[Interview + Gewinnspiel] Treffen mit Gabriele Ennemann auf der FBM15

Hallo ihr Lieben,

auf der Frankfurter Buchmesse durfte ich ein Interview mit der zauberhaften Gabriele Ennemann machen und außerdem einen Nachmittag mit ihr über die Messe schlendern. Gaby ist eine ganz zauberhafte Person, mit der man wunderbar Lachen kann, viel Spaß hat und die einfach ein großes Herz hat. Für mich ein sehr tolles Erlebnis mit ihr und ich freue mich sehr, dass sie und ihr Verlag mir den Kontakt möglich gemacht haben, denn dieses Erlebnis möchte ich nicht mehr missen.

Aber genug des Vorgeplänkels! Ihr wollt ja Gaby kennenlernen und tadaaa…. DAS ist sie:

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Gabriele Ennemann, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Essen. Das Schreiben begleitet sie seit ihrer Kindheit. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel tauschte sie ihre vertraute Arbeit gegen ein Taxilenkrad und betrieb viele Jahre interessante Studien am ‚lebenden Subjekt‘. Sie wechselte ein weiteres Mal den Beruf und wurde Fahrlehrerin. Heute ist sie in einem Seniorenzentrum beschäftigt und arbeitet mit psychisch erkrankten Menschen. In ihrer knapp bemessenen Freizeit genießt sie es, in der Natur zu sein und zu schreiben. »Thalam« ist ihr Fantasyroman-Debüt.

Meine Meinung zu Thalam
Monja Meinung zu Thalam

Nachdem Gaby und ich ja einen wundervollen Nachmittag zusammen hatten, haben wir uns die üblichen Einleitungsfloskeln beim Interview gespart und ich durfte frei von der Leber weg Gaby mit Fragen überhäufen. Was ich alles erfahren konnte? Na dann schaut mal:

Ich habe mich mit deiner Vita auf der Verlagsseite beschäftig und gelesen, dass schon deine Grundschullehrer gemeint haben, dass du eine Menge Phantasie hast. Warum hat es also so lange gedauert bis du dein erstes Buch geschrieben hast?

Thalam ist eigentlich nicht mein erstes Buch. Ich habe mit 13 Jahren meinen ersten Roman geschrieben und haben diesen an einen bekannten Verlag, dessen Namen ich nicht nennen möchte, geschickt. Dieser hatte sogar zugesagt, aber da ich damals noch nicht volljährig war musste ich es natürlich meinen Eltern beichten. Diese waren leider dagegen. Ich sollte zuerst die Schule beenden und dann eine Ausbildung machen. Also habe ich mich, ganz die brave Tochter, ihren Aussagen gefügt und das so verinnerlicht, dass ich aufgehört haben zu schreiben und mich anderen Dingen zugewandt habe. Erst Anfang vierzig, als ich das Gefühl hatte, dass ich mal überlegen sollte, was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen möchte, fiel mir irgendwann wieder ein, dass ich früher gerne geschrieben habe. Also habe ich erneut angefangen und bin leider an die falsche Lektorin geraten, die mich fast dazu gebracht hatte erneut aufzuhören. Allerdings hatte man mich an eine Lektorendatenbank verwiesen, auf der ich mich umschauen sollte und da habe ich dann auch meine aktuelle Lektorin getroffen. Diese hat dann mein erstes Werk vollkommen auseinandergerissen, so dass ich fast ein Jahr gebraucht habe, um mich von dieser Kritik zu erholen. Aber jetzt hat es endlich geklappt. Es ist nicht perfekt, es wird in diesem Leben wahrscheinlich auch nicht mehr perfekt werden, aber es macht mir einfach einen riesigen Spaß.

Du hast ja erzählt, dass du schon sehr vieles gemacht hast. Ich finde es ja faszinierend. Zuerst Einzelhändlerin, dann Taxifahrerin, dann Fahrlehrerin und jetzt arbeitest du mit Senioren. Hast du nichts gefunden, was dich langfristig begeistert oder begeistern dich zu viele Dinge auf einmal?

Es ist ein bisschen von beidem. Zum einen bin ich sehr neugieriger Mensch, zum anderen kann mich auch etwas sehr schnell langweilen und ich war mein ganzes Leben lang auf der Suche nach etwas, aber ich wusste nicht genau was es war. Deshalb habe ich eine Menge ausprobiert und ich hatte auch das Glück, dass ich eine Menge ausprobieren durfte. Neben den genannten Dingen, habe ich auch als Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis gearbeitet, Pferde zugeritten und ein mittelständisches Unternehmen mit ca 75 Mitarbeitern geleitet.
Ich habe mich eben an alles herangewagt und bin mit den Aufgaben gewachsen und das tue ich heute noch. Manches klappt, manches geht eben schief.

Warum hast du ein Kinderbuch geschrieben? Dein Leben ist so voller Erfahrungen und Geschichten, die sicher tolle Unterhaltungslektüre für Erwachsene hergeben.

Da magst du schon recht haben, aber in meinem Leben musste ich immer stark, immer die Harte sein. Musste schwierige Entscheidungen treffen und jetzt wollte ich meiner weichen Seite etwas mehr Raum geben. Es war sozusagen der Ausgleich zur Realität und ich brauchte das zu dem Zeitpunkt, zu dem ich es geschrieben hatte. Aber ich merke selbst, dass der zweite Teil von Thalam um einiges erwachsener wird und ich glaube nicht, dass es von mir jemals wieder ein reines Kinderbuch geben wird.

Hast du irgendwelche Erfahrungen aus deinem Berufsleben in das Buch einfließen lassen oder ist es wirklich frei von allem?

Das ist wirklich frei von allem ein meine ganz eigene Phantasie. Thalam ist das Buch, dass ich als Kind gerne gelesen hätte und Thalam wäre auch die Welt, in die ich gerne Reise würde, wenn es möglich wäre.

Du hast gerade gesagt, dass du am zweiten Teil schreibst. Hast du schon einen Termin, wann du ihn veröffentlichen willst?

Ich glaube nicht, dass das an mir liegt, denn wenn ich mich ernsthaft hinsetzen würde und wirklich nur an Thalam arbeiten könnte, hätte ich ihn wohl etwa zwei Monaten fertig. Allerdings werden mein Verleger und ich wohl erst einmal abwarten wie Thalam ankommt, ehe wir uns über die Veröffentlichung von Band 2 allzuviele Gedanken machen.

Da du es gerade ansprichst. Warum verlegst du ausgerechnet in der Schweiz? Ich finde das sehr spannend, denn Deutschland hat eine sehr große Verlagslandschaft.

Es war eher so, dass nicht ich den Verleger gesucht habe, sondern der Verleger mich gefunden hat. Ich bin ja auch ein ziemlich fauler
Mensch und bin ich wie, so mancher Autor, der sein Buch unbedingt verlegt haben will von Verlag zu Verlag getingelt, sondern habe gesagt, wenn mir das vorherbestimmt ist und mir in den Schoss fällt, ist es gut und es ist mir tatsächlich in den Schoss gefallen. Ich musste nichts dafür tun. Ich denke, das ist eine Art Belohnung, denn ich hatte es bis jetzt nicht leicht in meinem Leben und habe jede Menge schlimme Dinge gesehen und musste hart arbeiten.

Wie gehst du mit den Kritiken zu Thalam um? Auf Lovelybooks habe ich schon einige Gute gelesen, aber wie würdest du mit negativer Kritik umgehen?

Genauso wie mit den Guten. Ich werde sie ernst nehmen, weil jeder der etwas zu sagen hat, kann mich voranbringen. Ich bin niemandem böse wenn er die Wahrheit sagt. Was ich mir wünsche ist, dass die Kritiken frei von persönlichen Dingen ist und wenn etwas Hand und Fuß hat kann ich es auch akzeptieren. Ich hab das Buch abgeliefert und jetzt muss ich halt sehen ob es besteht. Das Entscheiden die Leser und nicht ich.

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Voll in Aktion und wie ihr seht mit sichtlich Spaß am Interview

Wir haben uns ja kennen gelernt, weil mich dein Verlag angeschrieben hat. Welche Bedeutung misst du denn Buchbloggern bei? Meinst du sie können dich weiterbringen, oder hältst du sie nur für „nettes Beiwerk“, welches man ab und zu befriedigt, weil es dir irgendwann weiterhelfen könnte?

Buchblogger sind Menschen, die ich sehr achte, denn es sind sehr belesene Menschen von denen ich sehr viel lernen kann und alle Blogger die ich bis jetzt kennen lernen durfte sind ganz phantastische Menschen. Ich bin von allen wirklich ganz toll aufgenommen worden und ich fühle mich richtig wohl.
Jeder Blogger der das Buch bekommt und eine Meinung hat und diese Meinung nicht für sich behält sondern auf seinem Blog kundtut und vllt. auch auf Amazon, Lovelybooks etc. können mich weiterbringen. Gute, so wie schlechte Kritiken sind wichtig im Leben. Nur das bringt Bekanntheit und nur das bringt vielleicht irgendwann auch ein bisschen Erfolg.

Würdest du, wenn du es könntest, in deiner Autorenkarriere irgendetwas anders machen?

Ja, ich würde mich heute nicht mehr von meinem Kurs abbringen lassen. Heute würde ich mir das nicht mehr einreden lassen und nicht mit dem schreiben aufhören.

Wenn du dir jetzt einen deiner Autorenkollegen aussuchen könntest mit wem würdest du gerne gemeinsam ein Buch schreiben?

Mit Ursula Poznanski, denn ich finde sie genial. Ich habe Saeculum und Erebos von ihr gelesen und mit Erebos kam ich auch zu den Rollenspielen im Internet. Also kann es schonmal passieren, dass ich, wenn ich man ein bisschen Zeit habe mich an den PC setzte und für eine halbe Stunde zocke.

Hast du neben dem Schreiben noch andere Hobbies?

Ich hatte früher viele Tiere, aber leider habe ich nun keine Zeit mehr dafür. Aber ich war schon immer gerne im freien und das habe ich mir behalten. Ich gehe also gerne spazieren, meistens zusammen mit meinem Mann, manchmal auch alleine. Ich treffe mich gerne mit meinen Freundinnen in einem schnuckeligen Cafe, wo wir stundenlang an einem Cafe Latte sitzen und über Gott und die Welt reden. Sowas gönne ich mir ab und zu. Aber mein Tag ist schon sehr ausgefüllt und durch das Buch jetzt noch ein wenig mehr.

Wie reagiert den dein Mann darauf, dass du jetzt ein Buch geschrieben hast und dadurch noch eingespannter bist als ohnehin schon?

Thalam ist ja nicht von gestern auf heute entstanden, also er wusste schon von dem Buch und auch das ich es schreibe. Außerdem hat er es gelesen, was mich sehr, sehr gefreut hat, denn er kann sich nicht aufs Lesen konzentrieren und deshalb mit Büchern auch nicht so viel anfangen. Als Thalam herauskam war die Umstellung für ihn und auch für mich natürlich erstmal schwierig, aber nachdem wir uns daran gewöhnt haben und der Stress der ersten Wochen sich gelegt hat, ist er stolzer als ich, dass Thalam erschienen ist.

Bist du schonmal auf der Strasse, oder hier auf der Messe angesprochen worden, weil man dich erkannt hat?

Nein, dass ist definitiv noch zu früh, so bekannt bin ich noch nicht. Aber am Wochenende gibt es in den Lokalzeitungen einen Bericht über mich und dann kann es schon sein, dass ich etwas bekannter werde. Wobei ich ja eigentlich ein Mensch bin, der überhaupt nicht gerne im Mittelpunkt steht. Aber auch damit werde ich fertig werden. Ich möchte zu jedem Leser bzw. freundlichen Menschen den Kontakt. Es darf mich jeder gerne Ansprechen, deshalb veröffentliche ich ja auch meine Email-Adresse. Es darf mich jeder, der etwas zu sagen hat, gerne Anschreiben, aber es kann, je nachdem wie viele Emails es gibt, einige Tage dauern bis ich antworte.

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Vor der Ausstellerwand des Schweizergemeinschaftsstands

Nachdem die “Entweder-Oder-Fragen” sich bei mir schon eingebürgert haben, bekommst natürlich auch du welche. Gerne darfst du auch erklären warum du dich so entscheidest.

Magst du Star Wars?
Es geht so. Sagen wir in den Anfängen ja. Also die alten Filme. Ich kann mich an die neuen Figuren nicht so recht gewöhnen. Außerdem mag ich es nicht, wenn Serien so ewig lang sind.

Urlaub lieber im Regenwald oder lieber Polarlichter gucken?
Lieber in den Regenwald, denn es muss dort ja nicht immer regnen und ich mag es lieber warm.

Lieber Weihnachten oder lieber Ostern feiern?
Lieber Weihnachten, denn Weihnachten ist das einzige Fest das mit so vielen Lichtern verbunden ist. Ich bin eigentlich ein komplett unromantischer Mensch außer an Weihnachten. Wir haben auch keinen klassischen Weihnachtsbaum, sondern um die 60-70 kunterbunte Teelichter, die dann abends angemacht werden und wirklich ein wundervolles Lichtermeer ergeben.

Lieber Liebesfilme oder lieber richtig blutige Splatter?
Ich hasse Splatter, also eher der Liebesfilm, wobei ich überhaupt kein Mensch für Liebefilme bin. Mein Genre sind eher Actionfilme. Wobei sie auch Witz haben müssen. Ich mag die alten Filme mit Bruce Willis, aber bin auch neuerem nicht abgeneigt, aber es muss schon ordentliche Verfolgungsszenen und eine Menge Schrott geben.

Lieber Kerzen oder lieber Räucherstäbchen
Ich liebe natürlich beides, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann lieber die Kerzen.

Eine Abschlussfloskel haben wir auch weggelassen, da wir danach noch Photos gemacht und nochmal über die Messe gelaufen sind. Dennoch danke ich Gaby an dieser Stelle nochmal für den tollen Tag und auch für die privaten Einblicke.

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Gaby signiert eure Lesezeichen

Außerdem hat sie mir für euch 3 Lesezeichen signiert. Diese werde ich unter allen verlosen, die hier unter dem Beitrag bis 10.11.15 um 23:59 Uhr einen Kommentar hinterlassen und mir erzählen, ob sie Thalam schon gelesen haben.

Teilnahmebedingungen:

  1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern
  2. Versand erfolgt nur nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.
  3. Die übernehme keine Haftung für den Postweg.
  4. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen.
  5. Die Gewinner sind damit einverstanden auf meinem Blog und meiner Facebookseite namentlich genannt zu werden.

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