Blogtour – „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ von Emma Wagner – Tage 4: Wie viel Realität steckt in der Geschichte und den Protagonisten

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Hallo ihr Lieben,

seid willkommen zum 4. Tag der Blogtour zu „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel – Overtime“ von Emma Wagner.

Es ist ja kein Geheimnis, dass jeder Autor in irgendeiner Weise etwas aus seinem Privatleben mit in die Geschichten bringt. Seien es nur gewisse Ereignisse gewesen, welche ihn dazu bewegt haben überhaupt in diese Richtung zu fantasieren oder aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld, welche die Vorlage für eine Figur waren. Heute hatte ich die Ehre die Autorin Emma Wagner ein wenig über die Hintergründe auszufragen und sie hat mir verraten, wie viel Realität wirklich in den Figuren steckt und wie viel ein Produkt ihrer Fantasy ist.

Sabrina:

Hallo Emma, schön, dass du die Zeit gefunden hast mir ein paar Fragen zu beantworten, welche deinen Lesern einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Da wir die besten Sachen ja nicht gleich zu Beginn verraten wollen, wäre meine erste Frage:Wieviel Umfeld steckt in deinen Charakteren? Haben Viktoria, Walli, Maries Chefin und der Rest Vorbilder in deinem Umfeld?

Emma:

Es ist tatsächlich so, dass alle meine Romane auf einer Mischung aus Fiktion und Realität beruhen. Dabei variiert der Anteil der Realität. In „Liebe und andere Fettnäpfchen“ beruhen die geschilderten Ereignisse zu ungefähr siebzig Prozent auf Erlebnissen meiner Freundinnen und von mir selbst während unseres Studiums. Bis auf die Hauptfigur und ihre beste Freundin, die beide eine Mischung aus Charakterzügen zahlreicher eigener Freundinnen und von mir selbst darstellen, sind die Figuren jedoch frei erfunden.

Bei „Das Handy in der Hummersuppe“ hingegen ist es eher umgekehrt: Bis auf die beiden Hauptfiguren haben wirklich alle Charaktere reale Personen zum Vorbild. Das mag man bei all den skurrilen Marotten und Macken der vorkommenden Figuren fast gar nicht glauben, doch unter uns: Ich hab sie sogar noch sehr stark abgemildert. Es heißt ja nicht von ungefähr: Das Leben schreibt die schönsten Geschichten ;-)

Und so ist bei „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ die Mischung zwischen Ereignissen und Figuren im Hinblick auf ihre Realitätsnähe sehr ausgewogen.
Nehmen wir zum Beispiel Maries Arbeitskollegin Viktoria: Mindestens eine Person diesen Schlages hat wohl jeder von uns irgendwo in seinem Bekanntenkreis. In meinem Fall sind es sogar mehrere. Solch intrigante Menschen sind mir ein Graus. Ich bin jemand, der sich nicht verstellen kann, dem man jede Gefühlsregung sofort ansieht. Mich in Viktoria hineinzuversetzen, war daher wirklich eine Herausforderung für mich. Aber auch eine Genugtuung. Denn das Tolle daran, Romanautorin zu sein, ist ja die Möglichkeit, da Gerechtigkeit walten zu lassen, wo das Leben sie versagt ;-)
Walli hingegen ist frei erfunden. Sollte aber jemand eine solche Person in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis haben, würde ich mich riesig freuen, sie kennenzulernen! Denn Walli stellt mein ganz persönliches Highlight unter den Nebencharakteren dar.
Maries Chefin Karo wiederum ist der Chefin, die ich als Jugendliche während eines Ferienjobs hatte, nachempfunden. Wie man sich angesichts von Karos exzentrischem Charakter denken kann, war diese Erfahrung ziemlich eindrücklich und, äh, ein klein wenig traumatisch ;-)
Die restlichen Arbeitskollegen von Marie hingegen sind wieder rein meiner Fantasie entsprungen.

Für die Teamkollegen von Milan habe ich mir durch die Erzählungen meines Mannes über seine Zeit als aktiver Basketballer inspirieren lassen. Und die hätten wirklich genug Stoff für fünf Romane geboten ;-) Außerdem haben sie mich zu der Erkenntnis kommen lassen, dass Männer – egal ob mit viel oder wenig Muskeln – Tratschtanten ohne Strickzeug sind *lach*

Nur die Figur des Aaron hat keinen konkreten Bezug, ist mir jedoch besonders wichtig. Aaron wird nämlich in Band 2 für eine Überraschung sorgen und seine Geschichte ist, wie ich finde, durchaus einen eigenen Roman wert.

Sabrina:

Die Mischung macht es eben doch und ich denke, dass nun einige der Leser deiner anderen Bücher sehr gestaunt haben, denn ich muss ehrlich sein: Einige dieser Antworten hatte ich jetzt nicht erwartet. Aber machen wir mit „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ weiter. Wie viel Emma steckt in Marie?

Emma:

Jeder, der mich kennt, wird zumindest in Punkto „Verpeiltheit“ eine gewisse Ähnlichkeit mit mir selbst feststellen. Zumindest habe ich selbst tatsächlich schon einmal mein Handy im Kühlschrank gefunden ;-) Auch konnte ich früher herzlich wenig mit Basketball oder anderen Sportarten anfangen, bei denen man sich mit zig anderen um einen Ball prügeln muss ;-). Heute kann ich ihnen – zumindest als Zuschauerin – so einiges abgewinnen.

Und ich bin ebenso wie Marie sehr interessiert in Kunst und Musik, hatte früher ebenso wie sie die Musik zu meinem Beruf machen wollen und davon geträumt, in einem weltbekannten Orchester mitwirken zu dürfen.

Doch seit ich in meinem Mann einen begeisterten Basketballer gefunden habe, habe ich nicht (mehr ;-)) ihre Vorurteile Sportlern gegenüber. Inzwischen bin ich sogar diejenige, die am lautesten jubelt, wenn wir uns live eine Spiel der Fraport Skyliners ansehen.

Viel eher als mit Marie kann ich mich hingegen mit Bea identifizieren, schließlich habe ich selbst drei Kleinkinder und weiß daher bei der Schilderung von Familienalltagschaosszenen sehr genau, wovon ich schreibe ;-) Und das scheinen meine Leser auch zu merken. Ich erhalte von vielen die Rückmeldung, dass Bea und ihre beiden wandelnden Atomreaktoren unter den Nebencharakteren die heimlichen Lieblinge sind.

Sabrina:

Die Chaostruppe rund um Bea, ja sie ist wirklich klasse. Ich bin aber ehrlich gesagt ganz froh, dass du es mit der Musik dann doch hast sein lassen, sonst wären wir vielleicht nie in den Genuss deiner Bücher gekommen. Aber jetzt erzähl mal. Wie ist das eigentlich mit Milan?

Emma:

Die Figur des Milan ist an zwei realen Vorbildern angelehnt: Zum einen an meinen Mann und zu anderen an dessen Freund aus seiner Zeit als aktiver Basketballer.

Der Freund meines Mannes lieferte in diesem Fall die Vergangenheit für Milan, die plötzlich nach vielen Jahren in Gestalt seines Vaters vor der Tür steht. Der „reale“ Vater ist übrigens inzwischen spurlos verschwunden. Eine Tatsache, die mit Sicherheit mit dessen im Roman beschriebenen „Geschäften“ zu tun hat.

Und dieser Freund meines Mannes ist da keine Ausnahme. Viele große Basketballer haben ihren Weg an die Spitze von ganz unten begonnen. Milans Idol Hakeem Olajuwon zum Beispiel wuchs in Nigeria in armen Verhältnissen auf. Auch Chris Anderson, bekannt als „the bird“, hatte keinen leichten Start ins Leben und musste einen Großteil seiner Kindheit und Jugend anstatt bei seiner Familie in einer Wohngruppe verbringen.

Und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Ich bewundere Menschen wie Hakeem oder Chris, die mit unbändiger Willenskraft und großer Disziplin erreichen, woran andere nicht einmal im Traum zu denken wagen.

Was jedoch den großen Wendepunkt in Band 2 angeht, der Milans Leben auf den Kopf stellt und sein ganzes, bisheriges Tun in Frage stellt … nun, den habe ich von meinem Mann übernommen. Der war früher nämlich selbst begeisterter und sehr talentierter Basketballer und ich bewundere ihn zutiefst dafür, dass er sich niemals vom Schicksal hat aus der Bahn werfen lassen und nach dem Prinzip lebt: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.

Milan – und sein Schicksal – sind also real. Das ist ebenso traurig wie schön, zeigt es doch, dass man niemals aufgeben darf und selbst aus schlimmen Erlebnissen etwas Gutes erwachsen kann. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gern Milans Teamkollegen Aaron: „Es gibt so viele Möglichkeiten, was noch Schlimmeres hätte passieren können. Darüber nachzudenken, ist hilfreicher, als Wände anzustarren. Und interessanter.“

Auch aus diesem Grund liegt mir dieser Roman ganz besonders am Herzen.

Sabrina:

Wenn die Figur des Milans deinem Mann so ähnelt, habt ihr euch dann auf eine ähnliche Weise kennengelernt wie Milan und Marie?

Emma:

Nein, zum Glück nicht. Da hätte ich sonst wohl weitaus heftiger reagiert als Marie *lach* Aber auch bei uns hatte das Kennenlernen über den Sport stattgefunden. Ich hatte zu der Zeit nämlich in einem Fitnessstudio zu trainieren begonnen. Mein Mann gab dort just for fun Spinningkurse (das ist so eine Art gemeinschaftliches Radfahren auf Standrädern zu fetziger Musik. Wer meinen Roman „Liebe und andere Fettnäpfchen“ kennt, wird wissen, was ich meine – und auch, was dabei alles schief gehen kann ;-)).

Im Gegensatz zu Marie und Milan jedoch mochten wir uns auf Anhieb (okay, eben abgesehen von ein paar kleinen Vorurteilen gegenüber Sportlern, die ich hatte *lach*). Jedoch mussten wir uns innerhalb eines Jahres drei Mal zufällig über den Weg laufen, bis auch die Rahmenbedingungen gepasst hatten, sprich, keiner von uns gerade in einer Partnerschaft steckte. Dann allerdings gab es kein Halten mehr und nach zwei Monaten folgte der Heiratsantrag ;-)

Seitdem habe ich eine ganze Menge über Basketball gelernt, aber auch darüber, dass man seinem Schicksal nicht aus dem Weg gehen kann ;-)

Sabrina:

Daraus schließe ich mal, dass du auch so eine positive Einstellung hast wie Aaron sie im Roman äußert?

Emma:

Absolut! Ich möchte meine Leser ein bisschen glücklicher machen. Humor ist ein Mittel dazu. Meine positive Einstellung zum Leben und auch zu Schicksalsschläge ein anderes.
Deshalb: Habt Träume! Habt große Träume! Und selbst wenn diese zerstört werden – träumt weiter! Es gibt noch so viele anderes, was sich im Leben erreichen lässt. Allen voran jedoch: Liebe.
Ich glaube fest an die Worte von Oscar Wilde: Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. J

Sabrina:

Ja an dieser Stell kann ich nur Danke sagen für die wirklich interessanten Einblicke hinter die Kulissen von „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ und viel Spaß und Erfolg weiterhin mit dem Schreiben.

So ihr Lieben, dass war es auch schon von Emma und mir und für euch gibt’s natürlich noch die Frage mit der ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt. Aber vorher werfen wir kurz einen Blick auf die tollen Preise, die Emma gesponsert hat.

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Das Mitmachen ist wie immer denkbar einfach. Hinterlasst hier drunter einfach einen Kommentar und beantwortet folgende Frage:

Wie würdet ihr es finden, wenn ein Autor eure Person mit allen Stärken und Schwächen als Vorlage für eine Romanfigur nehmen würde?

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Tourdaten im Überlick:

Buchvorstellung bei Tamara
Interview mit den Protagonisten bei Babara
Sportjournalismus bei Nadja
Wie viel Realität steckt in der Geschichte und den Protagonisten von Sabrina (hier)
Interview mit der Autorin bei Tine

2 Responses to Blogtour – „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ von Emma Wagner – Tage 4: Wie viel Realität steckt in der Geschichte und den Protagonisten

  1. karin sagt:

    Hallo und guten Tag,

    O.K. am Anfang ist es sicherlich ganz schon komisch und gewöhnungsbedürftig.

    Ich würde genau darauf schauen, wie mich die/der Autorin /Autor wirklich getroffen hat, ob alles wirklich so stimmt und auf mich zu trifft.

    Und mir dann Gedanken machen, ob ich wirklich so bin!

    LG..Karin..

  2. Ricarda Zöllmann sagt:

    Oh man schwere Frage. Ich würde es glaube ich gar nicht so schlimm finden. Dann sehe ich mich vielleicht aus einem ganz anderen Licht.
    Lg Ricarda; – )

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