Victoria Seifried – Liebe zum Nachtisch

Nachtisch

Titel: Liebe zum Nachtisch
Autor: Victoria Seifried
Verlag: Heyne
Genre: Roman
Seiten: 400
ISBN: 978-3-453-41822-6
Preis: 8,99 €

Das Liebesleben der 26-jährigen Helena besteht eigentlich nur aus Tiefpunkten, denn sie schafft es mit enormer Präzision immer nur mit absoluten Vollidioten eine Beziehung einzugehen. Aktuell ist sie bereits seit zwei Jahren mit einem selbstverliebten und egoistischen Kerl zusammen, doch wegen ihrer Angst niemand anderen mehr zu finden und somit für immer einsam bleiben zu müssen, wagt sie es nicht sich zu trennen. Weder ihr Lebensberater, welcher sich als ihre Schildkröte Pirmin entpuppt, noch ihre besten Freunde Paul und Friederike können Helena, trotz guter Ratschläge, nicht davon überzeugen ihre Wege zu gehen und ihr Glück zu suchen. Als Helena eines Abends, erneut von ihrem Freund enttäuscht, mit Friederike in eine Bar geht, lernt sie den netten und attraktiven Jeffrey kennen und erlebt eine unglaubliche Nacht mit ihm. Helena scheint im siebten Himmel zu sein, doch sie kehrt schnell auf den harten Boden der Tatsachen zurück, denn Jeffrey fliegt am nächsten Tag nach New York, um dort ab sofort für seinen Onkel zu arbeiten. Hin und her gerissen zwischen ihrer Angst, die heimische Umgebung zu verlassen und der Sehnsucht nach ihrem Traummann, beschließt Helena schließlich sich auf eine abenteuerliche Reise zu begeben und Jeffrey zu suchen. Aber wird sie es schaffen ihren Auserwählten im Big Apple zu finden? Immerhin weiß sie nicht viel mehr als seinen Vornamen.

Das Cover ist mit seiner rosanen Farbe, der Torte und den vereinzelten Erdbeeren auf alle Fälle ein Hingucker und verleitet sicher den ein oder anderen Leser, sich das Buch genauer anzusehen. Als Werbemittel sicher sehr gut gewählt, auch wenn die einzige Verbindung zwischen dem Cover und dem Buch ist, dass Helenas Lieblingskuchen ein Strawberry-Cheesecake ist. Auch der Titel hat mit der Handlung nicht sehr viel gemein, wobei zumindest beim Klappentext eine Erklärung geboten wird, da die Frage gestellt wird, ob es sich mit der Liebe, wie mit dem Essen verhält und das Beste eben zum Schluss kommt.

Die Protagonistin Helena ist einfach nur sympathisch, auch wenn sie ziemlich viele Fehler hat. Zum Beispiel hat sie Angst davor alleine zu sein und geht deshalb schnell Bindungen zu Männern ein, die sie gar nicht verdient haben. Außerdem fürchtet sie sich vor ungewohnten Umgebungen und war deshalb auch noch nie im Ausland. Ebenso ist sie chaotisch und weiß nicht recht was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Zusätzlich hat sie einen latenten Hang zur Kaufsucht, besonders wenn in ihrem Leben etwas schiefgeht, was sich allerdings nicht wirklich gut mir ihrem nicht vorhandenen Modegeschmack verträgt und mehrmals zu modischen Katastrophen führt. Zu guter Letzt spricht sie auch gerne mit ihrer Schildkröte Pirmin und hält diese für ein Schildkrötenorakel, dass ihr einige schwierige Fragen des Lebens abnehmen soll. Insgesamt ist sie für ihr Alter noch ziemlich unreif und hat eine Menge Fehler, aber vielleicht kann man sie gerade wegen ihrer Schusseligkeit und ihrer vielen Macken einfach nur liebenswert finden. Immerhin überwindet sie ihre Ängste und reist nach New York um ihre große Liebe zu finden. Aber nicht alleine, denn ihre Schildkröte und Lebensberater Pirmin und eine Menge Weisheiten von ihrer Oma Hedda begleiten sie dabei.

Für mich besticht das Buch vor allem durch seinen Unterhaltungswert. Vielleicht sind nicht alle Witze jedermanns Sache und auch die Situationen, in die sich Helena manövriert, können als überspitzt und unglaubwürdig angesehen werden, aber das ist eine Frage des Geschmacks. Mich hat das Buch jedenfalls sehr gut unterhalten und ich konnte tief in die Geschichte eintauchen. Vor allem die Szenen mit ihrer Schildkröte haben mir gut gefallen, da sie immer wieder sehr lustig waren. Pimrin war eine Klasse für sich und man könnte sagen, dass er mein Lieblingscharakter in dem Buch ist. Aber auch Helenas Gedankengänge, sowie die Anspielungen und Zitate aus bekannten Büchern und Filmen oder auch die Weisheiten ihrer resoluten Oma Hedda, haben es mir angetan und das Buch zu etwas besonderem gemacht.

Mir ist die Länge der Geschichte nicht aufgefallen und ich war immer wieder verwundert wie viel Zeit doch vergangen war, obwohl ich nur mal kurz weiterlesen wollte. Allerdings fesselt einen dieses Buch, denn man will wissen wie die Geschichte von Helena ausgeht, auch wenn die Entwicklung auf den letzten 100 Seiten schon etwas vorhersehbar wurde allerdings nur, wenn einem ein bestimmtes Detail nicht entgangen ist. Andernfalls merkt man es gar nicht. Für alle Leser die eine richtig humorvolle Liebesgeschichte über eine Frau lesen wollen, die nicht nur nach ihrem Traummann, sondern auch nach sich selbst sucht, kann ich das Buch empfehlen. Mir hat das Buch jedenfalls sehr, sehr gut gefallen und ich gebe

5 von 5 Punkten.

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