Sandra Greaves – Draußen im Moor

moor

Titel: Draußen im Moor
Autor: Sandra Greaves
Übersetzer: Ilse Rothfuss
Verlag: Chicken House
Genre: Jugendgruselroman
Seiten: 319
ISBN: 978-3-551-52069-2
Preis: 13,99€

Matt hat die Nase voll. Der neue Freund seiner Mutter nervt ihn tierisch und deshalb beschließt er den Rest seiner Ferien bei seinem Onkel und seinen Cousinen Tilda und Kitty zu verbringen. Doch als er im Moor ankommt, scheint er auch dort nicht wirklich willkommen zu sein. Tilda macht ihm das Leben schwer und auch sonst ist alles sehr seltsam. Als Tilda und er im Wald schließlich einen alten Schädel ausgraben und sich auch die Tiere immer seltsamer verhalten, erzählt ihnen Gabe von einem alten Fluch, der alles für immer verändern wird, wenn sie ihm nicht Einhalt gebieten. Doch können die Kinder, die so gar nicht an den Fluch glauben wollen, das wirklich schaffen?

Das Cover kommt sehr düster daher und bringt damit die Atmosphäre des Buches sehr gut rüber. Im Hintergrund sieht man ein altes, ziemlich verfallenes Haus, welches sicherlich einen Teil des Bauernhofes darstellen soll, auf welchem Tilde und ihre Familie leben. Den restlichen Vordergrund nimmt eine öde Landschaft mit einem verkrümmten Baum an. Dies ist die charakteristische Umgebung für das Dartmoor in dem dieses Buch spielt. Im Hintergrund flattern Unmengen an Vögeln am Himmel umher. Auch diese Tiere spielen eine wichtige Rolle, wobei ich denke, dass eine andere Formation noch besser gepasst hätte.

Der Titel verrät wenig über den Inhalt und gleichzeitig alles, denn eine solche Geschichte kann sich nur in der Abgeschiedenheit eines Moores ereignen. Insgesamt finde ich Cover und Titel einfach klasse. Sie animieren so richtig dazu, das Buch in die Hand zu nehmen.

Die Protagonisten Matt und Tilda sind es auch, welche die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen, so dass man in den einzelnen Situationen sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen ist. Dennoch war nicht alles für mich nachvollziehbar, denn gerade die Wut, welche in beiden Teenagern brodelt, war für mich nicht so 100% verständlich. Nicht, dass sie unberechtigt gewesen wäre, aber sie war einfach teilweise sehr übertrieben und es wurden die völlig falschen Ventile genutzt, um sie abzulassen. Mit diesem Punkt sind die Gemeinsamkeiten der beiden dann aber auch schon abgeschlossen, denn während Tilda eine Frühaufsteherin ist, die ihr Leben auf dem Land verbringt und auf dem Bauernhof mitarbeitet, ist Matt ein Langschläfer, der gerne schicke Kleider trägt, shoppen geht und auch sonst eben ein absolutes Stadtkind. Auch was die Familiengeschichte angeht, haben die beiden einen sehr unterschiedlichen Kenntnisstand, so dass es hier zu noch mehr Spannungen kommt als durch die konfliktgeladene Gesamtsituation in der Familie ohnehin schon vorprogrammiert sind.

Die Geschichte ist insgesamt sehr konfliktträchtig und steigt auch gleich voll ein. Es gibt kein Vorgeplänkel und auch keine lange Einführung. Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt und mitten ins Geschehen hineingeschubst. Es geht dann auch gleich richtig los mit Streit, Spannung, mystischen Umständen und seltsamen Begegnungen. Dieses Tempo wird noch etwas angezogen und dann geht es rasant durch die Geschichte dahin ohne eine wirkliche Verschnaufpause. Die Spannung wird dann auch gehalten bis kurz vor Schluss. Lediglich die letzten 5-6 Seiten bilden eine Art kurzen Abspann, aber das war es dann auch schon. Für den Leser ist das natürlich eine sehr verzwickte Situation, denn einerseits ist das Buch fest zu lang um es auf einen Satz zu lesen, aber andererseits kann man es auch kaum noch aus der Hand legen, denn auch, wenn die Kapitel ziemlich kurz sind, kann man am Ende eines Kapitels unmöglich aufhören, sondern muss immer weitermachen. Ein wirklicher Teufelskreis, der auch durch den sehr angenehmen Schreibstil noch unterstützt wird.

Empfehlen kann ich das Buch wirklich jedem, der es etwas grusliger mag, aber auch eine Verfilmung dazu könnte ich mir sehr gut vorstellen und ich wäre sicherlich eine der ersten im Kino. Von mir gibt’s hierfür auf jeden Fall

5 von 5 Punkten,

da ich schlichtweg nichts finde über das ich richtig Meckern kann.

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