[Rezension] Valerian Caithoque – Aschamdon

Aschamdon

Titel: Aschamdon
Reihe: Amizaras Chronik (Band 1)
Autor: Valerian Caithoque
Verlag: Amizaras
Genre: Phantasy
Seiten: 724
ISBN: 978-3-9814421-0-6
Preis: 24,80€

Tja, wo fängt man bei so einem Buch an und wo endet man? Auf Aschamdon aufmerksam geworden bin ich auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr. Es war so toll. Ich musste es einfach haben und mein Mann hat es mir dann gekauft, um mich zu überraschen.

Allein die Außengestaltung des Buches ist besonders. Der Buchrücken besteht aus Leder, welches so gut verarbeitet ist, dass man den Übergang zur Kartonage nahezu nicht ertasten kann. Die Silberprägung mit Autorenname, Titel, Reihe, Band und dem Verlagssymbol an der linken Seite des Buchdeckels und auf dem Rücken lassen das Ganze noch viel edler wirken. Der Rest des Cover ist im Hintergrund wie gesprungener Marmor gestaltet und in der Mitte ist ein Symbol, dessen Bedeutung sich erst im Laufe des Buchs erschließen wird. Auf den ersten Blick wirkt es einfach nur fremdartig, geheimnisvoll und irgendwie zieht es einen aber auch, seine Bedeutung zu ergründen.

Schlägt man das Buch auf, so findet man sich in zweierlei Handlungssträngen wieder, welche sich von Kapitel zu Kapitel abwechseln. Der erste Handlungsstrang dreht sich um das Leben und Umfeld der Protagonistin Rafaele und startet 1944 in einem Bostoner Gerichtssaal. Dort gerät das junge Mädchen das erste Mal an den Ariach Aschamdon, welcher von nun an ihr Leben zu bestimmen scheint.

Auch im zweiten Handlungsstrang spielen diese Ariach – übernatürliche Wesen… Engel, Götter, Dämonen, man kann es nicht sagen, denn sie sind alles davon und doch wieder nichts – eine wichtige Rolle. Doch der Protagonist Atila, welcher im Prag der 21. Jahrhunderts lebt, wird ihrer nicht direkt gewahr. Viel mehr ist es ein seltsamer Ring, welcher sein Schicksal zu sein scheint und dann gibt es da noch einen mächtigen Waffenschieber, der sein Leben bedroht.

Die beiden Handlungsstränge laufen das komplette Buch über parallel ab und es wird wohl mindestens eines weiteren Bandes bedürfen, bis sie aufeinander treffen. Das ist vielleicht auch ein wenig das Problem, welches viele Leute mit diesem Buch bekommen könnte, denn dadurch ist es sehr komplex. Um eine möglichst große Authentizität in den Handlungen zu erzeugen, tummeln sich in jedem davon eine Unzahl verschiedener Figuren, welche alle auch nicht nur oberflächlich vorhanden sind, sondern ihre Rollen und Aufgaben beim Voranbringen der Handlung haben. Dadurch steht man einer Fülle von Informationen gegenüber, die man einfach mögen muss, denn sonst wird einem das Buch schnell zu anstrengend.

Man merkt, dass der Autor viele Orte selbst besucht hat und auch die Orte die Recherche in mühsamer Kleinstarbeit betrieben wurde, denn so genau wie viele Orte beschrieben sind, hat man oftmals das Gefühl, dass man mittendrin und nicht nur dabei ist. Aber nicht nur bei den Orten sondern allgemein bei der Gestaltung des Buches wurde ein enormer Aufwand betrieben. Es sind über 200 Illustrationen in diesem Buch zu finden, das Buch hat nicht nur einen Farbschnitt, sondern auch auf altgetrimmte Seiten, welche dem Ganzen noch mehr den Eindruck vermitteln eine alte Chronik in den Händen zu halten, welche Vergangenes berichtet.
Die Illustrationen stammen sowohl von verschiedenen historischen Persönlichkeiten als auch von lebenden Illustratoren und untermalen die Handlung wirklich eindrucksvoll. Einzig mit den Seiten hatte ich meine kleinen Differenzen, denn so spannend das Buch auch war und so gerne man es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, so anstrengend empfand ich das Lesen von schwarzer Schrift auf grauem Hintergrund. Hier wurde ich leider zwischendurch zu Zwangspausen verdonnert, denn meine Augen haben irgendwann einfach nicht mehr mitgemacht.

Das besondere Highlight für mich in der Aufmachung waren aber die Zitate und Sprüche, mit welchen in jedes Kapitel gestartet wurde. Hier möchte ich euch auch gleich mein Liebstes zeigen:

Deine Treue zum Weg ist mir einerlei.
Wie ist es um die Treue zu Deinem Ziel bestellt?
(Kapitel 14)

Der Schreibstil des Autors ist sicherlich genauso ungewöhnlich wie der Rest des Buches und auch hier gilt klar: Man muss sich erst daran gewöhnen. Mir jedenfalls hat er gut gefallen, denn er ist nicht so der heute gängige Stil in Fantasybüchern, sondern sehr direkt und auch hart, nicht ohne jedoch zauberhafte, weiche Bilder zu malen, wenn sie benötigt werden.

Für sanfte Gemüter würde ich dieses Buch sicherlich nicht empfehlen, denn hier sind Tote quasi an der Tagesordnung und niemand kann sich seines Lebens sicher sein, so dass Todesangst ebenso völlig normal ist.

Wer jedoch starke Nerven hat und einmal Lust hat auf ein richtig tolles Highphantasybuch, der sollte schnellstens in die Buchhandlung flitzen und es sich bestellen. Aber Vorsicht: Mit knapp 1,7kg ist das Buch ein wirklicher Schinken und nicht ganz so einfach zu halten.

Von mir jedenfalls bekommt es

4,5 von 5 Punkten.

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