Michaela Grüning – Ohne Ziel ist der Weg auch egal

zielweg

Titel: Ohne Ziel ist der Weg auch egal
Autor: Michaela Grüning
Verlag: Knaur
Genre: Roman
Seiten: 352
ISBN: 9783426516522
Preis: 9,99€

Lenja ist eine attraktive, selbstbewusste junge Frau, die ihren Lebensunterhalt als erfolgreiche Drehbuchautorin einer deutschen Krimiserie verdient. Ihr Chef Tim ist gleichzeitig ihr bester Freund und eigentlich könnte das Leben so wunderschön sein, doch Lenja hat Liebeskummer, denn ihr über alles geliebter Freund Ben hat sie einfach so verlassen. Gut, da war die Wette mit Tim, die sie verloren hatte und deshalb einen anderen Kerl küssen musste, aber das war ja nichts Ernstes! Nachdem nun mehrere Versuche seine Liebe zurückzugewinnen gescheitert sind,beschließt sie, dass die außergewöhnliche Situation auch eine außergewöhnliche Maßnahme erfordert. Daher lässt sie sich von ihrer besten Freundin so herrichten, dass sie wie eine alte Frau aussieht, um sich dann heimlich in das Altenheim einzuschleusen, in dem ihr Ben als Arzt arbeitet. Wird Lenja es schaffen ihren Freund zurückzugewinnen, oder scheitert sie auch dieses Mal?


Das Cover ist dem Titel nachempfunden und beschreibt den Inhalt eigentlich ganz gut. Jede Menge Wege, auf welchen Männer und Frauen gehen, aber kein wirkliches Ziel vor Augen haben. Ziemlich mittig gehalten ist auch noch ein Herz abgebildet, so dass man gleich erkennt, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Der Titel rechnet ein wenig mit dem alten Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ ab, denn der Weg kann noch so gut sein, ohne ein Ziel vor Augen lohnt es sich nicht einen Weg zu beschreiten.

Die Protagonistin Lenja ist eigentlich eine selbstbewusste Frau und weiß was sie will, aber mit der Tatsache, dass sich Ben von ihr getrennt hat, kommt sie einfach nicht klar. Sie hat sich eine Zukunft mit ihm ausgemalt, welche nun in Scherben vor ihr liegt, und das will so einfach nicht akzeptieren. Sie ist verständnisvoll, hilfsbereit, aber auch ziemlich schnell eifersüchtig, was eine sehr interessante Mischung ergeben hat.

Zugegebenermaßen am Anfang war ich ihr gegenüber äußerst skeptisch, denn ich habe mich wirklich gefragt, was das den nun werden soll, aber mit der Zeit bin ich mit ihr warm geworden und sie wurde dann doch recht sympathisch. Allerdings gab es einige Rentner, allen voran Leopold und Gloria, die ihr in Sachen Sympathie den Rang abgelaufen haben und von denen ich gerne mehr hören würde. Vor allem Leopold hab ich durch seine direkte und schelmische Art schnell ins Herz geschlossen.

Die Geschichte ist in wenig anders als die klassischen Liebesgeschichten, denn so ganz nebenbei ist auch ein kleiner Krimi in der Geschichte enthalten, bei dem Lenja, als alte Dame verkleidet, zusammen mit den anderen Rentnern Detektiv spielt. Die dritte Baustelle sind die beiden besten Freunde von Lenja mit ihren ganz eigenen Problemen. Obwohl mich der Anfang ein wenig abgeschreckt hat, bin ich doch froh, dass ich weitergelesen habe. Vor allem die Bewohner des Altenheimes hatten es teilweise faustdick hinter den Ohren, was mich das ein oder andere ordentlich lachen liess, aber auch Lenjas Erkenntnis, dass es auch bei älteren Mensch noch Liebe, Eifersucht und Leidenschaft gibt, hat mir gut gefallen.

Die Spannung war recht moderat gehalten, aber in erster Linie war es auch mehr eine Liebesgeschichte als ein Krimi. Der Humor hat mir gut gefallen und der Stil war flüssig und angenehm zu lesen, so dass ich sehr gut durch das Buch getragen wurde. Allerdings fürchte ich, dass mir das Buch nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird, denn durch den flachen Spannungsbogen, gab es keine großartigen Höhe- und Tiefpunkte, welche so richtig einprägsam gewesen wären. Dennoch ist es für eine Unterhaltung zwischendurch bestens geeignet und für Leser, die nach einer lockeren Liebesgeschichte ohne viel Herzschmerz, aber mit viel Humor und ein wenig Spannung suchen, kann ich das Buch empfehlen und vergebe insgesamt

3.5 von 5 Punkten.

3 Responses to Michaela Grüning – Ohne Ziel ist der Weg auch egal

  1. Evy sagt:

    Das Cover ist schön! Trotzdem frage ich mich, ob Drehbuchautoren wirklich ein einfaches Leben haben, in dem man locker mit Liebesgeschichten jonglieren kann. Künstler müssen oft als Protagonisten herhalten, weil sie besonders sind. Aber solche Besonderheiten können sehr hinderlich sein.

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Ich denke, dass gerade solche Berufe dafür herhalten müssen, weil es einfacher ist, da man ihnen flexible Arbeitszeiten und Homeoffice unterschieben kann. So eine Situation kann man nicht mit einer Sekräterin in Vollzeit arrangieren, aber du hast auf jeden Fall recht, es gibt sehr wenig „normale“ Angestellte mehr in den Rollen der Protagonisten.

      • Evy sagt:

        Das wäre aber eine gute Idee! Ich meine… im Beruf passiert so vieles. Warum das nichtmal leserfreundlich aufbereiten und eine coole Geschichte darüber schreiben *notier*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.