Jenny Rogneby – Die Würfel sind gefallen

würfel

Titel: Die Würfel sind gefallen
Reihe: Leona – Trilogie (Band 1)
Autor: Jenny Rogneby
Übersetzer: Antje Rieck-Blankenburg
Verlag: Atrium
Genre: Roman
Seiten: 448
ISBN: 978-3-85535-627-0
Preis: 16,99€

In Stockholm raubt eine nackte 7-jährige eine Bank aus und verschwindet danach spurlos. Die Ermittlungen von Polizistin Leona Lindberg führen schon bald in eine Sackgasse und irgendwie geht es einfach nicht weiter. Aber wie auch? Jeder der Beteiligten hat etwas zu verbergen und hinter den Kulissen brodelt es gewaltig.

Das Cover des Buches ist auf mehrere Ebenen aufgeteilt. Unterhalb der Schrift liegt zunächst einmal die Silhouette des Oberkörpers einer erwachsenen Frau, welche wohl Leona darstellen soll. In dem Körper sieht man dann wie durch ein Fenster eine nächtliche Straße auf der ein Kind rennt. Diesen Teil finde ich dann auch weniger zu dem Buch passend, denn das Mädchen sieht gepflegt aus und hat auch ordentliche Kleidung an, was einfach nicht zu dem kleinen Mädchen im Buch passen will. Der Titel ist einerseits ein sehr bekanntes Zitat von Caesar, andererseits kommt dieser Satz aber auch so im Buch vor und erklärt sich dann auch von selbst, warum er als Titel durchaus geeignet ist. Über das Buch selbst verrät er aber gar nichts. Da er aus so einem allgemeinen Sprichwort besteht, welches man sicherlich auf jedes dritte Buch münzen könnte, macht er auch nicht sonderlich neugierig.

Ganz anders verhält es sich mit der Protagonistin. Leona ist alles andere als sympathisch. Nachdem sie eine schwere Kindheit zu verkraften hatte, ist sie heute kalt wie ein Fisch. Emotionen sind ein Fremdwort für sie und statt sie zum empfinden, imitiert sie diese einfach, wie sie diese bei anderen sieht. Dennoch hat sie ein kluges Köpfchen und ist blitzgescheit. Außerdem hat sie eine tolle Familie, doch auch zu dieser ist ihr Verhältnis irgendwie komisch. Insgesamt darf ich leider, gerade was die negativen Punkte ihres Charakters angeht, nicht zu viel sagen, denn dann würde ich euch nur spoilern. Daher seht mir einfach nach, wenn ich sage, dass sie eine durchweg unsympathische und verrückte Person ist, ihr werdet die Gründe im Laufe des Buches selbst herausfinden.

Genauso verrückt wie Leona ist auch die ganze Geschichte an sich. Es ist nicht so, dass ich nicht gut reingekommen wäre oder Probleme mit dem Stil gehabt hätte, aber mir ist beim Lesen der Kopf einfach immer wieder total „matschig“ geworden. Ich kann nicht sagen, was genau dafür den Ausschlag gab, aber ich würde sagen es war eine Kombination aus dreierlei Dingen. Erstens war die Geschichte einfach an vielen Stellen total abstrus. Sie wirkte für mich oft überzogen und unglaubwürdig. Der nächste Punkt ist klar Leona. Ihr Charakter war meiner Meinung nach einfach überfüllt mit Charakterzügen, Verhaltensweise und gegensätzlichen Handlungen, so dass die Figur für mich, je weiter ich im Buch kam, immer unglaubwürdiger und konstruierter erschien. Der letzte Punkt ist dann sicherlich der, dass auch das ganze Umfeld sowohl auf dem Polizeipräsidium als auch privat oft mit so großen Scheuklappen herumlief, dass es einfach nicht mehr schön war.

Dennoch hat die Geschichte etwas. Vielleicht weil sie gefühlte 1000 Wendungen hat und dadurch bis zum Schluss nicht vorherzusehen ist, vielleicht auch, weil sie auf ihre Weise auch spannend ist, aber sicher, weil sie den Leser an die menschlichen Abgründe führt und ihn hineinschauen lässt. Auch wenn sie als Roman eingeordnet wurde, würde ich sie vielleicht eher als Psychokrimi betrachten, denn der Psychoaspekt ist auf jeden Fall da, aber für Thriller fehlt dann doch noch ein wenig.

Bei diesem Buch bin ich wirklich hin und her gerissen was ich davon halten soll, aber ich denke,

3 von 5 Punkten

sind auf jeden Fall angebracht, mehr kann es aufgrund der obengenannten Kritikpunkte allerdings nicht geben. Eine Empfehlung würde ich bei diesem Buch nicht aussprechen, denn es ist so speziell, dass einem dieser Stil einfach gefallen muss, sonst wird man mit dem Buch nicht glücklich.

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