[Interview] Regina Meißner oder Improvisation ist alles

Hallo ihr Lieben,

auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich einige tolle Termine und unter anderem, hatte ich dort das große Vergnügen mich mit “Seductio”-Autorin Regina Meißner zu treffen. Nachdem das Treffen schon mit einigen Wirrungen losging, da wir das mit dem Treffpunkt beide irgendwie so gar nicht gepeilt haben, aber am Ende hat es – Dank Smartphones – doch noch geklappt. Doch anstatt ein ruhiges Interview zu führen, haben wir erstmal munter weiter improvisiert, weil es kaum möglich war ein ruhiges Fleckchen zu finden. Nachdem ja Not bekanntlich erfinderisch macht, haben wir schließlich genau da einen halbwegs ruhigen Platz für unser Interview gefunden, wo wir es am wenigsten erwartet hättet – mitten im Getümmel.

Tja und dann durfte ich Regina endlich ausquetschen. Euch möchte ich sie aber vorher kurz vorstellen, denn schließlich ward ihr ja nicht live dabei ;)

Also: DAS ist Regina:

Regina

Regina Meißner wurde 1993 geboren und studiert Deutsch & Englisch auf Lehramt. Inzwischen hat die Jungautorin außer “Seductio – Von Schatten verführt“, „Alytenfluch“ und „Nebelfunke“, auch den zweiten Teil von „Seductio“ veröffentlicht. Er heißt “Von Dunkelheit getragen” und ist gerade erst erschienen.

So und nun geht es los mit unserem Interview. Reginas erste Antworten fasse ich für euch zusammen, denn “leider” haben wir viel zu viel geredet ;)

Das Regina Selfpublisherin ist, haben wir eigentlich nur ihrem ehemaligen Verlag zu verdanken, welcher das Potential von “Seductio” – damals noch als “Ivory” verlegt – nicht erkannt hat und den zweiten Band der Trilogie nicht mehr verlegen wollte. Dass Regina diese tollen Bücher nicht in der Schublade vergammeln lassen wollte, war für sie schnell klar. So ließ sie den Vertrag für Band 1 auslaufen und befasste sie sich mit dem Thema Selpublishing (SP), denn eines war für sie selbst immer wichtig: Ein Taschenbuch. Sie wollte ihre Werke lieber in der Hand halten und auch ihre Freunde und ihre Familie redeten ihr gut zu, denn letztlich ist es immer etwas anderes sein eigenes Buch in der Hand zu halten als “nur” ein Ebook zu haben.
Also krempelte die Jungautorin die Ärmel hoch und probierte SP aus. Heute ist sie damit sehr glücklich. Es gefällt ihr, dass sie so viel freier ist als bei einem Verlag. Sie kann selbst entscheiden, wie sie ihr Buch vermarkten möchte, welche Art Werbung sie macht und auch sonst muss sie nicht immer für alles Rücksprache halten. Natürlich ist es auch sehr viel Arbeit, welche auch nur mit einem guten Tagesplan wirklich zu bewältigen ist, wenn man neben dem Schreiben auch noch Zeit für Familie, Hund, Freunde und auch sein Studium haben muss und möchte. Das sind die Gelegenheiten bei denen sie einen Verlag schon vermisst, aber da sie immer sehr viel Hilfe erfahren hat und nie wirklich allein war, war es für sie nie wirklich schlimm. Sie hat jede Menge Spaß dabei, an dem nicht zu letzt ihre tollen Fans Schuld sind.
So nun aber genug Schulaufsatz gespielt, Regina ist schließlich nicht Goethe, sondern lebt zu unser aller Glück noch. Daher ist es nun höchste Zeit sie einmal selbst zu Wort kommen zu lassen:

Was sagt dein Umfeld zu deiner Autorentätigkeit. Besonders am Anfang ist das ja recht spannend.

Ich habe mit 13 mit dem Schreiben angefangen und ich habe schon immer gerne geschrieben, also war das eigentlich nichts neues. Es gibt zwar schon Leute, die das ein bisschen komisch finden, aber die meisten reagieren doch sehr positiv. Bisher bin ich nicht groß auf Abneigung gestoßen.

Unterstützen dich deine Familie und Freunde?

Ja, auf jeden Fall. Aber halt eher im zwischenmenschlichen Bereich. Sie machen halt keine Werbung für mich oder so. Aber ich bin ganz zufrieden.

Auf Facebook hast du ja schon eine rechte große Fancommunity. Bist du auch noch anderswo unterwegs?

Genau. Ich habe mir immer überlegt wie ich am besten Werbung machen kann. Am Anfang habe ich es über bookrix versucht und meine Geschichten hochgeladen. Heute mache ich das eher weniger und nun ist eben Facebook zur Hauptmarketingplattform geworden. Meine Seite ist ja auch schon relativ groß und ich erreiche eine Menge Leute.
Allerdings würde ich mir auch wünschen, dass es auf anderen Plattformen bekannter wird.. Ich mache auch ein bisschen was auf Lovelybooks und goodreads, aber ich kenne mich ansonsten noch nicht so gut aus, wo man das ansonsten noch bewerben könnte. Aber mein Ebook ist ja auch über Neobooks erschienen und die machen auch Werbung für mich. Also ich denken schon, dass ich relativ viele Leute erreiche.

Wenn du jetzt ans Schreiben denkst: Wie arbeitest du am Liebsten?

Naja, es heißt ja man soll zuerst plotten dann schreiben, aber ich habe das nie gemacht, weil ich das nicht mochte, wenn ich schon eine Geschichte im Kopf habe. Ich will mich von meinem eigenen Schreiben überraschen lassen, weil ich manchmal selbst nicht weiß, was als nächstes kommt. Mittlerweile habe ich es aber eingesehen, dass das teilweise sehr chaotisch werden kann oder auch ausufert. Momentan plane ich zuerst die Geschichte und die Charaktere bis alles fertig ist und beginne dann zum Schluss mit dem Schreiben. Dabei ist das Schreiben der kleinste Teil, denn wenn ich weiß was kommt, kann ich das relativ schnell runterschreiben.

Hast du einen speziellen Lieblingsarbeitsplatz und irgendwelche Hilfsmittel, wie Schokolade oder Tee, die du zum Schreiben brauchst?

Ich schreibe gerne im Bett, da ist es schön gemütlich. Ich habe es auch mal in der Öffentlichkeit in einem Cafe versucht, aber da fühle ich mich immer beobachtet und auch in der Uni kann ich mich nicht wirklich darauf konzentrieren. Aber zu Hause im Garten ist es auch manchmal ganz schön, aber das Bett ist der klare Favorit.
Außerdem muss ich immer irgendetwas Süßes dabei haben. Irgendwelche Nervennahrung, Tee oder etwas anderes zu trinken. Musik, die mich zum Schreiben inspiriert, höre ich auch gerne dazu. Dann klappt das meistens schon ganz gut.

Regina_2

Wie gehst du denn mit negativer Kritik oder unsachlicher Kritik um?

Solange die Kritik konstruktiv ist und auch Verbesserungsvorschläge enthält, freue ich mich darüber. Ich bin ja noch ganz am Anfang und ich will besser werden. Blöd ist natürlich wenn 10 Leute hintereinander dasselbe bemängeln. Dann denkt man irgendwann, “Ja ich habe es kapiert”, aber solange alles auf einem professionellen Niveau passiert, bin ich keiner Kritik abgeneigt.
Bis jetzt hatte auch das Glück, dass ich Beleidigungen oder ähnliches noch nicht erlebt habe, sondern alles nachvollziehbar war. Es gibt natürlich auch Leute, die Schreiben dann nur ein oder zwei Sätze z.B.: Das Buch war langweilig oder mir hat das Buch nicht gefallen. Damit kann man natürlich wenig anfangen.

Was solltest du schon immer einmal bei einem Interview erzählen, aber es hat dich nie jemand danach gefragt?

(Regina überlegt minutenlang hin und her und ich höre so einige Male den Satz “Da hast du mich jetzt kalt erwischt”):
Eine gute Frage. Ich bin meistens bis 3 Uhr wach, weil ich zu dieser Zeit besser schreiben kann. Ich stehe deshalb meistens erst gegen 12 auf. Ich hasse es Abends zum Feiern wegzugehen. Ich bin absolut kein Morgenmensch.

Deine Cover sind ja auch richtig klasse und ein Hingucker. Was hältst du dann von dem Trend Bücher nur noch nach Covern zu kaufen?

Natürlich ist es schön, wenn ein Buch ein tolles Cover hat, andererseits ist es auch sehr schade, wenn das Buch nur nach dem Cover gekauft wird, da der Inhalt dann nebensächlich wird. Es ist schade, dass es gute Bücher gibt, die scheußliche Cover haben und schlechte Bücher, die richtig tolle Cover haben. Man sollte vor dem Kauf zumindest den Klappentext lesen, um zu sehen, ob einem auch der Inhalt gefällt und nicht rein nach dem Cover kaufen.

(Regina war mit ihrer Coverdesignerin unterwegs):
Wie habt ihr euch eigentlich kennenengelernt und was hat letztendlichen zu dem Cover von “Seductio” geführt? Als ich das erste Mal drauf geschaut habe, war mein erster Gedanke “Selection”.

Das ist jetzt 3-4 Jahre her. Ich habe damals noch auf bookrixs geschrieben und mein Cover war nicht ganz so schön. Irgendwann ist sie dann auf mich zugekommen und hat gefragt ob sie mir eines machen soll. Damit hat es angefangen und ich konnte dann auch bei meinen anderen Projekten immer auf sie zukommen.
Für “Seductio” gab ja insgesamt 3 verschiedene Cover. Das ist jetzt das dritte und auf jedem Cover war bis jetzt ein Mädchen in einem langen Kleid zu sehen. Allerdings immer nur von hinten. Mit Selection hat das ziemlich wenig zu tun, aber ich mag das Motiv einfach gerne, weil es meine Protagonistin ganz gut verkörpert und auch die romatische Seite des Romans hervorhebt.

Vielen Dank für deine Zeit und auch für deine Improvisationsbereitschaft.

Wir hoffen, dass euch unser kleines Interview gut gefallen hat und freuen uns natürlich über Rückmeldungen und/oder Likes unserer Seiten ;)

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