[Rezension] Ralph Dohrmann – Eine Art Paradies

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Titel: Eine Art Paradies
Autor: Ralph Dohrmann
Verlag: Arche
Genre: Roman
Seiten: 354
ISBN: 978-3-7160-2726-4
Preis: 22,99€

Walter von Quant stammt aus einer alten Adelsfamilie und ist dementsprechend vermögend. Nach dem Selbstmord seiner geliebten Frau, mit der er lange Zeit verheiratet war, zog er aus dem gemeinsamen Haus aus und kaufte sich ein kleines
Haus im Grünen. Dort lebt er nun seit mehreren Jahren ohne Fernseher, Handy, Computer oder irgendwelche anderen telekommunikativen Medien. Es gibt auch
keine Zeitung und sogar auf eine Uhr verzichtet er. Sein Leben besteht aus langen Spaziergängen im Grünen oder dem Sitzen unter der großen Pappel vor seinem Haus, wo er seinen Gedanken nachhängt. Einmal im Jahr fährt er jedoch in die Stadt um mit seinen Freunden Annas Geburtstag zu feiern und um am Tag darauf, ihrem Todestag, an ihr Grab zu gehen. In diesem Jahr passiert jedoch etwas besonderes, denn völlig unverhofft fällt ihm eine Frau, die von jemandem gestoßen wurde, vor die Füße. Natürlich hilft er ihr auf und findet sie sofort attraktiv. Als er seinen Freunden von der Begegnung erzählt sind diese Feuer und Flamme ihn mit der Frau zu verkuppeln und beschließen im Internet eine Anzeige aufzugeben. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse und Walters Leben wird ordentlich aus den Fugen gebracht.

Das Cover ist relativ schlicht gehalten und zeigt ein Blatt in vielfacher Vergrößerung und rot-weiß statt grün. Der Titel ist gut gewählt, denn für Walter, der gelernt hat sein Leben, auch ohne ständige Erreichbarkeit oder geistige Zerstreuung durch Fernsehen oder Internet zu leben, ist sein Häuschen im Grünen eine Art Paradies. Er muss sich um nichts Sorgen machen, was ihn nicht persönlich betrifft, muss keine Termine einhalten und kann im Prinzip tun und lassen wonach ihm der Sinn steht.

Obwohl ihn seine Nachbarn und auch Freunde für kauzig und seltsam halten ist er ein liebenswerter und hilfsbereiter Mensch. Nach dem Tod seiner Frau, für den er einfach keine Erklärung finden konnte, hat er es in der Stadt nicht mehr ausgehalten und ist aufs Land gezogen. Er ist neuem gegenüber aufgeschlossen und versucht seine Mitmenschen zu verstehen. Außerdem geht er gerne spazieren und genießt einfach sein Leben.
Die Geschichte ist schwierig einzuordnen, aber am ehesten würde ich sie zum Bereich Gesellschaftskritik zählen. Sie regt zum Nachdenken an und zeigt wie die Menschen heutzutage sind und dass es vielleicht auch ratsam ist nicht immer nur auf der Überholspur zu sein. Das man auch einmal inne hält und das Leben genießt. Des Weiteren werden noch einige andere Themen angesprochen die aktuell sind. z.B.: Fracking.

Das größte Manko an diesem Buch waren eindeutig die fehlenden Satzzeichen, denn es war oftmals enorm schwer herauszufinden wann gesprochen wird bzw. wer spricht. Bis man sich erstmal daran gewöhnt hat, ist das Buch relativ anstrengend und ermüdend zu lesen. Auch die Wortwahl und die Formulierungen sind eigen und es hat ein wenig gedauert, bis ich mich vollends in das Buch eingefunden hatte.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich keine eindeutige Empfehlung aussprechen kann, denn das Buch, die Thematik und die Aufmachung sind dermaßen speziell, dass sich jeder selbst eine Meinung bilden sollte. Ich selbst befinde mich in einem gewissen Zwiespalt und vergebe deshalb

3.5 von 5 Punkten

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