[Rezension] Josephine Angelini – Feuerprobe

everflame

Titel: Feuerprobe
Reihe: Everflame (Band 1)
Autor: Josephine Angelini
Übersetzer: Simone Wiemken
Verlag: Dressler
Genre: Phantasy
Seiten: 482
ISBN: 978-3-7915-2630-0
Preis: 19,99€

Lillian „Lily“ Proctor ist 17-Jahre alt und hat es nicht leicht in ihrem Leben, denn sie ist fast gegen alles was es gibt allergisch und wartet eigentlich nur noch auf ihren nächsten Anfall. Dazu kommt noch, dass ihre Mutter anscheinend an Schizophrenie  erkrankt ist und das hat ihre Familie zerstört. Der Vater ist auf und davon und hat seine beiden Kinder Juliet und Lily allein mit ihrer Mutter gelassen, um welche sie sich rührend kümmern. Aber diese tragische Geschichte verbreitet sich in einer Kleinstadt wie Salem wie ein Lauffeuer und Lily wird von allen Mitschülern ihrer Highschool gemieden. Von allen bis auf einen: Tristan, den Liebling aller Mädchen. Er kümmert sich um Lily, passt auf sie auf und versucht ihr ein normales Leben zu ermöglichen. Natürlich verliebt sie sich ihn an, aber auf der ersten Party, die sie besuchen konnte, bricht er ihr das Herz. Lily gibt sich daraufhin auf  und will nicht mehr auf dieser Welt sein. Ihr Wunsch wird erhört und ehe Lily weiß was mit ihr geschieht, befindet sie sich in einer anderen Welt und einer anderen Version ihrer selbst gegenüber, welche als mächtigste Hexe ihrer Welt gilt. Diese zweite Lillian meint, dass sie Lilys Hilfe bräuchte, aber diese ist von der ganzen Sache so verwirrt, dass sie erstmal weg läuft um die ganzen Ereignisse zu verarbeiten. Wie wird sich die ganze Sache entwickeln und kann Lily in dieser neuen Welt überleben?

Das Buch war wirklich einmal etwas anderes und hat mich doch sehr überrascht, weil es von Genre her eher eine Mischung aus Phantasy und Sci-Fi ist. Zwar überwiegt das erste Genre, aber es gibt auch genügend Elemente vom anderen und diese Mischung ist schon ziemlich speziell. Mir hat das gut gefallen.

Ich habe noch das alte Cover mit vielen Rottönen und Blumen. Die Muster machen es wirklich sehenswert. Für mich besonders hervorzuheben ist das besonders deshalb, weil das Buch über einen Schutzumschlag mit fast gleichem Motiv verfügt und die Gestaltung der Cover unter den Umschlägen oftmals viel schlichter ausfällt. Hier wurde sich also richtig Mühe gemacht. Rottöne bzw. Flammen die hervorstechenden Elemente, denn Feuer hat in diesem Buch eine äußerst wichtige Rolle. Deshalb sind sowohl der Titel der Reihe, als auch der Titel dieses Buches, passend gewählt. Feuerprobe kann dabei auf mehr als einer Art interpretiert werden, was für mich auch ein klarer Pluspunkt ist, denn ich mag es, wenn nicht immer alles eindeutig ist.

Die Protagonistin Lily tut einem am Anfang richtig leid, aber man merkt schnell, dass sie eine richtige Kämpferin ist. Allerdings ist sie auch verdammt stur und lässt sich von nichts und niemanden etwas sagen. Hat sie eine Entscheidung getroffen, dann steht sie zu dieser,  auch wenn es sie in Gefahr bringt, sie zieht alles durch. Diese Eigenschaft macht sie eigentlich sehr sympathisch, treibt aber ihre Mitstreiter und Beschützer mehr als einmal in den Wahnsinn, was für einige lustige Momente sorgt. Allgemein haben mir die ganzen Charaktere gut gefallen und ich bin neugierig noch mehr über ihre Hintergrundgeschichten zu erfahren. Vor allem über die von Rowan, dessen Charakter mich wirklich interessiert. Einiges hat man schon erfahren, anderes bleibt im Dunkeln und wird wohl erst in den nächsten Bänden enthüllt, aber der Zwiespalt, in dem er sich immer wieder befindet, war interessant zu verfolgen. Ebenso jener von Lily, die sich im Laufe der Handlung mit ihren Gefühlen auseinandersetzen muss und oftmals nicht weiß wie sie damit umgehen soll.

Die Geschichte ist mal etwas ganz neues und in dieser Kombination habe ich eigentlich noch kein Buch gelesen und die Welt, welche die Autorin erschaffen hat ist wirklich speziell.
Einerseits hat man durch das Hexenthema, die Magie und die burgähnliche Stadt eher das Gefühl einen Phantasyroman zu lesen, andererseits wird die Thematik der Atomkraft angesprochen, es gibt genetische Manipulationen und multiple Universen. Sogar die ein oder andere physikalische Begebenheit wird erklärt, so dass es doch eher an einen Science-Fiction Roman erinnert. Also wirklich ein interessanter Mix, der allerdings in sich schlüssig ist und somit das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre macht. Man kann kaum erahnen was als nächstes kommt, denn die Autorin hat sich jede Menge Möglichkeiten offen gehalten.

»Hast du mal den Spruch gehört ‚Was dich nicht umbringt, macht dich stärker?‘, fragte Carrick. Lily nickte verzweifelt und hoffte, ihn irgendwie auf ihre Seite zu ziehen und an seine Menschlichkeit zu appellieren. »Es ist eine Lüge«, bemerkte er ruhig. »Es gibt Dinge, die einen schwächer machen. Dinge, nach denen man weniger ist, als man vorher war. Vielleicht wirst du das jetzt am eigenen Leib erfahren«
(Seite 372)

Außerdem wird man durch den flüssigen und lockeren Stil regelrecht ans Buch gefesselt. Die knapp 500 Seiten kommen einem viel kürzer vor und ich hatte das Buch auch sehr schnell durch. Ein richtiger Pageturner. Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der mal einen interessanten Genremix lesen will und von mir gibt es

5 von 5 Punkten.

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