[Rezension] Charaipotra/Clayton – Dein letztes Solo

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Titel: Dein letztes Solo
Autor: Sona Charaipotra & Dhonielle Clayton
Verlag: Heyne fliegt
Genre: Jugendthriller
Seiten: 480
ISBN: 978-3-453-26987-3
Preis: 12,99€

Die russische Ballettakademie in Manhattan ist eine der Angesehensten im ganzen Land. Giselle, genannt Gigi, Bette und June haben die große Ehre dort trainieren zu dürfen, doch die Konkurrenz ist groß. Jede von ihnen möchte gerne die Hauptrolle im Nussknacker tanzen, die Primaballerina sein und die große Chance nutzen ein renommiertes Ensemble auf sich aufmerksam zu machen. Jede von ihnen trainiert sehr hart, doch auch Gemeinheiten und fiese Methoden sind an der Tagesordnung, denn für ihren großen Traum würde manch einer auf der Akademie einfach alles tun, egal welchen Preis es kostet.

Das Cover ist mir durch seinen kräftigen, pinken Farbton gleich ins Auge gefallen und die Ballerina darauf stellt eines der Mädchen und gleichzeitig das Thema des Buches dar. Ich würde sie am ehesten für June halten, denn sie hat asiatische Einschläge. Obwohl die Haltung auf dem Cover durchaus grazil ist, so hat sie gleichzeitig auch etwas aggressives an sich, so dass man gleich spüren konnte, dass dieses Buch konfliktträchtig wird und auch die Scherben bekommen im Verlauf des Buches immer wieder wichtige Rollen. Insgesamt hat mir die Aufmachung gefallen und auch der Titel hatte eine gewisse Drohung, welche mitschwang, um die Aussagekraft des Bildes nochmal zu unterstreichen. Gestört hat mich aber klar der Klappentext, denn dieser stellte ein vollkommen falsches Bild der Situation her. Wenn die 3 Mädchen eines nicht waren, dann Freundinnen.

Während Bette der Inbegriff des russischen Ballettideals ist mit ihrer hellen Haut und den blonden Haaren, sind June mit ihrer halbkoreanischen Abstammung und Gigi mit ihrer schwarzen Haut eher für Außenseiterrollen prädestiniert, doch sie wären nicht auf dieser Schule, wenn sie sich damit zufriedengeben würden. Sie trainieren härter, hungern mehr und ihre Nerven sind zum zerreißen gespannt. Jede muss Methoden finden damit umzugehen und diese sind so verschieden wie die Mädchen selbst. Während Bette ihren Stress gerne an anderen Mädchen auslässt und diese mobbt, zieht sich June ganz in sich zurück und redet mit niemandem. Einzig Giselle versucht echt Freundinnen zu finden und die Sache gemeinschaftlich durchzustehen, doch als sie dabei versehentlich Bettes Freund Alec zu nahe kommt, spitzt sich die Lage zwischen den Mädchen zu.

Die Geschichte und die Protagonistenkonstellation klingt zwar auf den ersten Blick sehr spannend, allerdings konnten mich die Geschehnisse nicht wirklich mitreissen und hatten keinen Thrillercharakter. Es war spannend und es gab einen gewissen Psychoterror, aber dieser ging mir als Leser überhaupt nicht unter die Haut. Ich kann mir zwar mit meinem Verstand vorstellen, wie groß der Druck für die Mädchen auf so einem Konservatorium sein muss, aber in der Geschichte selbst wurde es zwar oft erwähnt, war für mich aber einfach nicht fühlbar. Ich denke, dass dies vor allem an den vielen Perspektivwechseln lag, denn jedes Kapitel war aus der Sicht einer anderen Protagonistin geschrieben und auch nur im Schnitt 10 Seiten lang. Dadurch ging mir die Tiefe verloren und auch die Möglichkeit mich in die Mädchen hineinzuversetzen, denn so schnell konnte ich mich gar nicht auf eine einstellen, wie schon wieder die nächste dran war.  So wurde leider von Anfang an verhindert, dass ich richtig in das Buch rein kam und dann zog es sich wie Kaugummi bis zum Ende, weil ich immer irgendwie außen vor bleib.

Daher muss ich sagen, dass dieses Buch insgesamt leider weit hinter den Erwartungen zurückblieb, welche ich nach der Außengestaltung hatte und so kann ich auch nur

2 von 5 Punkten

vergeben.

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