Carla Spradbery – Kill U, Wer verliert muss sterben

killu
Titel: Kill U, Wer verliert muss sterben
Autor: Carla Spradbery
Übersetzer: Petra Knese
Verlag: Coppenrath
Genre: Jugendbuch
Seiten: 271
ISBN: 978-3-649-62149-2
Preis: 14,95€

Grace Becker und ihre Freunde sind im Abschlussjahrgang der Privatschule Clifton Manor. Ihr gemeinsames Hauptfach ist Kunst und mit der Aufnahme in den Club der 100 wollen sie sich die besten Studienplätze sichern. Doch für diese Aufnahme müssen sie 100 Graffititags an vorbegebene Orte sprayen, ohne sich dabei erwischen zu lassen, denn der Schulleiter kennt dafür nur eine Strafe, nämlich den Schulverweis. 95 Tags hat das Grüppchen schon geschafft, doch dann wird die Gruppe beim nächsten Versuch von einer unbekannten Person angegriffen. Schnell wird klar, dass nicht nur die Zukunft der Kids sondern auch ihr Leben auf dem Spiel steht, denn der Täter wird immer skrupelloser. Müssen Grace und ihre Freunde das Unternehmen aufgeben oder schaffen sie es sich dem Täter zu widersetzen?

Das Cover ist ganz im Graffitistil gehalten und zeigt ein gespraytes Portrait der Protagonistin. Das „U“ ist an das Tag von Grace angelehnt und hat damit auch einen engen Bezug zum Inhalt und der Farbschmierer der über die Wange der Kopfes läuft könnte zwar ein versehen sein, aber da es sich um ausgezeichnete Künstler handelt, ist es mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Träne, die das Leid und die Verzweiflung symbolisieren soll, dass der Angreifer bei den Jugendlichen auslöst. Insgesamt ein sehr gelungenes Cover, das außerdem durch seine sehr angenehme Oberfläche, welche nicht glatt ist, sondern eher an eine Leinwand erinnert, besticht. Außerdem passt der Titel sehr gut zum Buch, auch wenn sich die Geschichte erst entwickeln muss, damit man begreift was das Taggen von Wänden und der Tod miteinander gemein haben. Doch genau das kann man mit der Protagonistengruppe bald am eigenen Leib spüren.

Gerade was die Protagonisten angeht ist das Buch sehr interessant, denn auch wenn Grace als Hauptprotagonistin genannt ist und die Geschichte von einem Erzähler erzählt wird, welcher ihr immer über die Schulter schaut, spielen doch die anderen Mitglieder der Gruppe eine ebenso entscheidende Rolle. Grace ist so etwas wie die Anführerin der Gruppe, da sie die Idee hatte und das Graffiti sprüht. Jedoch plagen sie viele Zweifel an sich und auch an der Liebe ihres Vaters, so dass es des Zuspruchs der Anderen bedarf, damit sie die Dinge auch meistern kann. Ihre Freunde sind so verschieden wie es nur geht, doch ihre Liebe zur Kunst und der Wunsch nach den besten Studienplätzen verbindet sie. Der tätowierte Trick, die ängstliche Faith, die schöne Cassie und der zurückhaltende Pete sind immer an ihrer Seite und zusammen versuchen sie alle Probleme anzugehen und die Aufnahme in den Club der 100 zu meistern. Dennoch liegen auch Schatten des Neides und der Missgunst über der Gruppe, so dass es auch zu Streitereien und Reibereinen kommt.

Doch genau diese, würde ich zusammen mit den Geheimnissen und der Rasanz als die Pluspunkte des Buches werten, denn davon hat die Geschichte definitiv gelebt. Man wusste nie wer gerade auf wessen Seite ist oder wer nun eigentlich gut oder böse ist. Durch seine Unvorhersehbarkeit und auch das schnelle Tempo konnte die Geschichte einiges Ausmerzen, das mich nicht so vom Hocker gerissen hat. Besonders gefehlt hat mir ganz klar die Tiefe der Gefühle an einigen Stellen. Obwohl versucht wurde darzustellen, wie es den Kids in bzw. mit diesen schrecklichen Vorkommnissen geht, so haben mich die Gefühle nicht erreicht und es entstand ein eher distanziertes Gefühl. Gerade das fand ich aber besonders störend, denn solange die Szenen aktionsgeladen sind, fühlt man sich wie ein Teil der Gruppe und ganz nah dran und sobald es emotionaler wird, fliegt man irgendwie raus und steht als unbeteiligter Dritter da. Dadurch wurde mir der Lesespaß stellenweise etwas verdorben, da sich mit den emotionalen Dingen aber nie so richtig lang aufgehalten wurde, kam ich dann doch wieder schnell rein. Sonst hatte ich eigentlich wenig zu meckern, denn der Stil war wirklich klasse, man konnte nur so durch das Buch fliegen und eben, wie gesagt, auch die meiste Zeit ganz in die Geschichte abtauchen. Auch thematisch war das Buch einfach einmal wieder erfrischend anders, auch wenn das Grundgerüst mal wieder nach irgendeinem Internatsbuch klingt, so ist die Handlung doch einfach anders.

Insgesamt konnte ich mich trotz der Schwächen doch sehr für das Buch begeistern und würde es auch weiterempfehlen, auch wenn mir wie gesagt ein bisschen was gefehlt hat, aber insgesamt war das Lesevergnügen doch recht groß. Daher gibt dann auch noch

3,5 von 5 Punkten.

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