Sophie Kinsella – Schau mir in die Augen, Audrey

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Titel: Schau mir in die Augen, Audrey
Autor: Sophie Kinsella
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch
Seiten: 381
ISBN: 978-3- 570-17148-6
Preis: 14,99€

Dieses Buch ist sicherlich eines der Bücher über die ich in den letzten Monaten eine Menge gelesen habe. Die Meinungen waren sehr einstimmig positiv und ich bin daher schon mit gemischten Gefühlen reingestartet, denn ich finde es immer etwas seltsam, wenn ein Buch so einstimmig hochgejubelt wird. Leider musste ich auch schnell feststellen, dass mein Bauchgefühl in diesem Fall rechtbehalten hat und das Buch mir nicht wirklich zusagt. Dabei ging es nicht um den Stil, denn dieser war altersgerecht und auch leicht und locker zu lesen, sondern um die Inhalte und das Konzept an sich.

Inhaltlich geht es um Audrey, welche in der Schule ein böses Trauma erlebt hat und ihre leicht schräge Familie. Während Audrey sich nicht mehr aus dem Haus traut, Panik vor fremden Menschen hat und überall nur mit Sonnenbrille anzutreffen ist, versucht ihre Familie ihr zu helfen, damit sie wieder in ein normales Leben zurückfindet. Doch auch ihre Familienmitglieder haben ihre Probleme. Anne, Audreys Mutter, glaubt alles, was sie in einer Zeitung liest und ihre Familie ist das Versuchsfeld, außerdem ist sie total überbesorgt. Chris, der Vater, hat nicht wirklich etwas zu melden und im Leben von Audreys Bruder Frank dreht sich alles nur um ein Computerspiel. Als ihre Therapeutin Audrey zu einem Dokumentarfilm überredet, kommt der hübsche Linus, ein Kumpel ihres Bruders Frank, immer häufiger vor Audreys Linse und zwischen den beiden beginnt sich langsam etwas anzubahnen.

Soweit die Geschichte wie sie nach dem Klappentext und auch dem ersten Eindruck laufen sollte. Leider muss ich sagen, dass sie einfach so nicht stattfindet. Audrey hat wirklich einen Haufen Probleme, ist aber sehr sympathisch und eine echte Kämpferin. Ihre Geschichte könnte perfekt sein, aber leider wird sie von ihrem Bruder stark aus der Rolle der Protagonistin gedrängt. Denn es geht viel mehr um seine vermeintliche Computerspielsucht als um Audrey. Ich fand es sehr schade, dass ihr so der Rang abgelaufen wurde, denn dadurch fehlte es mir deutlich an Tiefe um mit Audrey mitfühlen zu können. Zusätzlich hat der Aufbau der Geschichte mich insgesamt sehr verwirrt. Zum einen fand ich den Gesamtaufbau nicht gut gemacht, denn der Prolog findet an einem Tag X statt auf welchen dann auf den ersten 180 Seiten hingearbeitet wird, dann fällt die Szene komplett aus und es geht in der Zeit danach weiter. Dieses Konzept einfach wahllos etwas aus der Mitte herauszurupfen, finde ich einfach nicht gut. Zum anderen haben mich die Zeitsprünge enorm gestört. Man wusste nie wo man sich gerade befindet und wieviel Zeit zwischen den einzelnen Ereignissen vergangen ist. Dadurch wurde das Gefühl außen vor zu stehen nur noch mehr verstärkt.

Am schlimmsten jedoch fand ich den Umgang mit der Ursache für Audreys Ängste. Die Therapeutin und die Art wie dargestellt wird, dass man damit umgehen soll ist einfach unverantwortlich. Es ist ein Jugendbuch und es gibt mehr Jugendlichen mit Problemen dieser Art. Man kann nicht einfach hinschreiben, dass es egal ist, was in der Vergangenheit war und sich nur auf das Hier und Jetzt und die Zukunft konzentrieren soll. So funktioniert Traumabewältigung nun mal einfach nicht und sowas sollte man auch nicht in Jugendbücher schreiben, denn diese Ratschläge könnten angenommen werden und dann zu noch größeren Schäden führen.

Da ich aber nicht nur meckern möchte, muss ich auf jeden Fall noch positiv erwähnen, dass es mir die Charaktere der Geschichte aber sehr gut gefallen haben, da jeder seine eigene Geschichte hatte, die auch sehr gut ausgearbeitet, vielfältig und voller Details waren. So konnte man sich auf jeden Fall zu jedem der Charaktere ein Bild machen und sie sich vorstellen, denn auch wenn ich mit Audrey selbst keinerlei Schnittpunkte hatte, so konnte ich mich zumindest als Teil vom Rest der Familie sehen, was ein kleiner Pluspunkt war.

Dennoch war ich insgesamt ziemlich enttäuscht von diesem Buch und vergebe auch nur

2 von 5 Punkten.

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