[Hörbuch] Chris Weitz – Die Clans von New York

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Titel: Die Clans von New York
Reihe: Young World ( Band 1 )
Autor: Chris Weitz
Übersetzung: Katharina Orgas & Gerald Jung
Sprecher: Maria Koschny & Leonhard Mahlich
Verlag: Oetinger Verlag
Genre: Dystopie
Spieldauer: 536 Minuten
ISBN: 978-3-8373-0904-1
Preis: 19,99€

Die Welt, wie wir sie kennen, ist vor 2 Jahren untergegangen, als ein synthetisches Virus aus einem Versuchslabor entkommen ist und sowohl alle Erwachsenen als auch alle Kinder getötet hat. Einzig die Teenager, die durch die Pubertät einen gewissen Hormoncocktail im Körper haben, konnten überleben. Diese haben sich, vom Zusammenbruch der Gesellschaft überfordert, in Gruppen und Gangs organisiert und versuchen irgendwie zu überleben. Zu einer dieser Gangs, die sich am Washington Square verschanzt hat, gehören Jefferson, genannt Jeff und Madonna, Donna gerufen. Zusammen mit einigen anderen Jugendlichen versuchen sie ihre neue Heimat mit Waffengewalt gegen andere Gruppen zu verteidigen, aber als das junge Genie Andrew, auch Brainbox genannt, einen Hinweis auf ein Heilmittel findet, machen sich Jeff, Donna, Brainbox und ein weiterer Junge namens Peter auf den Weg um dieses zu finden. Dabei müssen sie durch die Straßen von New York und an jeder Ecke lauert die Gefahr. Werden sie ihr Ziel erreicht oder wird die Welt untergehen?
Das Cover, das die Skyline von New York zeigt, ist mit seinen dunklen Farben schon recht düster gehalten. Der einzige Farbakzent kommt von der roten Linie zwischen den beiden Wörtern des
Titels, die eine Blutspur darstellen soll. Auch das passt hervorragend zum Inhalt, denn von einer friedlichen Welt kann nicht die Rede sein. Es herrscht Anarchie und das Gesetz des Stärkeren. Auch der Schriftzug des Titels gefällt mir gut, daher finde ich das Cover insgesamt sehr gelungen.

Die Protagonisten sind Jeff und Donna, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Sie sind beide sympathisch und richtige Kämpfernaturen, denn obwohl die Welt im Chaos versinkt versuchen sie das beste aus ihrer Situation zu machen. Allerdings sind sie stellenweise völlig überfordert, vor allem weil dann auch noch ihre eigenen Hormone verrückt spielen und sie sich ineinander verlieben. Es macht Spaß ihre Geschichte zu verfolgen und an ihren Gedanken, Wünschen und Träumen teilzuhaben, denn auch wenn sie um ihr überleben kämpfen müssen, sind sie am Ende doch nur Teenager, die ihren Platz in der Welt suchen. Diesen Kontrast hat der Autor wirklich gut hinbekommen.

Was mir leider nicht so gefallen hat, waren der Stil und das Ende des Buches. Beim Stil kritisiere ich,  dass bei einigen Gesprächen sie Sätze nicht ausformuliert wurden, sondern einfach der Name des Sprechers genannt wird und dann das, was er sagt. Sowas mag ich schon in einem Buch nicht wirklich, ist dort aber noch eher zu verschmerzen. Für ein Hörbuch passt es aber leider ganz und gar nicht, sondern hört sich ziemlich unprofessionell an. Ansonsten hatte die Geschichte jedoch einen tollen Spannungsbogen und eine sehr interessante Handlung. Nur beim Ende muss ich ein paar Abzüge machen, denn es kam einerseits zu abrupt nach einer besonders unerwarteten Wende und andererseits auch noch mit einem absolut fiesen Cliffhanger, so dass ich erstmal richtig rumgeschimpft habe, dass es das ja wohl nicht gewesen sein kann. Der Autor weiß, wie er seine Leser in den Wahnsinn treibt.

Die Sprecher Maria Koschny und Leonhard Mahlich machen ihre Sache gut und  ihre Stimmen sind sehr angenehm und passen auch zu den Figuren. Insgesamt kann ich das Buch für alle Freunde von Dystopien empfehlen und vergebe aufgrund der oben genannten Kritikpunkte

3.5 von 5 Punkten

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