Natalie Meg Evans – Die Kleiderdiebin

kleiderdieb

Titel: Die Kleiderdiebin
Autor: Natalie Meg Evans
Übersetzer: Stefanie Fahrner
Verlag: Heyne
Genre: Historischer Roman
Seiten: 544
ISBN: 978-3-453-41867-7
Preis: 9,99 €

Die junge Telefonistin Alix Gower lebt zusammen mit ihrer Großmutter im Paris der 1930er Jahren. Um sich das geringe Einkommen aufzubessern, hat Alix sich dazu entschlossen die neuesten Kleider der Haute Couture zu kopieren und die Schnittmuster zu verkaufen. Allerdings läuft das Geschäft schleppend bis sie von ihrem guten Freund, dem charmanten Paul, ein unglaubliches Angebot bekommt. Eine seiner Kontaktpersonen könnte es ihr ermöglichen eine Stellung in dem renommierten Modehaus Maison Javier zu bekommen. Alix Traum wird wahr, denn sie wollte schon immer in dem Handwerk, welches auch ihre Großmutter erlernt hat, arbeiten und irgendwann auch selber Kleider entwerfen. Gleichzeitig wird ihr auch noch eine beachtliche Summe angeboten, aber die Sache hat natürlich einen gewaltigen Haken. Immerhin muss sie einwilligen die Schnittmuster der gesamten Frühjahrskollektion zu stehlen, damit diese in Übersee billig kopiert werden kann. Obwohl sie mit sich hadert und lange zögert, willigt Alix schließlich ein. Aber kann das gut gehen und wird sie ihren Traum verwirklichen können oder landet sie am Ende doch im Gefängnis?

Das Cover zeigt den Arbeitstisch einer Schneiderin mit diversen Utensilien wie Scheren, Garnen, Bänder und Stoffen. Gleichzeitig ist noch ein kleines Bild des Eiffelturms und der Seine zu sehen, welche einen Hinweis auf den Schauplatz der Geschichte geben. Insgesamt passt das Cover hervorragend zum Buch, denn Kleider und vor allem das Schneiderhandwerk spielen eine wichtige Rolle darin. Der Titel sagt eigentlich schon einiges aus und mit dem Klappentext erhält man schon eine gut Vorstellung von der Handlung.

Die Protagonistin Alix ist eine starke Persönlichkeit, die weiß was sie will und für die Träume kämpft. Sie lässt sich nicht so schnell unterkriegen und gibt trotz zahlreicher Rückschläge nie auf. Sie ist wirklich sympathisch, obwohl sie ja eigentlich eine Verbrecherin ist. Immerhin ist Industriespionage kein Kavaliersdelikt, aber dem ist sich Alix vollkommen bewusst. Es gibt ein schönes Zitat aus dem Buch, dass Alix’ Handlungen beschreibt. “Sie stiehlt aus Liebe”. Alix liebt das Schneiderhandwerk und verabscheut, was sie tun soll, aber sie macht es um sich, aber vor allen ihrer Großmutter, ein halbwegs annehmbares Leben zu ermöglichen. Allerdings hat sie die Dreifachbelastung – ihre Großmutter, die Arbeit bei Javier und das Kopieren der Kleider – ziemlich unterschätzt. Durch die falschen Freunde rutscht sie immer weiter in ein Milieu ab, aus dem man nur schwer wieder entkommen kann.
Außerdem gibt es auch noch viele interessante Nebencharaktere, die alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Jede Person die vorkommt ist meiner Meinung nach gut gestaltet und sehr menschlich.

Die Geschichte befasst sich aber nicht nur mit Alix’ Gegenwart, sondern auch mit ihrer Vergangenheit, denn die Autorin hat sich nicht nehmen lassen, auch noch eine komplizierte Liebesgeschichte mit vielen Geheimnissen aufzubauen, welche Alix in der Gegenwart durch Intrigen und Erpressungen noch weiter zusetzt. Die Handlung ist enorm komplex und greift viele Themen dieser Zeit an, unter anderem auch den spanischen Bürgerkrieg der 1936 – 1939 wütete. Somit gibt es viele Handlungsstränge, welche die Geschichte zwar abwechslungsreich machen, aber auch öfter von der eigentlichen Haupthandlung ablenken. Allerdings schafft es die Autorin am Ende alles aufzulösen und zu einem gelungenen Abschluss zu kommen, bei dem alle offenen Themen abgehandelt wurden.

Der Stil war angenehm zu lesen, auch wenn ich mit den Fachbegriffen der Mode nichts anzufangen wusste und erst mal die Bedeutungen nachschlagen musste um mir eine Vorstellung davon machen zu können. Ein Glossar am Ende wäre ganz hilfreich gewesen um die Verwirrung ein wenig zu mindern. Ansonsten bin ich jedoch recht schnell durch das Buch gekommen und empfehle es allen Lesern, die an der Haute Couture der 1930er Jahre interessiert sind und einer packenden Geschichte mit Liebe, Erpressung und Intrigen in der glamourösen Welt der Modeschöpfer nicht abgeneigt sind. Von mir gibt es jedenfalls

5 von 5 Punkten.

7 Responses to Natalie Meg Evans – Die Kleiderdiebin

  1. Evy sagt:

    Das scheint sehr spannend zu sein! Alix als Name lese ich derzeit überall xD

    • sabrinaslesetraeume sagt:

      Spannend ist es auf jeden Fall, aber der Name Alix kam mir schon lange nicht mehr unter. Eigentlich bin ich ihm seit der „Kampf um Daresh“-Trilogie von Katja Brandis überhaupt nicht mehr begegnet.

  2. Gisela Simak sagt:

    Hallo Natalie

    Das ist ein sehr ausführliche Rezension zur Kleiderdiebin. Damit hast du mich neugierig gemacht. Danke. Das Buch ist umgehend auf meine Wunschliste gelandet.

    Liebe Grüße, Gisela

  3. Gisela Simak sagt:

    Wie komme ich auf Natalie??? Entschuldige Sabrina.

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