[Rezension] Shlomo Graber – Denn Liebe ist stärker als Hass

shlomo

Titel: Denn Liebe ist stärker als Hass
Autor: Shlomo Graber
Verlag: Riverfield
Genre: Autobiographie
Seiten: 402
ISBN: 978-3-9524463-0-0
Preis: 29,90€

Shlomo Graber wurde 1926 in Ungarn geboren. Seine Kindheit wurde vor allem durch seinen Großvater geprägt, der ihm schon in jungen Jahren eine wichtige Botschaft übermittelt hatte. Damals war Shlomo zwar noch zu jung ,um den ganzen Sinn zu erfassen, aber er hatte sie im Herzen behalten und es ist auch seine frühste Erinnerung. Da seine Familie arm war, musste Shlomo schon recht früh die Schule abbrechen und hart arbeiten, damit er seine Familie unterstützen konnte. Trotzdem war er immer wieder bereit etwas neues zu lernen und enorm wissbegierig. Mit 18 Jahren wurden er und seine gesamte Familie deportiert und nach Auschwitz gebracht, wo man den Großteil seiner Familie tötete. Nur sein Vater und er selbst gehörten zu den Wenigen, die nicht nur Auschwitz, sondern auch den Todesmarsch von Görlitz überlebten. Nach seiner Befreiung versuchte Shlomo zwar sein altes Leben wieder aufzunehmen, beschloss aber schnell den Traum seiner Mutter zu verwirklichen und irgendwann nach Israel auszuwandern. Das schaffte er drei Jahre später. In Israel diente er sieben Jahre lang in der Armee, bevor er schließlich ins Zivilleben zurückzog. Heute verbringt er seinen Lebensabend mit seiner Frau in der Schweiz und erzählt von seinen Erlebnissen.Man könnte denken, dass es eine Biografie wie von vielen anderen Überlebenden auch ist, aber diese hier ist anders. Shlomo erzählt nämlich nicht nur von den Grauen des Holocaust. Er will sie keinesfalls verharmlosen oder kleinreden, aber er erzählt viel lieber von den schönen und lustigen Dingen in seinem Leben. Natürlich wollte er auch Vergeltung für sein Leid und er hat auch eine gewisse Genugtuung empfunden, als er bei einigen Hinrichtungen von deutschen Kriegsverbrechern teilgenommen hat, aber ihm war immer bewusst, dass es nichts bringt nur noch zornig oder verbittert zu sein. Shlomo hat sein Leben weiter gelebt, hat versucht das Beste daraus zu machen, hat seinen Träumen hinterhergejagt und hat die Zeit seiner Gefangenschaft als Teil seiner Vergangenheit akzeptiert. Mit dieser Erzählungen kann er dem Leser zwei Dinge vermitteln: Erstens, noch einmal das Leid, welches die Menschen während des Holocaust ertragen mussten. Was er durchmachen musste und wie oft er nur knapp dem Tode entkommen war und zweitens, dass man trotz allem was ihm widerfahren ist, noch ein schönes und erfülltes Leben haben kann. Dieser Mann ist wirklich etwas besonderes und es hat mir wirklich gut gefallen seine Biographie zu lesen. Sie ist so geschrieben, dass man meinen könnte, Shlomo säße direkt vor einem und würde über sein Leben berichten. Deshalb wurde auch im Buch immer wieder einmal ein wenig vorgegriffen, um anschließend wieder auf den eigentlich Punkt zurückzukommen. Wie es halt so ist, wenn man eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt. Ganz besonders interessant fand ich seine Ansichten zur Welt wie wir sie heute kennen und welchen Rat er gibt, um uns auf der Suche nach unserem persönlichen Glück zu helfen.

Diese Biographie sollte man gelesen haben, denn sie ist weder trocken noch langweilig, sondern besitzt, trotz eines enorm ernsten Themas, viel Witz und Charme. Das Leben von Shlomo Graber ist bewegend und die Biographie wirklich sehr gelungen. Auch das Cover macht etwas her, da es zum Großteil einen Stacheldrahtzaun zeigt, der die Konzentrationslager darstellen soll. Dazu kommen dann zwei Photos von Shlomo: Einmal in jungen Jahren und einmal in der heutigen Zeit und auch der Titel ist gut gewählt und beschreibt die wichtigste Lebensweisheit, die er uns geben kann. Auch jene, die nicht so gerne Biographien lesen, sollten einen Blick riskieren, denn es ist sicher ganz anders als ihr es euch vorstellt. Von mir gibts jedenfalls

5 von 5 Punkten

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