Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

spielderzeit

Titel: Spiel der Zeit
Reihe: Die Clifton-Saga (Band 1)
Autor: Jeffrey Archer
Übersetzer: Martin Ruf
Verlag: Heyne
Genre: Roman
Seiten: 560
ISBN: 978-3-453-47134-4
Preis: 9,99 €

Harry Clifton ist ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter, seinen Großeltern und seinem Onkel in einer heruntergekommenen Wohnung in Bristol lebt. Sein Vater ist schon lange tot, angeblich im ersten Weltkrieg gefallen, doch in Wahrheit rankt sich ein großes Mysterium darum und deshalb kämpft seine Mutter um jeden Job den sie kriegen kann, denn anders als sein Vater und sein Onkel, soll Harry nicht am Hafen arbeiten, sondern etwas besseres werden. Das Glück scheint ihm gewogen zu sein, denn seine Stimme verzaubert alle die sie hören und so erhält er ein Chorstipendium an einer Eliteschule. Dort lernt er den jungen Giles Barrington kennen, der sein bester Freund wird. Aber der Vater von Giles scheint den jungen Harry zu hassen und auch die Mutter von Harry scheint nicht damit einverstanden zu sein, dass ihr Sohn eine enge Bindung zur Familie Barrington aufbaut, denn was der junge Schüler nicht weiß, ist, dass die Geschichten der beiden Familie eine tragische Verbindung hat.

Das Cover zeigt eine Frau die eine Straße entlanggeht, während sich neben ihr im Wasser ein großer Luxusdampfer befindet, aber auch ein kleines Ruderboot mit vier Personen. Das Cover ist sehr schön gemacht und es gefällt mir richtig gut. Leider kann ich nicht genau sagen, wer die Frau auf dem Cover ist und ob die vier Personen im Ruderboot eine tiefere Bedeutung haben oder ob sie sich einfach nur gut auf dem Cover machen. Das Motiv passt auf alle Fälle zu der Handlung, denn die Schifffahrt, aber auch die Arbeit am Hafen, spielen eine wichtige Rolle, obwohl diese lange Zeit nicht wirklich im Vordergrund stand, aber dennoch ist sie jederzeit präsent. Der Titel der Reihe ist eigentlich nur der Nachname des Protagonisten, also kann man da nicht viel falsch machen, aber der Titel des Buches will mir nicht ganz gefallen und passt auch nicht wirklich zu dem englischen Originaltitel “Only time will tell”. Allerdings ist es sicherlich auch schwierig eine passende und einprägende Übersetzung zu finden.

Es gibt mehrere Protagonisten in diesem Buch, wobei sich die Handlung jedoch immer um das Leben von Harry Clifton, aber auch um dessen Vergangenheit bzw. die Vergangenheit seiner Familie dreht. Während des Buches erlebt man die Handlung oder auch nur Teile davon um Wiederholungen zu vermeiden aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben Harry erlebt der Leser darf der Leser die Dinge auch noch durch die Augen von Harry’s Mutter, Harry’s Mentor, der wie ein Vater für den kleinen Jungen war, Harry’s besten Freund Giles, dessen Vater und Giles’ Schwester Emma sehen. Allerdings sollte man sich von der Vielzahl der Personen nicht abschrecken lassen, denn bis auf Harry wird jedes Person nur einmal in den Mittelpunkt gestellt, sodass man nicht immer zwischen den Charakteren herumspringt, sondern eine nach der anderen abhandelt. Dabei fügt sich nach und nach das ganze Bild zusammen und alle Fragen und Rätsel werden aufgeklärt. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich gehalten, aber allesamt sehr authentisch. Man konnte ihre Handlungen nachvollziehen und ihre Gefühle verstehen, auch wenn man als Leser nicht immer mit ihren Ansichten konform ging. Der Erzählstil ist anders und recht unkonventionell, was einerseits recht interessant ist, andererseits habe ich das Gefühl, dass durch den Sichtwechsel einige kleinere Probleme umgangen werden sollten. Als Beispiel möchte ich einige Probleme nennen, die sich aus der Sichtweise von Harry’s Mutter ergeben haben, welche dann aber nicht mehr thematisiert wurden, weil man den weiteren Handlungsverlauf aus der Sicht einer anderen Person gesehen hat. Außerdem fand ich es etwas merkwürdig, dass Harry so wenig von dem Tun seiner Mutter wusste, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Mutter und Sohn die im gleichen Haushalt leben so wenig voneinander wissen, auch wenn sie beide enorm beschäftigt sind. Außerdem fand ich es schade, dass eine Person die für ein wenig mehr Konfliktpotenzial gesorgt hätte, einfach zum Statisten degradiert und anschließend nicht mehr erwähnt wurde. Das Buch ist keinesfalls schlecht und die Erzählweise hat auf alle Fälle etwas an sich, da es spannend ist, wenn sich das ganze Puzzle Stück für Stück zusammensetzt, aber trotzdem gibt es einige Fehler in den Details, die wahrscheinlich nicht aufgetreten wären, hätte man die Geschichte nur aus der Sicht von Harry miterlebt. Allerdings ist das Kritik auf ziemlich hohem Niveau und den Charme der ganzen Geschichte machen eben die vielen unterschiedlichen Sichtweisen aus. Dass es der Autor geschafft hat, dass dem Leser, trotz mehrmaliger Betrachtung der selben Situation nicht langweilig wurde, muss man lobend erwähnen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, so dass einem die über 500 Seiten kaum auffallen. Für mich ist es ein gelungener Start in eine Saga, den ich jedem Leser empfehlen kann, der Dramen mit Liebe, Intrigen und Verrat mag und vergebe daher, wegen kleiner Detailfehler, die mir persönlich nicht gefallen haben,

4 von 5 Punkten.

3 Responses to Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

  1. Ascari sagt:

    Irgendwie erinnert mich dieses Cover ein wenig an die Jahrhunderttrilogie von Ken Follett … Besonders an „Winter der Welt“. Ich kenne zwar Jeffrey Archers Namen, habe aber von dem Autor noch nie etwas gelesen. Die Clifton-Saga klingt jedenfalls auch nach einer Art Familienchronik, so in der Art wie Folletts Trilogie.

    Liebe Grüße
    Ascari

    • sabrinaslesetraeume sagt:

      Huhu,
      vom Cover her kann ich dir recht geben, dass es nicht unähnlich ist. Da ich aber die Jahrhunderttrilogie nicht gelesen habe bis jetzt, kann ich inhaltlich leider keinen Vergleich anstellen. Das Cover bei historischen Büchern aber insgesamt oft ähnlich sind ist mir aufgefallen.
      Liebe Grüße
      Sabrina

      • Ascari sagt:

        Mir auch, also die Ähnlichkeit, meine ich :). Das scheint auch bestimmten Trends zu unterliegen, kommt mir vor. Die Jahrhundert-Trilogie solltest du zumindest anfangen, das erste Buch ist meiner Meinung nach auch das beste von den dreien. Nachdem ich ein bisschen ein Follett-Fan bin, lese ich ganz gerne Bücher von ihm, wenn ich auch nicht alle kenne :).

        Liebe Grüße
        Ascari

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