Michael Peinkofer – Unter dem Erlmond

Erlmond

Titel: Unter dem Erlmond
Reihe: Land der Mythen (Band 1)
Autor: Michael Peinkofer
Verlag: Piper
Genre: Phantasy
Seiten: 494
ISBN: 978-3-492-28041-9
Preis: 12,99€

 Nachdem Jahrtausende lang Ruhe herrschte und die alten Geschichten schon ins Reich der Mythen abgeschoben waren, erwacht in den Tiefen das Böse erneut und greift auf das Land mit all seiner Macht über. Binnen weniger Wochen ist der Frieden des Landes vergessen und an allen Fronten herrscht Feindschaft. Alte Kriege schreien danach erneut geführt zu werden und immer größere Keile werden zwischen die Völker getrieben. Nur ein kleiner Bund aus einer Handvoll Tapferen geht einen, wenn auch sehr losen, Bund ein, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Doch kann ihnen dies wirklich gelingen?

Das Cover zeigt eine Berglandschaft im Hintergrund und den in Schnörkel gebeteten Reihentitel, welcher zu Strahlen scheint. Während die Berge im Hintergrund eine wichtige Rolle spielen – wenngleich zu einer anderen Jahreszeit –, so erschließt sich mir das strahlende Geschnörksel nicht. Da es eine gewisse Optik von Zweigen hat, könnte ich mir es als Anspielung auf den Druidenstab vorstellen, welcher auch eine phasenweise als Licht dient, aber sonst ist es eher bezugslos. Dennoch ist es aber ein echter Hingucker, so dass die Aufmerksamkeit des Betrachters auf jeden Fall darauf gelenkt wird. Der Titel des Buches erschließt sich einem im Laufe des Buches teilweise, aber auf den ersten Blick gibt er einem nur viele Rätsel auf, welche man aber auch gerne lösen möchte und was eignet sich dazu besser als sich der Gruppe von Protagonisten anzuschließen?

Die anfangs noch sehr überschaubare Gruppe von Protagonisten wächst zwar im Laufe der Geschichte an allerdings bleiben als wichtigste Akteure dennoch immer der Druide Yvolar, der Wildfänger Alphart und Bauer Leffel Gilg übrig. Diese Truppe könnte schon in ihren Berufen verschiedener nicht sein, aber da die drei auch aus verschiedenen Regionen kommen, sind auch ihre Erfahrungen und Glaubensweisen grundverschieden, was immer wieder zu Reibereien und Auseinandersetzungen führt. Eigentlich ist es der Gilg, der die Geschichte erst zum Rollen bringt. Da er aber selbst unter den Bauern als einfältig und dumm gilt und wirklich geistig nicht der allerschnellste ist, hätte er es ohne Alpharts Hilfe, die eher zufälliger Natur war, nie geschafft das Abenteuer überhaupt länger als eine ein paar Tage zu bestehen. Alphart selbst ist ein harter Bursche, der das Leben in der Abgeschiedenheit der Berge gewohnt ist und nicht viel von anderen Menschen hält. Aus den Bergen heraus treibt ihn nicht nur die lauernde Gefahr der alten Mächte, sondern vor allem ein Versprechen, welches er seinem Bruder am Totenbett gegeben hat. Auch ist es nicht der Wunsch die restliche Welt zu retten, der ihn vorantreibt, sondern allein seine persönliche Rache ist ihm wichtig. Besonders der Druide und alles Magische hält er schlichtweg für faulen Zauber, Unsinn und Humbug. So ist sein Verhältnis zu Yvolar natürlich besonders angespannt, auch wenn der Druide nach Möglichkeit versucht die Situation zu eskalieren. Yvolars Wissen scheint nahezu unendlich zu sein und er ist fast so alt wie das Land selbst. Mit seinem Druidenstab vermag er es ungeheure Kräfte zu entfesseln und es scheint keinen Gegner zu geben, der ihm überlegen ist.

Für mich vielleicht auch ein kleines Manko in dieser Geschichte, denn Yvolar ist mir für eine Hauptfigur fast ein bisschen zu stark und perfekt. Es gibt zwar einige Kleinigkeiten, welche ihm nicht gelingen, aber diese sind rein im kommunikativen Bereich angesiedelt, sobald es an einen Kampf geht gibt es keinen Gegner, der ihm gewachsen ist. Dennoch ist die Geschichte einfach sehr schön geschrieben und überzeugt vor allem durch ihre Tiefe und Dichte. Da es auch immer wieder ein paar Nebenhandlungsstränge gibt, welche die Lage in den anderen Teilen des Landes darstellen, wird die Spannung hoch gehalten, denn man merkt, wie sich von Seite zu Seite die Situation mehr zuspitzt, auch wenn es bei der Protagonistengruppe gerade nicht so hoch hergeht. Auch der Schreibstil hat es mir angetan, denn man hatte gar nicht das Gefühl, dass man ein so dickes Buch liest. Ich war überraschend schnell durch und werde auch mit Band 2 bald weitermachen, da das Ende leider mitten im Höhepunkt war und man unbedingt wissen muss wie es weitergeht, denn die Situation ist gerade mehr als ungünstig für unsere Protagonisten.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte komplett in einer etwas abgewandelten Form des Allgäu spielt und damit eine mystische Vorgeschichte für eine Gegend gleich um die Ecke geschaffen wird. Aber auch wer die Gegend noch nicht besucht hat, kann sich mit Text und der beigelegten Karte ganz in die Lokalitäten hineinversetzen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle Phantasyfans und

4 von 5 Punkten.

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