Dorothea Flechsig – Ritter Kahlbutz

Titel Kahlbutz

Titel: Ritter Kahlbutz – Besuch aus der Vergangenheit
Autor: Dorothea Flechsig
Illustrator: Jörg Kreutziger
Verlag: Glückschuh
Genre: Kinderbuch (ab 8 Jahren)
Seiten: 176
ISBN: 978-3-943030-40-2
Preis: 12,95€

Das Leben von Nils ist nicht einfach. Seine Mitschüler Sven und Toni haben ihn auf dem Kieker, sein Vater ist der Bürgermeister und seine Mutter ist oft unterwegs. Doch alles soll sich ändern als der neueste Streich von Sven und Toni nach hinten losgeht. Die beiden Rabauken entführen die Mumie von Ritter Kahlbutz aus ihrer Gruft im Dorf und postieren sie auf Nils Heimweg, damit dieser sich so richtig erschreckt. Doch der Plan geht nicht auf. Als ein Blitz in die Laterne einschlägt, erwacht die 300 Jahre alte Mumie zum Leben. Es ist gerade Nils mit dem sich der Ritter dann anfreundet und einen Pakt ausmacht, der ihn erlösen und Nils künftig vor Sven und Toni schützen soll. Ob das in einer Zeit, die dem Ritter so fremd ist, wirklich gelingen kann?

Da ich dieses Buch auf der Buchmesse wirklich eher sehr zufällig bekommen habe, hat hier weder Cover noch Klappentext meine Kaufentscheidung beeinflußt und so war ich sehr gespannt, was mich und meinen Zwerg am Ende so erwartet. Die Außengestaltung fand ich aber mit den kräftigen Farben, dem Ritter und den Autos, welche gleich zeigten, dass man sich in der Gegenwart befand sehr ansprechend, gerade für die Zielgruppe, und auch der Konflikt, welchen die Thematik mit sich bringt, fand ich hier – ebenso im Titel – gut herausgestellt.

Der Einstieg in das Buch liefert auch gleichzeitig eine gute Charakterisierung der Charaktere, so dass man gleich weiss mit wem man es zu tun bekommt. Nils ist übergewichtig, der Sohn des Bürgermeisters, ziemlich schüchtern und ängstlich. Kurzum: Das perfekte Opfer für Sven und Toni, die immer gerne die Schwächeren ärgern und ihnen Streiche spielen. Nils hat es ihnen besonders angetan, da er sich nicht wirklich wehrt.

Damit sind die Fronten geklärt und nur die eigentliche Hauptfigur Kahlbutz fehlt noch. Doch auch dieser wird mit einem recht großen Gruselfaktor eingeführt. Ich möchte nicht zu viel verraten, jedoch eines ist klar: 300 Jahre Fortschritt überfordern den armen Kahlbutz total und so ist das Chaos quasi vorprogrammiert.

Wer sich nun an dem Wort Gruselfaktor gestoßen hat, braucht sich keine Sorgen machen. So gruselig wie es losgeht, so abenteuerlich und lustig wird es auf den restlichen Seiten und die Gruselei vom Anfang gehört bald der Vergessenheit an. Auch sonst kann man sich sehr gut in den Stil der Autorin einlesen und bis auf ein paar Wörter am Anfang gab es bei uns auch recht wenig Erklärungsbedarf.

Was für uns ein kleines Manko war, waren die Gedichte unterwegs. Sie waren süß gemacht und immer wieder in die Kapitel eingebaut, haben aber für uns sprachlich aber einen so großen Bruch dargestellt, dass wir an diesen Stellen immer wieder aus dem Tritt kamen.

Besonders gefallen haben uns dafür die Illustrationen, welche sehr liebevoll gestaltet waren und das Ganze noch ein bisschen lebendiger gemacht haben als es ohnehin schon war.

Insgesamt können wir sagen, dass es ein schönes Buch war mit vielen überraschenden Stellen und Wendungen, so dass wir, auch wenn uns die Gedichte etwas dem Rhythmus gebracht haben, sehr viel Spaß damit haben und hier solide

4 von 5 Punkten

vergeben können.

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