Sohpie McKenzie – du musst mir vertrauen

vertrauen

Titel: Du musst mir vertrauen
Autor:    Sophie McKenzie
Übersetzer: Ursula Pesch & Siegfried Pflüger
Verlag:  Heyne
Genre: Thriller
Seiten: 464
ISBN: 978-3-453-41448-8
Preis: 9,99€

Livy findet ihre beste Freundin Julia tot in deren Wohnung auf. Alles scheint auf einen Selbstmord hinzudeuten, denn vor allem Julias Familie, mit der die Tote nie ein gute Verhältnis hatte, meint, dass hinter ihrer lebensfrohen und aufgeweckten Fassade ein zutiefst verunsicherter und depressiver Mensch gesteckt hat. Doch Livy kann und will das nicht wahrhaben, immerhin glaubt sie Julia besser gekannt zu haben als alle anderen. Deshalb beginnt sie eigenmächtig nach der Wahrheit zu suchen, obwohl ihr alle, vor allem aber ihr Ehemann Will dringend davon abraten. Einzig und allein Damian, der aktuellste Freund von Julia, den sie angeblich sogar heiraten wollte, glaubt Livy und unterstützt sie mit allen Mitteln. Gleichzeitig erzählt er, dass Julia auf die Spur des Mörders von Livys Schwester Karen bekommen sei und wahrscheinlich deshalb sterben musste. Auf ihrer Suche geraten sie an eine Agentur, die mit Hilfe weiblicher Lockvögel die Treue von Männern testet. Aber es war nicht Damian, dessen Treue Julia überprüfen wollte, sondern die von Livys Ehemann Will, der vor sechs Jahren schon einmal fremdgegangen war. Hat er es erneut getan und ist sogar in den Mord an Julia verstrickt? Wer steckt wirklich hinter dem Mann an Livys Seite?

Das Cover legt den Fokus eher auf die Schrift, mit welcher der Titel auf das Cover gedruckt ist. Die Abbildung im Hintergrund sieht aus wie zerknülltes Papier und der Effekt wird durch die Struktur des Cover noch etwas verstärkt. Einen direkten Zusammenhang zum Inhalt kann ich allerdings nicht herstellen. Ansonsten gibt es noch einige Blutflecken, somit kann man schon einmal davon ausgehen, dass die ganze Sache ziemlich blutig wird. Nur der Farbton mit dem der Autorenname auf das Cover gedruckt wurde, ist für meinen Geschmack etwas zu hell und eintönig ausgefallen, so dass er sich ein wenig mit dem Rest des Covers beißt. Aber vielleicht ist das auch so gewollt. Der Titel hingegen passt genau zu der Handlung, denn Vertrauen spielt eine große Rolle in diesem Buch. Dieser Satz, kommt auch mehrmals in dem Buch vor und hat seinen Platz als Titel auf jeden Fall verdient.

Die Protagonistin Livy ist eigentlich eine typische Hausfrau. Während ihr Mann Will zur Arbeit geht und Karriere macht, ist sie zu Hause und hütet die Kinder. Dabei hat sie aber vor allem mit ihrer pubertierenden Tochter Hannah zu kämpfen, mit der sie sich eigentlich dauernd nur streitet, aber trotzdem würde sie alles für ihre Kinder tun, was ich auch mehr als einmal unter Beweis stellt. Ebenso läuft auch in ihrer Ehe schon lange nicht mehr alles rund, denn Will ist schon einmal fremdgegangen und jetzt hat sie Probleme damit ihm zu vertrauen. Diese Probleme ziehen sich durch das ganze Buch und geben der ganzen Sache Abwechslung, aber auch einiges an Konfliktpotenzial. Ansonsten ist Livy eine sehr sympathische Person, die sich im Laufe der Handlung wieder selbst entdeckt und einige vergessen geglaubte Eigenschaften wiederfindet. Darunter ihr Ehrgeiz, wenn sie sich einer Sache angenommen hat, aber auch ihr Durchhaltevermögen und ihren Dickkopf.

Was mir an der Geschichte besonders gut gefallen hat, war, dass man nicht vorhersehen konnte wer nun der Täter war. Es gab unzählige Möglichkeiten und ich habe immer wieder spekuliert wer es sein könnte, aber egal was ich auch angestellt habe, für keine Person gab es genügend Beweise um sie eindeutig als Täter zu identifizieren. Die Autorin hat einige falsche Fährten gelegt und den Leser bis kurz vor Schluss im Unklaren gelassen, bevor es dann zum großen Finale kam. Auch zu erwähnen sind die kurzen Passagen in denen der Täter über seine Vergangenheit und seine Morde spricht. Dabei ist es so geschrieben, als ob er dem Leser gegenüber sitzt und aus dem Nähkästchen plaudert. Das hat zwar nicht wirklich viel mit der Handlung an sich zu tun, aber es dient als Auflockerung für zwischendurch und war ganz interessant zu lesen.

Der Spannungsbogen ist mir für einen Thriller die meiste Zeit  zu flach, denn lange Zeit jagen Livy und Damian nur einem Phantom hinterher. Der Täter an sich tritt erst sehr spät in dem Buch in Aktion und selbst da steigt der Spannungsbogen nicht enorm an. Für mich ist eigentlich nur ein etwas besserer Krimi. Der Stil ist hingegen richtig gut und man konnte das Buch schnell lesen. Für Leser die nicht den absoluten Thrill wollen, aber ansonsten eine gute und spannende Geschichte lesen wollen kann ich das Buch empfehlen und von mir gibt es

3.5 von 5 Punkten

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