[Rezension] Sandra Daum – Feuerwölfe

Die Welt um Tian

Titel: Feuerwölfe
Reihe: Die Welt um Tian (Band 1)
Autor: Sandra Daum
Verlag: Selfpublishing
Genre: Phantasy
Seiten: 304
ISBN: 978-3-00-048424-7
Preis: 9,99€

Ich freue mich immer, wenn sich Autoren bei mir melden und mir Rezensionsexemplare anbieten, denn schließlich kann man einfach nicht auf jedes Buch aufmerksam werden, egal wie sehr man sich informiert. So auch bei diesem Buch aus dem Phantasybereich.  Nach dem Studium des Klappentextes war ich neugierig, denn ich auch wenn ich das Buch in Richtung Dystopie schubsen würde, so ist es eben ganz anders als alles, was mir aus dieser Richtung bis jetzt zwischen die Finger gekommen ist.


Worum gehts?
Die Welt hat sich verändert. Die Natur hat aufbegehrt und den Großteil der Menschheit vernichtet. Die Tiere nehmen die Wälder wieder in Besitz und mutieren. Sie mischen die Spezies, werden größer und stärker. Die wenigen überlebenden Menschen sind über die Welt verstreut und verstecken sich. Sebastian lebt mit seiner Familie in einem ehemaligen Zoo, zusammen mit ein paar anderen Familien, drei Leoparden, zwei Gorillas und zwei Koalas. Nach einem Zwischenfall verlangen die anderen Dorfbewohner, dass die Leoparden und die Gorillas den Zoo verlassen. Sebastian (Tian) und seine Familie wollen das nicht zulassen, doch sie können nicht mehr erreichen als dass sie mitgehen dürfen und den Tieren helfen dürfen eine neue Heimat zu finden. So beginnt eine Reise voller Gefahren ins Ungewisse, denn niemand weiß, was außerhalb des Zoos wirklich liegt.

Das Konzept der Geschichte war einmal gänzlich anders und für mich auch am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn neben der Perspektive, gibt es auch zwischen den Tieren Kommunikation. Diese ist mal aus der Sichtweise der Leopardin Iris, mal aus der des Gorillas Tiger geschrieben. Während für Tians Erzählsicht die normale Schriftart gewählt wurde, sind beide Tiersichten kursiv gedruckt, so dass man nicht immer sofort gewusst hat, in welcher Rolle man gerade steckt. Dennoch fand ich diesen Ansatz sehr gut, denn dieses hin und her wechseln zwischen Mensch und Tier gibt der Geschichte einen ganz eigenen Touch, welcher sie unverwechselbar macht.

Kleines Manko war für mich aber ein wenig, dass die Tiere zwar anfangs noch sehr mit ihren Emotionen zu kämpfen hatten, mir aber im Verlauf des Buches fast ein wenig zu kopflastig waren und mir die Instinkthandlungen etwas gefehlt haben.

Neben den 3 Charakteren unter denen die Perspektiven aufgeteilt waren, gab es noch einige weitere Reisemitglieder in der Gruppe. Diese hatten zwar alle mal ihre kleinen Rollen, blieben dahinter allerdings leider ein wenig blass und farblos zurück, auch wenn man aus einigen ihrer persönlichen Dramen wirklich mehr hätte machen können. Was mich außerdem etwas stutzig gemacht hat, waren die Dialoge zwischen Tian, seinen Geschwistern und ihren Eltern. Hier reden die Kinder mit ihren Eltern oft eher wie mit Freunden als mit Eltern, aber das ist eher Kleinkram.

Die Protagonist Tian, Iris und Tiger waren sehr eindrucksvoll geschildert und auch ihre Gefühle und Handlungen waren an den meisten Stellen nachvollziehbar geschildert, so dass man sich schon als Teil der Reisegruppe fühlen konnte. Hier ist besonders die innige Hassliebe zwischen Tiger und Iris zu erwähnen, denn diese hatte einen großen Unterhaltungswert.

(An dieser Stelle begegnet die Gruppe einem Nilpferd)
„Ich nehme alles zurück!“ sagt Iris trocken.“Oh, du sprichst wieder“, sagte ich grinsend. „Was genau meinst du?“
„Ich dachte immer, du wärst dick!“, sagte Iris und schaut mit offenem Mund hinaus auf das Wasser.
Ich schieße gelassen zurück: „Ich bin nicht minder überrascht! Ich bin überzeugt, dass ihr beide verwandt seid: Beides Großmäuler, wenn man es genau betrachtet!“
(Seite 148)

Auch der Schreibstil der Autorin war leicht und locker. Er ließ sich leicht lesen, war nicht zu verschachtelt aber doch oft sehr bildlich, so dass man die Welt sehr gut visualisieren konnte. Auch sonst hat er einen ergriffen und in die spannende Handlung hineingezogen, denn Atempausen gab es in diesem Buch wenige. Kaum war eine Gefahr gebannt, so wurde man mit der nächsten konfrontiert, so dass man durch ein Wirrwarr von Auf und Abs, von Freude, Trauer, Wut, Hass und vielerlei Emotionen gezogen wurde, ohne sich dem erwehren zu können.

Das Ende des ersten Teils ist so geschrieben, dass man zwar Lust hat den nächsten Band zu lesen, allerdings kann man auch sehr gut in dem Moment damit leben, dass das Buch zu Ende ist. Auf einen übertrieben starken Cliffhanger wurde verzichtet.

Insgesamt ist dieses Buch einfach wirklich einmal etwas anderes. Ich möchte es nicht in eine Schublade stecken, denn ich wüsste gerade nicht in welche. Da auch mein Sohn sehr begeistert davon war, kann ich es so ab 10 Jahren empfehlen, allerdings nur dann, wenn das Kind nicht zu sensibel ist, denn es gibt schon ein paar Szenen, die auch etwas brutaler werden. Probiert es einfach mal aus und schaut, ob es euch zusagt. Diese Art Buch ist sicherlich etwas, dass man nur lieben oder hassen kann.

Ich jedenfalls habe es geliebt und vergebe daher

4 von 5 Punkten.

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