[Vorabrezension] Stephanie Tromly – Digby

digby

Titel: Digby
Autor: Stephanie Tromly
Übersetzer: Sylke Hachmeister
Verlag: Oetinger
Genre: Krimi
Seiten: 320
ISBN: 978-3-7891-4809-5
Preis: 14,99€

Zoe ist mit ihrer Mutter aus New York in eine Kleinstadt gezogen, weil ihr Vater die Familie verlassen hat, um sein Leben mit einer neuen Flamme zu verbringen. Eine der ersten Personen, denen Zoe in ihrer neuen Heimat begegnet, ist Digby. Er ist ein 16-jähriger Junge, der immer in einem Anzug herumläuft und ziemlich oft merkwürdige Ideen hat. Kurz gesagt, dieser Junge bedeutete Ärger. Trotzdem schafft es Zoe nicht sich einem Einfluß zu entziehen und so werden die beiden schon bald gute Freunde, was für Zoe oftmals ziemlich gefährlich wird, denn Digby setzt alles daran den Fall seiner verschwundenen Schwester aufzuklären, die Jahre zuvor plötzlich spurlos verschwunden ist. Werden Zoe und Digby den Fall lösen, oder bringt sie eine von Digby’s Ideen um Kopf und Kragen.

Zu dem Buch kann ich sagen, dass es anders ist und so einen Protagonisten hatte ich auch noch nie. Digby ist, sagen wir mal, sehr speziell, aber fangen wir mal mit dem Cover an, welches in schwarz und weiß gehalten ist. Der einzige Farbakzent ist der Titel des Buches und selbst der ist in einem dunklen Rot gehalten. Das Cover zeigt einen Jungen und ein Mädchen aus verschiedenen Perspektiven, welche Digby und Zoe darstellen sollen. Ich mag es ja nicht, wenn die Protagonisten auf dem Cover abgebildet sind, denn ich möchte lieber meiner Phantasie freien Lauf lassen, aber trotzdem sind die beiden ganz gut getroffen. Nur bei Digby hätte ich lieber den Anzug gesehen und nicht nur ein Polohemd. Der Titel ist schlicht und einfach der Name des Protagonisten, aber durch die #1, weiß man schon, dass es wohl noch Fortsetzungen geben wird.

Die Protagonisten sind Zoe und Digby. Erstere ist eigentlich ein selbstbewusstes Mädchen, dass jedoch unter ihrem herrischen Vater leidet, der, obwohl er sich von seiner Familie getrennt hat, erwartet, dass Zoe ihr Leben nach seinen Plänen ausrichtet. Sie ist ehrgeizig und will eigentlich nicht negativ auffallen, was mit Digby als Freund gar nicht so einfach ist und trotz der zahlreichen Schwierigkeiten,  in die er sie bringt, ist sie immer für ihn da und unterstützt ihn so gut sie kann. Digby ist in meinen Augen ein vollkommener Psychopath. Hyperintelligent, manipulativ, ohne Gewissen oder Reue. Er macht was er will, wann er es will und interessiert sich erstmal nicht für die Konsequenzen. Erst wenn die Probleme da sind, kümmert er sich um sie und versucht dann einen Weg zu finden, um sich aus der misslichen Lage zu manövrieren. Als Leser ist es schwer Sympathien für ihn aufzubauen, weil er zu eigen ist, zu unnahbar. Man weiß nicht, was als nächstes kommen wird und deshalb kann man ihn einfach nur schwer einschätzen. Im Prinzip könnte er alles  sein. Der unkonventionelle Held oder der geniale Schurke.

Obwohl mir die Geschichte vom Grundaufbau recht gut gefallen hat, wurde sie mit der Zeit immer unglaubwürdiger und einfach nur vollkommen übertrieben.

»Aber jetzt stehe ich vor einem Haus so voller Sprengstoff, dass man damit die ganze Straße in Schutt und Asche legen könnte, während ich fieberhaft überlege, wie ich wieder in das Haus reinkomme.«
Seite 6

Besonders was Digby angeht. Obwohl erst 16 Jahre alt, hatte er sich ein Netzwerk aufgebaut, welches der Mafia Konkurrenz macht, wusste immer irgendetwas von den Leuten, um sie unter Druck zu setzen und seinem Willen nachzugeben. Außerdem war er, egal in welcher Situation er sich auch befand, cool, abgeklärt und vollkommen ruhig. Klar gibt es Hochbegabte und Digby scheint so einer zu sein, aber mir das sein ganzer Charakter einfach zu viel. Aber eben diese Übertreibungen haben mich gut unterhalten obwohl ich mehr als einmal seine Gedankengänge und Aktionen nicht fassen konnte.

Sowohl der Stil als auch der Spannungslevel sind sehr angenehm und man kommt recht schnell durch das Buch, so dass ich auch recht zügig damit fertig war. Für alle Leser, die gerne einen Krimi lesen wollen, mit einem Jungen, der alle Fäden in der Hand hält, kann ich das Buch empfehlen. Man darf es aber nicht zu ernst nehmen, sondern sollte sich von dem schrägen Humor fesseln lassen. Trotz einiger Schwächen hat mit das Buch gut gefallen und deshalb gebe ich auch

3.5 von 5 Punkten

Mein Dank geht an Oetinger für das Vorabexemplar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.