Emma Wagner – Jumpball

jumpball

Titel: Jumpball
Reihe: Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel (Band 1)
Autor: Emma Wagner
Verlag: Selfpublishing
Genre: Liebesroman
Seiten: 279
ISBN: 978-1-51198-846-9
Preis: 9,99€

 Marie hat das Glück, dass sie Hobby und Beruf perfekt in Einklang bringen kann, denn als Liebhaberin von Vernissagen, Theateraufführungen und Museumsbesuchen, hat sie als Journalistin für den Kulturteil einer kleinen Zeitung bestens getroffen. Doch als sie ihre Kollegin Veronika bei einem Interview mit dem angehenden NBA Star Milan vertreten muss gerät ihr Leben unverhofft aus den Fugen. Sie schafft es nicht ihre Abscheu für Sportler zu verbergen und beleidigt die lokale Berühmtheit massiv. Ihre Chefin ist entsetzt! Doch anstelle von schriftlicher Schadensbegrenzung verlangt sie von Marie, dass sie, zusammen mit Veronika, zum nächsten Spiel von Milan geht, um sich persönlich zu entschuldigen und noch ein brauchbaren Interview zu ergattern. Doch Maries Antipathien für den Sportler werden nicht geringer und der nächste Super – GAU, welcher sie nicht nur ihren Ruf sondern auch ihren Job kosten könnte, scheint unausweichlich. Schafft es Marie am Ende doch noch die Sache friedlich beizulegen?

Das Cover ist, mit den knalligen gelben und orangen Farbtönen, farblich ein echter Hingucker und der herumfliegende Basketball in Herzform trifft den Kern der Geschichte gut. Der Titel Jumpball passt nicht direkt zum Buch kann aber, wenn man gewillt ist um sehr viele Ecken zu denken, in eine Verbindung gebracht werden. Was man allerdings noch erwähnen muss, wenn man gerade bei der Außengestaltung des Buches ist, ist die etwas schlechte Verarbeitung des Buches. Bereits nach einmal vorsichtig lesen, löst sich die Beschichtung an den Kanten vom Papier ab, was ich sehr ärgerlich finde.

Die beiden Protagonisten Marie und Milan sind für den Leser sehr nachvollziehbar geschrieben, denn die Perspektive des Buches wechselt zwischen ihnen ab. So kann man sich von beiden einen sehr guten Eindruck machen. Was man auf jeden Fall festhalten sollte: Sie sind sehr menschlich und haben ihre Schwächen. Keiner ist perfekt. Man könnte eher sagen, dass sie eigentlich genau das Gegenteil davon sind. Marie ist wahnsinnig versiert was ihr Fachgebiet die Kultur angeht, hat aber leider eine Menge Vorurteile und ist für andere Herangehensweisen an das Leben als ihre nicht wirklich aufgeschlossen. Sie ist eher zurückhaltend, etwas verklemmt und hängt irgendeiner alten Männergeschichte nach, so dass sie ihr Leben eigentlich nicht recht genießen kann. Außerdem ist sie nicht wirklich ehrgeizig, denn als Journalistin stünden ihr andere Möglichkeiten offen als für diese kleinen Zeitung zu schreiben, jedoch interessiert sie sich gar nicht für dafür.

Milan ist eher das Gegenteil von Marie. Er hat hauptsächlich Sport im Kopf und gibt 110% damit er den Sprung in die NBA schafft. Er hat klare Wünsche und Träume für die er bereit ist alles zu geben. Allerdings erfüllt er auch was Frauen angeht sämtliche Sportlerklischees, hat quasi an jedem Finger eine andere und Sex ist für ihn etwas mit dem er Langeweile totschlägt. Eine ernsthafte Beziehung kommt für ihn nicht in Frage.

Man sieht also die beiden Figuren sind rundum menschlich und voller Fehler, man kann sich auch prima in sie Hineinversetzen, aber so richtig sympathisch werden sie mir nicht, denn ich würde beiden Typen keinen Platz unter meinen Freunden geben, wenn sie sich nicht noch ordentlich weiterentwickeln.

Die Geschichte hat mich vor allem durch ihre Tiefe überzeugt, denn es war alles sehr gut beschrieben, aber auch der Stil des Buches ist so erfrischend und lebendig, dass man sofort in die Geschichte gezogen wird und sich als Teil davon sehen kann. Am Ende des Buches gibt es sogar ein Glossar, welches allen, die weniger Interesse und Vorkenntnis in Sachen Basketball haben, die wichtigsten Erklärungen an die Hand gibt, so dass man sich auch den Sport durchaus gut vorstellen konnte an den Stellen, wo es Spielszenen gibt. Das Ende fand ich leider nicht ganz so toll, denn es ist nicht wirklich ein Ende sondern das Buch bricht quasi mitten in der Geschichte –an einer Stelle, die eventuell ein Wendepunkt werden könnte- ab und lässt den Leser leicht frustriert zurück. Dennoch hat mir die Mischung aus Liebesgeschichte und Sport ganz gut gefallen. Gerade der Sport hat es für mich – die es mit Schnulzen nicht so hat – ein wenig gerettet und so gebe ich am Ende dann doch noch

3,5 von 5 Punkte.

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