich sagen, dass ich bis jetzt selten ein Buch dieser Rasanz gelesen habe. Im einen Moment dachte man noch, dass man endlich einmal alles verstanden hat und schon zwei Seiten weiter waren da nur noch Fragezeichen, welche um den Kopf schwirrten. Das Buch war bis zum Schluss nicht zu durchschauen und wenn ich ehrlich bin, habe ich am Ende weniger Ahnung wie am Anfang. Ich kann überhaupt nicht einschätzen wohin diese rasante Trilogie gehen soll, aber sie hat mich durch ihre Schnelligkeit und Lebhaftigkeit überzeugt. Man fühlte sich immer mitten im Geschehen und nicht nur als stiller Beobachter auch wenn das sicherlich nicht immer angenehm war. Durch den erfrischenden Schreibstil konnte man nur so durch das Buch fliegen und es war seit langem mal wieder eines, welches ich an einem Abend verschlungen habe. Insgesamt denke ich, dass diese Trilogie sicherlich an die bisherigen Erfolge der Autorin anknüpfen wird und viele Leser ebenso begeistern wie mich, auch wenn ich es als kleines Manko sehe, dass man auf Band 2 wieder lange warten muss, zumal das Buch überhaupt nicht ausklingt sondern mitten im Spannungsbogen endet. Reine Folter würde ich so etwas nennen. Von mir gibt’s daher eine Leseempfehlung – wenn gleich ich dabei vielleicht etwas näher an den Erscheinungstermin von Band 2 raten würde – und insgesamt

4,5 von 5 Punkte.

One Response to Krystyna Kuhn – Das erste Opfer

  1. Nora sagt:

    Huhu :)

    Die Rezi gefällt mir! Du hast mir das Buch…“schmackhaft“ gemacht, wenn man das so sagen kann :D Das landet auf meiner Wunschlist. Mach weiter so!

    Liebe Grüße,
    Nora

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