Blogtour – Lady Cardington und ihr Gärtner von Sybille Kolar / Tag 3 – Adel im Wandel der Zeit

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Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr heute beim 3. Tag unserer Blogtour zu Sybille Kolars Buch „Lady Cardington und ihr Gärtner“ dabei seid. Heute darf ich euch ein wenig über das Thema Adel erzählen, vor allem darüber wie sich die Bedeutung des Adels im Laufe der Jahrhunderte geändert hat. Obwohl das Buch in Großbritannien spielt, eignet sich dieses Land nicht wirklich um die Veränderungen des Adels zu erklären, denn die United Kingdoms bilden auch heute noch eine Ausnahme was den Einfluss des Adels und die Verleihung von Adelstiteln angeht. Doch dorthin werde ich später noch einen Exkurs machen, doch zuerst möchte ich euch die Entwicklungen des Adels in den meisten Teilen der Welt zeigen und hier eignet sich das Sprichwort

Adel verpflichtet

gut als Einstieg. Heutzutage verwendet man dies hauptsächlich im Zusammenhang mit berühmten Personen, doch die Bedeutung bleibt die gleiche. Denn wer eine gewisse gesellschaftliche Stellung innehat, der hat auch gewisse Verpflichtungen. Während das inzwischen mehr eine Vorbildfunktion ist, so war der Adel in früheren Jahrhunderten schon konkreter verpflichtet. Man musste seinem Lehnsherrn, i.d.R. ein König oder Kaiser, treu dienen, hatte Kriegsdienst zu verrichten, musste ebenso die Ländereien, welche einem als Lehen anvertraut wurde verwalten und vor Räubern beschützen und hatte Abgaben an den Lehnsherrn zu leisten. Außerdem war es eine Pflicht das Land würdig zu repräsentieren und den Herrscher oftmals zu beraten, aber natürlich gab es neben den Pflichten auch eine Menge Privilegien. So war man der oberste Richter über die Bürger auf seinem Lehen, durfte Steuern erheben, Abgaben verlangen, sich in bestimmte Gremien wählen lassen und auf die Jagd gehen.

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Höfische Jagdgesellscahft um 1510 (Copyright Gerard Horenbout, Alexander & Simon Bening – Venedig, Biblioteca Marciana)

Wenn man sich dies so ansieht, dann kann man sich denken, dass ein Adliger zu diesen Zeiten eher reich war und es ihm an nichts mangelte. Jedoch galt all dies nur für den belehnten Adel. Dieser wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte immer weniger. Dies hatte mehrere Gründe. Nicht nur, dass durch die Kriege viele Söhne ihr Leben lassen musste, auch durch Heirat und Zusammenschlüsse von Territorien zur Verbesserung der Machtposition nahm die Anzahl der belehnten Adligen stetig ab, wohingegen die Zahl der lehnlosen Adligen immer weiter stieg, denn schließlich musste sich jeder Sohn einer Adelsfamilie, welcher nicht erstgeboren war, trotz Titel anderweitig, oftmals als Ritter, verdingen, da das Erbe an den Erstgeborenen ging.

Schlachtszene aus der Kreuzfahrerbibel

Schlachtszene aus der Kreuzfahrerbibel (Quelle: www.leben-im-mittelalter.net)

Doch insgesamt konnte man durchaus von einer großen Macht sprechen, welche der Adel über Jahrhunderte innehatte. Der Niedergang des Adels erfolgte dann schon beinahe in einem rasanten Tempo und wurde mit dem Wechsel von Ritter- auf Söldnerheere eingeleitet. Doch nicht nur dieser Wechsel sondern auch die französische Revolution und die damit einhergehende Demokratisierung vieler Länder, die Bauernbefreiung und schließlich auch die Industrialisierung setzen dem Adel gehörig zu, so dass den meisten nicht mehr als der Name blieb, welcher in vielen Familien bis heute weitervererbt wurde. Doch auch die wenigen Adelsfamilien, welche es bis heute geschafft haben zu überdauern und nicht verarmt zu seien, haben den meisten politischen Einfluss verloren. Sie haben die gleichen Rechte wie ein normaler Bürger und heben sich oft nur durch ihr Vermögen und ihren Einsatz für Wohltätigkeiten ab. Doch viele dieses Standes machen eher mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Als Beispiele dafür dürften „Punker-Fürstin“ Gloria von Thurn und Taxis oder „Prügelprinz“ Ernst August von Hannover wohl ausreichen. Im Gegensatz zu früher gibt es auch niemanden mehr, der schlechtes Verhalten mit Titelentzug sanktioniert und daher sehen es auch einige mit den Verpflichtungen nicht mehr so eng.

Ganz anders ist das jedoch in Großbritannien. Dieses Land ist wirklich noch eine Ausnahme mit einem sehr komplexen und auch noch aktiven Adelssystem. Bis heute besteht nicht nur die Möglichkeit noch einen Ritterschlag oder Adelstitel zu erhalten sondern auch die Vormachtstellung des Adels ist nicht komplett abgeschafft worden. Zwar wurden die Privilegien sehr weit eingeengt, aber bis heute ist ein gewisser Anteil der Sitz im „House of Lords“ – der Legislative Großbritanniens – Leuten vorbehalten, welche erbadelig sind. Aber auch ihrem Könighaus stehen die Briten mit großer Verehrung gegenüber und die Royals haben dort eine weitaus größere Funktion als die reine Repräsentation. Die Queen ist Vorbild für Millionen und keine Königsfamilie weltweit erfreut sich dieser Popularität.

Dennoch: Der Einfluss des Adels hat sich im Laufe der letzten 2 Jahrhunderte in den meisten Teilen Europas nahezu aufgelöst und meistens bleibt nicht mehr als ein schöner Titel wie bei unserer Protagonisten Lady Samantha Cardington übrig.

Nun ihr Lieben, das wars auch schon wieder mit dem Adelsthema von mir und morgen geht es dann bei Ekatarina von Bücherweltraum weiter.

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Tourdaten im Überblick:

Tines Buchervorstellung
Nadjas Charaktervorstellung
Sabrinas Adel im Wandel der Zeit (hier)
Ekatarinas Schauplätze
Babs Rundreise der Gartenarchitektur

7 Responses to Blogtour – Lady Cardington und ihr Gärtner von Sybille Kolar / Tag 3 – Adel im Wandel der Zeit

  1. Jasi sagt:

    Huhu! ;)

    Ich finde es ist schon richtig das wir den Adel abgeschafft haben, da jeder Mensch die gleichen Chancen haben sollte. Nur weil man zufällig in die richtige Familie geboren wurde, sollte man keine Privilegien gegenüber anderen haben.

    Alles Liebe, Jasi ♥

  2. karin sagt:

    Hallo und guten Tag,

    hm, England ist ein gutes Beispiel mit ihrer Königin und allem was damit zusammenhängt, dass Adel durchaus noch Sinn macht, wenn die Leute entsprechend eingestimmt sind.

    Ich persönlich kann der Sache nichts abgewinnen und denke mir mit dem Namen von und zu hat man unter Umständen sogar eher Probleme als einen Nutzen, weil vielleicht jeder denkt….oh jemand der Geld hat oder zumindest ein tolles Schloss. ..

    Ist aber meistens gar nicht so und wenn verschlingt ein Schloss wahrscheinlich Unsummen an Geld für Instandhaltung und Heizkosten besonders im Winter…

    LG..Karin…

  3. Ein sehr schöner und interessanter Blog-Artikel!
    Vielen Dank für Deine Mühe!

    Herzliche Grüße
    Sybille

  4. Tulpe29 sagt:

    Hallo,
    ich finde auch, dass Adlige nicht mehr Privilegien haben sollten als andereLeute. Warum auch ? Nur weil die Vorfahren in grauer Vorzeit mal Ritter waren oder ein Schloß hatten? Da gäbe es bessere Gründe. Jeder sollte sich seine Anerkennung selbst verdienen und sich nicht auf den Lorbeeren der Ahnen ausruhen.
    LG

  5. Margareta Gebhardt sagt:

    Hallo ,

    Toller und interessanter Beitrag . Vielen Dank :)
    Ich wünsche einen schönen Abend :)

    Liebe Grüße Margareta

  6. SaBine K. sagt:

    Hallo,

    ich finde es gut, dass der Adel heute nicht mehr die Bedeutung hat wie damals. Den niemand sollte wegen seiner Abstammung bevorzugt behandelt werden.

    LG
    SaBine

  7. Ricarda Zöllmann sagt:

    Hi und danke für den interessanten Blogtag. Ich finde es gut das es heut zu Tage keine Ritter und keinen Adel mehr gibt, da wir ja mit der Zeit gehen und die verändert sich zum Glück ja. Und in gewisser Weise gibt es den Adel ja immer noch, sprich Promis und so;-). Vielleicht existieren ja auch Irgendwo noch Tempelritter.
    Lg Ricarda; – )

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