[Hörbuch] Wolfgang Hohlbein – Der Turm

infin

Titel: Der Turm
Reihe: Infinity
Autor: Wolfgang Hohlbein
Sprecher: Gert Heidenreich
Verlag: Osterworld audio
Genre: Science-Fiction
Spieldauer: 1396 Minuten
ISBN: 9783869520797
Preis: 49,95 €

Millionen Jahre in der Zukunft. Die Erde ist zum großen Teil verwüstet und unbewohnbar. Auf einem Kontinent, unter einem gigantischen Schutzschild, befindet sich die Stadt Belagerung, in der 3 Milliarden Menschen leben. Von jedem Punkt der Stadt aus ist ein gewaltiger, schwarzer Turm zu sehen. Kilometerweit ragt er sowohl in den Himmel, als auch in die Tiefen der Erde. Dieser unzerstörbare Turm aus Achern, einem Material, das aus dem Kern einer sterbenden Sonne gewonnen wird, hält den sterbenden Planeten zusammen. Die Königin des schwarzen Turms  Arion, auch Prinzessin Infinity genannt, bereitet sich auf eine uralte Tradition vor. Sie wird sich mit dem Herrn der Clans aus Belagerung zu Friedensverhandlungen treffen, denn die Menschen Belagerungs stehen den Bewohnern des schwarzen Turms feindselig gegenüber. Aber schon bevor Arion und Craiden aufeinandertreffen, geschieht eine gewaltige Katastrophe, welche die Verhandlungen schon im Keim zu ersticken droht. Wie wird sich das Schicksal der Welt verändern? Werden die Verhandlungen von Erfolg gekrönt sein oder wird das Land bald mit Krieg überzogen?

Das Cover ist recht düster gehalten und wird in der Mitte vom Fuß des Turms eingenommen, der dem Buch seinem Namen gibt. In einer Tür, von der sich Blitze nach oben züngeln, steht eine schemenhafte Gestalt, die ich nicht recht zuordnen kann. Ich habe zwar eine Idee, wer das sein könnte aber sicher bin ich mir nicht, da eine Szene dieser Art nie vorgekommen ist. Der Titel der Reihe kann sich entweder von dem Namen der Prinzessin ableiten lassen oder aber von der Zeitspanne für die der schwarze Turm gebaut worden ist. Meiner Meinung passt dieser Titel ebenso gut, wie der Titel des Bandes, denn der R’Archeron, der schwarze Turm, ist der Gegenstand um den sich alles in diesem Buch dreht.

Durch die verschiedenen Handlungsstränge und Personen ist es relativ schwer wirklich Protagonisten auszumachen, aber am ehesten würde ich Arion, Gea, Craiden und General Mardu zu diesen zählen. Arion, die Prinzessin und zukünftige Königin des schwarzen Turms, hat von allen ihr auferlegten Regeln ziemlich die Nase voll und würde am liebsten tun und lassen was sie will. Mit ihren spitzen Bemerkungen treibt sie ihre Berater immer wieder zur Verzweiflung, aber sie versucht auch ihrer Aufgabe gerecht zu werden, selbst wenn es ihr nicht immer leicht fällt. Gea ist eine rebellische junge Frau aus einer reichen Familie, die sich immer wieder in neue Abenteuer stürzt und sich dabei auch das ein oder andere Mal sogar in Lebensgefahr begibt. Sie versucht zwar immer wieder stark und unnahbar zu wirken, aber in Wirklichkeit macht sie sich ziemlich viele Gedanken und gibt für die, die sie liebt wirklich alles. Craiden, der Clansherr von Belagerung, ist ein merkwürdiger Zeitgenosse aus dem ich nicht wirklich schlau werde. Einerseits gibt er sich bestürzt von der Vielzahl der Opfer, welche die Katastrophe gefordert hat, zuckt aber nicht mit der Wimper als noch mehr Menschen wegen seinen Entscheidungen das Leben verlieren. Er scheint mehr über den schwarzen Turm zu wissen als er sollte und auch noch einige andere Mysterien umgeben ihn. Dennoch ist er mir sympathisch. Ganz anders ging es mir beim Letzten in diesem Bunde: General Mardu. Überheblich, arrogant, hält sich für etwas besseres und hält Dankbarkeit für vollkommen unnötig. Am Anfang war er ganz lustig, dann wurde er einfach nervig und anstrengend bis sein Verhalten zum Ende hin vollkommen lächerlich wirkte, so dass ich mich irgendwie doch mit ihm versöhnen konnte. Entweder habe ich mich an seine Art gewöhnt oder war zum Ende hin so deplaziert, dass ich es einfach nur noch lustig gefunden habe.

Die Handlung war sehr dicht und auch ein wenig schwierig zu verstehen. Besonders, da es einen Handlungsstrang in der Vergangenheit und gleich mehrere in der Gegenwart gibt. Allerdings dauert es eine Weile bis man den Strang in der Vergangenheit als solchen erkennt und auch sonst wird ziemlich oft hin und her gesprungen, so dass man sich nicht wirklich einstellen konnte.
Die Geschichte an sich war interessant aufgebaut, besonders da immer wieder betont wird, dass der schwarze Turm nahezu allwissend ist, dass er unzerstörbar ist, nur damit am Ende gezeigt wird, dass er doch nur eines ist: nämlich eine Maschine, die , obwohl sie allmächtig erscheint, doch Schwachstellen hat und versagen kann. Zumindest ist es meine Interpretation des Endes, denn dieses ist doch ziemlich vage gehalten und es bleiben unzählige Fragen offen. Ich konnte die Geschichte mit den gegebenen Fakten zu einem, für mich zufriedenstellenden, Ende spinnen, aber mir wäre es natürlich lieber, wenn noch eine Fortsetzung kommen würde, welche alle losen Enden zusammenführt. Der Stil war sehr gelungen und Gert Heidenreich macht hervorragende Arbeit als Sprecher. Seine Stimme und die verschiedenen Tonlagen der einzelnen Charaktere haben mir gut gefallen und insgesamt kann ich das Buch für Freunde von Science Fiction empfehlen. Allerdings muss ich die Warnung aussprechen, dass es am Ende ziemlich viele offene Handlungsstränge und Fragen bleiben. Mir jedenfalls hat das Hörbuch sehr gut gefallen und deshalb gibt es auch

4 von 5 Punkten.

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