Sebastian Fitzek – Passagier 23

passagier

Titel: Passagier 23
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
Genre: Psychothriller
Seiten: 431ISBN: 978-3-426-19919-0
Preis: 19,99€

Nachdem die Familie von Polizeipsychologen Martin Schwartz vor 5 Jahren auf der „Sultan of the Seas“ tragisch ums Leben gekommen ist, betäubt der Ermittler seinen Schmerz mit waghalsigen Einsätzen. Mitten in einem solchen wird er von einer seltsamen, alten Dame angerufen, welche ihn, mit der Aussage, dass sie etwas über den Vorfall mit seiner Familie herausgefunden habe, auf die „Sultan“ lockt. Dort übergibt sie ihm den Teddy seines Sohnes, welcher zusammen mit einem Mädchen, das vor Woche vom der Sultan verschwunden war und als Selbstmörderin eingestuft wurde, wieder aufgetaucht ist. Martin will nun mehr über das rätselhafte Mädchen und natürlich auch über den Vorfall mit seiner Familie erfahren. Wird es ihm gelingen Licht ins Dunkel zu bringen oder verrennt er sich in ein vollkommen sinnloses Unternehmen, welches nur durch die Gespenster seiner Verzweiflung überhaupt einen Fall ergibt?

Gleich mit dem Cover wurde bei diesem Buch ein echtes Highlight geschaffen, denn der Schutzumschlag weist in der Mitte ein kreisrundes Loch auf, welches als Bullauge gestaltet ist. Zusammen mit der Schiffsoptik gibt es einem das Gefühl, auf das Meer und die Wellen, welche dann das Cover darunter zieren, zu schauen. Dieser Effekt ist für ein Buch, welches auf einem Schiff spielt einfach nur eine geniale Idee und man muss dem Gestalter dafür wirklich ein Kompliment machen. Auch der Titel passt perfekt zu dem Buch. Auch wenn man zunächst nicht weiß, was der Ausdruck Passagier 23 bedeutet, so findet man es schnell heraus und alles dreht sich darum. Aber schon in der Buchhandlung hat es mich neugierig gemacht, denn ich habe angefangen nachzugrübeln, warum der Passagier eine Nummer und keinen Namen hat. Also auch hier alles richtig gemacht.

Der Protagonist war wieder ein typischer Fitzek. Man respektiert ihn, versteht ihn an Stück weit und dennoch blieibt er mir auch immer etwas fremd, steckt voller Überraschungen und vor allem wird er mir nie komplett sympathisch, denn Martin Schwartz ist eine Person, die es einem nicht leicht macht sie zu mögen. Nach den tragischen Ereignissen in seiner Familie ist er eine Zeitbombe auf zwei Beinen, die nur darauf wartet hochgenommen zu werden. Von einer waghalsigen, verrückten Aktion geht es zur nächsten und, lebensmüde wie er ist, riskiert er dabei immer alles. Dennoch steckt hinter all dieser Waghalsigkeit ein kühler Kopf, welcher oft schlichtweg geniale Gedankengänge hervorbringt und Zusammenhänge erschließt, die sich dem normalen Betrachter nicht offenbaren. Würde er nicht so sehr an den Nachwirkungen einer seiner bizarren Aktionen zu knabbern haben, wäre der Fall wohl binnen 200 Seiten gelöst.

Neben Martin gibt es noch einige Nebenprotagonisten, welche untergeordnete Rollen spielen und einerseits dazu dienen ihm zu helfen, aber andererseits auch dafür gut sind, dass er immer wieder den Überblick verliert, wer nun gut und böse ist, denn auf dem Schiff verdächtigt jeder jeden irgendwelcher Straftaten und so werden natürlich auch die Spuren mal in die eine, mal in die andere Richtung gelegt.

Die Geschichte insgesamt hat mir sehr gut gefallen, denn Fitzek hat sich neben der Story an sich auch um eine gründliche Recherche über die Fakten bemüht, so dass am Ende auch wirklich ein sehr glaubwürdiger Komplex heraus kam, in den man sich hineinversetzen konnte, ohne das Gefühl zu haben, dass etwas nicht stimmig ist. Gerade bei den Handlungen im Schiffsbauch hat mich das sehr gefreut, denn da man als Außenstehender hierfür kaum Informationen erhält und sich kein klares Bild vor Augen holen kann, muss man sich ganz auf die Schilderungen des Autors verlassen können und dies war in diesem Fall gänzlich möglich. Ich hatte fortwährend das Gefühl mich selbst mit am Schiff zu befinden und neben dem Protagonisten her zu spazieren. Auch der Gruselfaktor war wieder enorm. Dies lag jedoch nicht an der Location sondern viel mehr an der düsteren und vor allem brisanten Situation, welche der Autor geschaffen hat und welche sich immer weiter hochgeschaukelt hat. Es war unglaublich schwer das Buch aus der Hand zu legen und ich muss sagen, dass es mir nicht immer gelungen ist. Tatsächlich hat sich mein Abendessen um einige Stunden verschoben, bis ich eine Stelle gefunden habe, an der ich das Buch mal für 10 Minuten aus der Hand legen konnte. Nicht verwunderlich also, dass dieses Buch an einem einzigen Tag gelesen war. So sehr schaffen es tatsächlich sehr wenige Bücher mich zu fesseln, denn die Spannung auf dieser Strecke so lange konstant oben zu halten bzw. sogar permanent zu steigern ist wirklich eine Meisterleistung. Auch das Ende gibt einem so einige Rätsel auf und lässt auf jeden Fall sehr viele Optionen für eine Fortsetzung des Buches offen.

Insgesamt hat Fitzek hier wieder ein Meisterwerk abgeliefert und ich kann nur sagen, dass ich schwer begeistert bin und es jedem, der es spannend und auch etwas schockierender mag, ans Herz legen kann. Von mir gibt’s auf jeden Fall

5 von 5 Punkten.

2 Responses to Sebastian Fitzek – Passagier 23

  1. daggi sagt:

    Da hast Du diesen Monat ja nochmal richtig zugelangt bei der Challenge und einige Punkte abarbeiten können :) Super!!

    • sabrinaslesetraeume sagt:

      Ja, ich hatte allerdings auch ein paar Monate nichts eingereicht ;) Daher hab ich halt alles nachgeschoben, was sich so angesammelt hatte^^

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