[Rezension] Gabriele Ennemann – Die Hüter der Erde

Thalam

Titel: Die Hüter der Erde
Reihe: Thalam (Band 1)
Autor: Gabriele Ennemann
Verlag: Riverfield
Genre: Jugendbuch (ab 10 Jahren)
ISBN: 978-3-9524523-2-5
Preis: 19,90€

Als der 15-jährige Gidion auf einem sehr nächtlichen Streifzüge Reiter an der Küste Thalams entdeckt, welche einen seltsamen Gegenstand dabei haben, ändert sich sein Leben schlagartig. Er ist sich sicher, dass es sich um die Lebensachse handelt und diese sollte irgendwo sicher verwahrt sein und ihre Arbeit tun, jedoch keinesfalls sollten die Reiter des Feindes sie in ihrer Gewalt haben. Als sich Gidion seinem Ziehvater Vater Mundus anvertraut, findet er sich zunächst im Schloss des Königs und dann auf einer abenteuerlichen Reise wieder, denn er ist ein Avantgarde. Einer von vier Auserwählten, deren Aufgabe es ist Thalam um jeden Preis zu schützen. Kann es dem jungen Kämpfer und seinen Gefährten gelingen die Welt vor dem Untergang zu bewahren oder wird ist Thalam für immer verloren?
Bei diesem Buch habe ich es etwas anders gehandhabt wie sonst üblich, denn ich hatte zunächst ein Interview mit der Autorin und dann habe ich das angebrochene Buch beendet. Zwischenzeitlich hatte ich ein wenig Angst, dass dies mein Urteil beeinflussen könnte, aber letztlich kann ich die Autorin, welche ein ganz wundervoller Mensch ist, ganz losgelöst von ihrem Werk sehen und muss mir hier zum Glück kein Blatt vor den Mund nehmen.

Das Cover des Buchs kommt sehr düster daher, auch der Junge mit der Kapuze, welcher ganz klar Gidion sein soll, wirkt zwar stark und entschlossen, allerdings nicht sehr freundlich und einladend. Die kleinen Figuren rechts und links neben seinem Kopf erhalten ebenso eine Bedeutung im Verlauf des Buches, wie das Schloss, welches in der rechten unteren Ecke zu sehen ist. Insgesamt kann man durchaus sagen, dass das Cover sehr gut zu dem Buch passt und auch der Titel ist klasse gewählt, allerdings ist der erste Eindruck des Buches  leider wesentlich düsterer als die Geschichte selbst es dann ist.

 Dem Hauptprotagonisten Gidion sind noch seine Mitstreiter der Avantgarde zu beigeordnet und es gibt noch den Handlungsstrang des Antagonisten Jechube und seiner Begleiterin Rajah, allerdings kann man schon sagen, dass Gidion im Vordergrund steht und den eigentlichen Protagonisten stellt. Seine Vergangenheit ist ein wenig kompliziert und es macht wirklich Spaß seine Hintergrundgeschichte, welche im Laufe des Buches immer mehr geklärt wird, aufzudecken und mitzuverfolgen. Leider hatte ich sonst einige Probleme mich in ihn hineinzuversetzen, denn irgendwie kam er mir, ebenso wie sein Mitstreiter Leona und Levinor, einfach etwas zu abgeklärt rüber und kam mir fast zu schnell und gut mit seinem neuen Schicksal zurecht. Die vierte Avantgarde, Dawn, kannte ihre Bestimmung schon viel länger, war besser vorbereitet und konnte erst im Lauf der Geschichte bei mir punkten, denn gerade an der Stelle als sie das erste Mal auf die anderen traf, hatte sie zwischendurch leichte Anwandlungen von Allwissenheit. Auch wenn man einen Teil davon sicherlich mit ihrer Vorgeschichte erklären konnte, war es gerade so viel drüber, dass es mir negativ aufgefallen ist. Im weiteren Verlauf der Geschichte konnte ich mich allerdings gut mit ihr aussöhnen.

Die Antagonisten waren in Thalam waren mir erstaunlicher Weise fast lieber als die Protagonisten, denn ihre Geschichte war mit mehr Differenzen gespickt, sie hatten ihre persönlichen Auf und Abs und insgesamt kamen sie bei mir einfacher näher, menschlicher an. Gerade über Rajah hätte ich sehr gerne noch mehr erfahren. Besonders angetan haben es mir aber die vielen kleinen Nebencharaktere. Josch und seine Raupen sind hier meine absoluten Lieblinge.

Stilistisch war das Buch sehr angenehm und flüssig zu lesen, so dass ich es nicht nur schnell verschlungen hatte, sondern auch davon überzeugt bin, dass es auch junge Leser gut verstehen werden. Der Spannungsbogen ist nicht zu stark ausgeprägt und die spannenden Szenen endeten ziemlich schnell. Was für Kinder, welche nicht allzulange am Stück dranbleiben sicherlich ein großer Vorteil ist, für mich persönlich war es eher ein Nachteil, denn ich fand, dass an einigen Stellen wirklich viel verschenkt wurde. Gerade zum Ende hin gab es einige Kampfszenen und Angriffe, wo ich mich etwas veräppelt fühlte, weil sie kaum angefangen schon wieder vorbei waren.

Eine Szene ist mir jedoch in Erinnerung geblieben, weil ich sie sehr mochte. Eigentlich war sie nicht einmal besonders spektakulär, aber hier war das wahre Potenzial der Autorin deutlich zu erkennen. Es handelte sich um eine Reiseszene der Avantgarde durch das Feld der verlorenen Seelen. Auf diesem Niveau hätte ich mir den Rest des Buches auch gewünscht, dann wäre das Buch einfach nur ein Knaller geworden.
Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es sich um einen Debütroman handelt und die Autorin auch verdammt viel gut und richtig gemacht hat. Die Ideen und das schriftstellerische Potential sind auf jeden Fall vorhanden, auch wenn sie noch einen Feinschliff und Erfahrung brauchen, kann ich mir vorstellen, dass die Autorin mit ihren Büchern noch eine Menge erreichen kann.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Kinder damit eine Menge Spaß haben. Von mir gibt es

3 von 5 Punkten.

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