A.J. Waines – Todesdunkel

todesdunkel

Titel: Todesdunkel
Autor: A.J.Waines
Übersetzer: Wolfgang Seidel
Verlag: blanvalet
Genre: Thriller
Seiten: 448
ISBN: 978-3- 7645-0507-3
Preis: 14,99€

Eines Morgens im September erhält die Psychologin Juliet Grey eine SMS von einer ihr unbekannten Nummer. Sie soll zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer Brücke in London sein. Zuerst zögert sie, aber am Ende gewinnt doch ihre Neugier und die macht sich auf den Weg, nur um mit ansehen zu müssen wie die Leiche einer Frau aus der Themse gezogen wird. Juliet gefriert bei diesem Anblick das Blut in den Adern, aber es kommt noch schlimmer, denn die tote trägt ihre Kleidung. Schon bald gerät sie in den Fokus der Ermittlungen, aber der Detective Brad Madison glaubt an ihre Unschuld. Gemeinsam machen sie sich auf die Jagd nach einem irren Mörder, der bald darauf wieder zuschlägt. Was soll Juliet tun und was hat der Brand ihres Elternhauses, in dem ihr Bruder umgekommen ist, mit der ganzen Sache zu tun?

Das Cover zeigt eine Brücke, ein Boot und einige Vögel, die über das Wasser fliegen. Der Hintergrund ist in einem grau-weißen Ton gehalten und soll wahrscheinlich Nebel darstellen, was absolut zu London passt. Obwohl auf dem Cover nicht viel zu sehen ist und der Name der Autorin einen großen Teil davon einnimmt, passt es hervorragend zu dem Buch. Worauf sich der Titel bezieht hat sich mir jedoch nicht vollends erschlossen. Womöglich eine Anspielung darauf, dass die Leiche der Frau mitten in der Nacht an der Themse abgelegt wurde.

Die Protagonistin Juliet ist eine sympathische, aber manchmal auch etwas schwierige Persönlichkeit, welche den Mörder auf eigene Faust finden will, wenn die Polizei nicht in die Richtung ermittelt, die sie für die Richtige hält. Dabei geht sie auch unkonventionelle Wege und konsultiert mehrmals ein Medium um an Informationen zu kommen.  Andererseits scheut sie auch nicht davor zurück zu lügen und das Gesetz ein wenig zu Recht zu biegen um an ihre Ziele zu kommen. Außerdem befindet sie sich gerade in einer schwierigen Zeit, denn sie hat sich erst vor kurzem von ihrem Freund getrennt und der Tod ihres Bruders lastet immer noch schwer auf ihren Schultern. Verschlimmert wird die ganze Situation auch noch, als sie im Laufe ihrer Nachforschungen herausfindet, dass die Ursache seines Todes womöglich gar kein tragischer Unfall war.

Die Geschichte ist ziemlich dicht aufgebaut und es gibt immer wieder neue Verdächtige und Richtungen in welche die Ermittlungen gehen, aber bis zum Schluss bleibt die Identität des Täters geheim. Allerdings ist es eine Person die mehrmals während der Handlung auftaucht und deshalb war ich von der Enthüllung ziemlich überrascht. Ebenso von dem Motiv mit dem die grauenhaften Taten gerechtfertigt wurden.

Die Autorin, welche selbst mehr als 15 Jahre als Psychotherapeutin gearbeitet hat, lässt ihre Erfahrungen in das Buch und in ihre Protagonistin einfließen. So erfährt man ein wenig über diesen Beruf und Juliet hat auch den Hang jede Person auf die sie trifft zu analysieren. Was mich ein wenig irritiert hat ist, dass Brad sie in seine polizeilichen Ermittlungen eingebunden hat, da er der Meinung war, dass Juliets Fähigkeiten nützlich sein könnten. Dagegen will ich gar nichts sagen, aber es kommt mir etwas merkwürdig vor, dass die Londoner Polizei anscheinend keine eigenen Psychologen hat, die sie mit diesen Aufgaben betrauen könnten. Zumindest hat das Buch mir das vermittelt. Zwar nur ein kleiner Kritikpunkt, aber meiner Meinung nach erwähnenswert.

Der Stil war zwar angenehm zu lesen, aber leider hat mir bis auf die letzten 30-40 Seiten ein wenig die Spannung gefehlt, was meiner Meinung nach einen guten Thriller ausmacht. Obwohl Juliet die ein oder andere Dummheit begangen hat, hatte ich nie das Gefühl, dass sie wirklich in Gefahr schwebte. Trotzdem kann ich das Buch für alle Freunde von gut durchdachten Geschichten mit einer überraschenden Wende am Ende empfehlen, vergebe aber wegen des niedrigen Spannungsfaktors allerdings nur

3.5 von 5  Punkten

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