Stefan Zweig – Schachnovelle

Schachnovelle(1)

Titel: Schachnovelle
Autor: Stefan Zweig
Verlag: Edition Anaconda
Genre: Novelle
Seiten: 128
ISBN: 978-3-86647-897-8

Ein ganzes Schiff wird von der Lust am Schachspielen befallen. Doch warum? Der Schachweltmeister Czentovic findet sich an Bord dieses Schiffes und der Erzähler würde gerne mehr über ihn erfahren. Doch da Czentovic ein wenig umgänglicher Mensch ist, will der Erzähler ihn über eine List, das Schach spielen nämlich, anlocken. Als dies gelingt, wird jedoch nicht nur Czentovic sondern auch ein unerscheinbarer, gepflegter Mann angelockt, Dr. B., welche offensichtlich eine Menge Ahnung vom Schach hat. Bei einem Gespräch mit dem Erzähler, erzählt er schließlich wie ihm das Schachspiel nach der Gefangennahme durch die Gestapo das Leben gerettet hat.

Eine Geschichte über das Spiel der Könige hört sich auf den ersten Blick weder besonders spannend noch interessant an und gerade für jemanden der vielleicht nicht selbst Schach spielt sogar unattraktiv. Doch hinter diese Geschichte steckt so vieles mehr. Zwei Schicksale – Czentovic und Dr.B- so tief mit diesem Spiel verwoben, dass es für beide kein Spiel mehr ist. Während der eine es nutzt, um seinen Bauerndorf zu entfliehen und Ruhm und Reichtum zu ernten, meidet es der andere bewusst, denn obwohl es ihm das Leben gerettet hat, so weiss er auch wie nah Genie und Wahnsinn beianderliegen.

Es ist eine Geschichte, die nicht auf den Zeilen stattfindet. Sie steht zwischen den Zeilen des Buches und erzählt von Wahnsinn, Besessenheit, Ausweglosigkeit, schrecklichen Taten und auch von einem Erzähler, der sein ganz eigenes Schachspiel treibt, um etwas zu erreichen und dabei irgendwann vor der Entscheidung steht seine, sehr lebendige, Spielfigur zu opfern oder sich geschlagen zu geben. Es ist durch und durch ein Kampf um Moral, Anstand und Verstand, der sich schnell liest und den Leser in einen Strudel aus Ereignissen zieht, welche besser konstruiert nicht seien könnten.

Es ist aber auch eine Geschichte, welche man nicht nur lesen muss. Man muss über sie nachdenken und sie verstehen. Man kann dieses Buch nicht einfach lesen und vergessen, wenn man es begreifen möchte, aber man muss es nicht begreifen, um unterhalten zu werden.

Mit dieser Geschichte hat der Autor ein ganz außergewöhnliches Werk geschaffen, welches nicht umsonst schon ein Klassiker der Moderne ist und an vielen Schulen gelesen wird. Ich kann es jedenfalls nur allerwärmstens empfehlen und gebe hierfür

5 von 5 Punkten.

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