Emma Wagner – Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel

Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder eine Dilogie beendet und möchte sie hier noch einmal übersichtlich für euch zusammenfassen.

„Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ von Emma Wagner besteht aus 2 Bänden mit insgesamt 632 Seiten.

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Zu den Rezensionen gehts per Klick auf das Cover.

Die Cover:

Da sich die Cover eigentlich nur durch die Spiegelung des Farbverlaufs entlang der Mittellinie des Spielfelds unterscheiden, kann man sie auf einmal abhandeln. Durch die knalligbunten Farben ist auf jeden Fall ein Hingucker geschaffen worden und durch den herzförmigen Basketball, den -korb und das Spielfeld ist der Inhalt des Buches auch perfekt wiedergespiegelt und es gibt dem eigentlich nichts hinzuzufügen, so dass man sagen kann, dass die Covergestaltung auf jeden Fall sehr gelungen ist.

Der Titel:

Der Name der Reihe ist durchaus Programm, denn er spiegelt das widersprüchliche Leben der beiden Hauptfiguren wieder. Während für Milan das Leben durchaus als Basketballspiel zu sehen ist, verhält es sich mit Marie genau umgekehrt. Der Titel der Reihe bringt diese Gegensätzlichkeit perfekt in Einklang. Die Namen der Einzelbände sind Basketballbegriffe, welche man nicht auf die Bücher direkt beziehen sollte, denn da passen sie nicht wirklich dazu. Viel mehr sollte man „Jumpball“ (Der Sprungball, der ein Basketballspiel eröffnet) als Auftakt und „Overtime“ (ein 5-minütige Verlängerung des Spiels, wenn es am Ende Unentschieden steht) als eine Verlängerung bzw. Fortsetzung sehen. Damit sind die Titel vielmehr Signal für die Reihenfolge innerhalb der Reihe als wirklich einen direkten Bezug zu den Geschichten zu nehmen. Dennoch ein sehr interessanter Ansatz, denn durch die Basketballbegriffe wird man ohnehin neugierig, da die wenigsten sich etwas konkretes darunter vorstellen können.

Verarbeitung:

Diese Reihe ist leider auch die erste bei der ich dem Thema Verarbeitung tatsächlich einen kleinen Bereich widmen möchte, denn hier sind die Bücher bei mir schlichtweg durchgefallen. Ich habe sie sehr vorsichtig gelesen. Schon den ersten Band und beim Zweiten habe ich aufgrund der schlechten Erfahrung noch mehr aufgepasst, aber das Ergebnis war immer gleich. Am Ende löste sich die Folie, mit der die Cover beschichtet sind, immer an den Rändern ab, was natürlich einerseits hässlich aussieht und andererseits sich auch ausbreiten wird und das Cover nach und nach komplett kaputtmachen wird.

Die Geschichte:

Milan ist der angehende Star des Heidelberger Basketballvereins und bei seinem nächsten Spiel will ein Talentscout der NBA bei ihm vorbeisehen. Aufgrund dieser Tatsache soll die Journalisten  Marie ihn auch interviewen. Doch leider ist Marie eigentlich Kulturexpertin und hält von Sport überhaupt nichts. Dennoch muss sie das Interview für ihre Kollegin übernehmen. Das geht hoffnungslos schief und sie beleidigt Milan sogar. Ihr Job ist in Gefahr und eine Entschuldigung fällig. Doch ob das wirklich gut gehen kann? Ihre Einstellung ihm gegenüber hat sich schließlich kein bisschen verändert.

Die Protagonisten:

Marie ist eingefleischte Kulturliebhaberin, liebt Bücher, Vernisagen und Musik. Was die Journalistin jedoch zutiefst verabscheut ist Sport, Machogehabe und irgendwie auch Ordnung. Sie hat eine schlimme Trennung hinter sich, welche sie noch nicht richtig verarbeitet hat und projeziert gerne ihren Ex in alle möglichen Männer hinein. Ihr Verhalten ist oft impulsiv, ihre Mund oft schneller als ihr Gehirn, ihre Selbstgerechtigkeit kann teilweise ganz schön nerven und sie ist schnell überfordert.

Milan ist Berufsbasketballer und verbringt sein ganzes Leben in Sporthallen. Sein engster Vertrauter ist sein Agent Walli, welcher für ihn ein stückweit auch eine Vaterfigur ist. Was die restliche Menschheit angeht hat er, nach schlimmen Erlebnissen in der Kindheit, Vertrauensprobleme und Bindungsängste. So kommt es auch, dass er keine feste Beziehung führt sondern von einem Bett ins nächste hüpft. Dabei hat er kein schlechtes Gewissen und auch sonst ist er sehr von sich eingenommen und überzeugt.

Charakterentwicklung:

Beide Charaktere machen im Laufe des 2. Teils eine ganz gute Entwicklung durch. Diese ist allerdings hauptsächlich mit „1 Schritt vor und 2 zurück“ zu beschreiben. Alle größeren Entwicklungen laufen immer zwischen Zeitsprüngen ab, so dass man am Ende nur noch das Ergebnis vorgesetzt bekommt und kein Teil des Umdenkens ist, was natürlich schade ist, weil es die Bindung zu den Charakteren schwieriger macht.

Wichtige Nebenfiguren:

Es gibt einige Nebenfiguren, welche im Hintergrund wichtige Strippen ziehen z.B. Walli oder Maries Chefin. Dennoch sind ihre Rollen weiterhin eher untergeordnet. Die wichtigste Nebenrolle hat wohl die Kollegin für den Sportteil, Victoria. Sie intrigiert, manipuliert und macht das alles auf Maries Kosten, denn da diese nicht selbstbewusst genug ist sich zu wehren, ist sie ein leichtes Opfer. Insgesamt ist sie eine vollkommen unsympathische Person, welche durch und durch falsch ist, aber es wie kaum ein anderer Mensch versteht ihr Umfeld zu täuschen.

Die Idee:

Die Idee der Liebesgeschichte ist nicht wirklich neu. Alte Wunden, total Gegensätzlichkeit, viel hin und her… sowas findet man eigentlich an jeder Ecke. Die Sportkomponent hat aber einfach für das nötige Etwas gesorgt und das es gerade Basketball und nicht eine Kultsportart wie Fussball war, hat zusätzliche Pluspunkte eingebracht.

Die Umsetzung:

Die Umsetzung war in weiten Teilen gut gelungen. In Band 1 ging die Handlung etwas zu zäh voran, während in Band 2 sich dann alles fast überschlagen hat. Außerdem gab es gerade gegen Ende zig Minihandlungsstränge, welche zwar nett waren, aber die Geschichte unnötig aufgebläht haben, unnötige Racheakte ermöglicht haben und einmal sogar dazu führten, dass die Geschichte hinter den Kulissen noch den zu erwartenden Ausgang nehmen kann, denn zwischendurch hat es schon sehr den Eindruck gemacht, dass die Autorin sich selbst etwas gegen die Wand gespielt hat.

Fazit:

Für mich persönlich hat die Sportkomponente das ganze Buch sehr aufgewertet, da der Rest zwar gut gemacht war und auch vom Stil angenehm zu lesen war, aber eben einfach nicht außergewöhnlich. Zusätzlich habe ich mich über die schlechte Verarbeitung der Bücher sehr geärgert, weil 9,99€ je Buch dann doch nicht so billig ist, dass man einfach drüber hinwegsehen kann.

Bewertung:

Beide Einzelbände haben von mir je 3,5 Sterne bekommen. Im Gesamtbild auf die beiden Bände, muss ich aber sagen, dass die Bewertung ein wenig schlechter ausfallen wird, denn die wichtigen Entwicklungen, welche mir die Charaktere verstehen geholfen hätten, waren alle so sehr im Hintergrund, dass ich immer mehr außenvor stand je weiter sich die Geschichte entwickelte.

Daher gibts dann in der Gesamtbewertung auch nur

3,2 von 5 Punkten

und ich kann die Reihe Leuten nahelegen die wirklich gerne so Liebesromane lesen, aber für Leute, die sich da eher eine spannende Sportgeschichte erhofft haben, ist es definitiv nichts.

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