[Rezension] Michelle Parker – Narbenkuss

narbenkuss

Titel: Narbenkuss
Autor: Michelle Parker
Verlag: Aavaa
Genre: Phantasy
Seiten: 375
ISBN: 9783944223759
Preis: 9,95€

Die 17-jährige Alecia zieht mit ihren Eltern in eine Kleinstadt. Anfangs noch recht unsicher, findet sie mit Simon und Kate schnell zwei gute Freunde, wobei sie für Simon noch viel mehr empfindet. Allerdings gibt es da eine schwierige Sache, denn Alecia ist oft von Selbstzweifel, Selbsthass und anderen negativen Gedanken sowie Emotionen geplagt. Dazu kommt noch, dass ihr rechter Zeigefinger mit der wachsenden Negativität immer stärker schmerzt, was die Sache natürlich nicht einfacher macht. Als die durch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände von einer Brücke fällt, findet sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Celest wird diese genannt und Alexian, ein junger Kerl, der Alecia gefunden und gerettet hat, weiß anscheinend mehr über den Zusammenhang zwischen ihren seelischen und körperlichen Schmerzen. Aber nicht nur diese Thematik bereitet ihr Kopfzerbrechen, denn Simon, der ihr hinterhergesprungen ist, um sie zu retten, befindet sich wahrscheinlich auch in Celest und so machen sich Alecia und Alexian auf den Weg um ihn zu suchen. Werden sie es schaffen oder wird ihnen die menschenfeindliche Umgebung von Celest zum Verhängnis?

Das Buch ist auf alle Fälle anders und man braucht echt gute Nerven um es durchzustehen. Das Cover ist recht schön gestaltet, mit der jungen Frau und den Blumen. Es hat auf alle Fälle etwas und wird sicher von dem einen oder anderen in die Hand genommen, um einen genaueren Blick darauf zu werfen. Was es mit dem Wort, welches als Titel verwendet wird, auf sich hat, wird auch recht schnell erklärt und ist meiner Meinung nach passend.

Nun kommen wir zu dem schwierigsten Thema dieses Buches. Die Protagonistin. Alecia ging mir mit ihrer Negativität oftmals so sehr auf die Nerven, dass ich das Buch mehr als einmal in die Ecke schmeißen wollte. Wer das Buch liest sollte gute Laune haben bzw. sich mit einer völlig depressiven, unsicheren und von Selbstzweifel geplagten Protagonistin abfinden können. Ich verstehe, warum sie so charakterisiert wurde und im Zusammenhang mit der ganzen Handlung ist es auch irgendwie passend, aber oftmals war es einfach mehr als zu viel und ich konnte einige Wörter bzw. Formulierungen mit der Zeit einfach nicht mehr sehen. Da haben mir Alexian, Kate und Simon eindeutig besser gefallen, wobei mir Letztere ein bisschen zu gutmütig und verständnisvoll waren, was aber im Großen und Ganzen eigentlich zu vernachlässigen ist.

Der Ansatz der Geschichte war recht gut und großteils hat sie mir auch gefallen, nur mit dem Ende konnte ich mich absolut nicht anfreunden, weil dort plötzlich eine Antagonistin aufgetaucht ist, welche vorher eigentlich nur eine wichtige Nebenrolle gespielt hat und mir eine ordentliche Hintergrundgeschichte dazu gefehlt hat. Es gab zwar eine halbgare Erklärung warum sie Alecia nicht freundlich gesinnt war, aber das war mir eindeutig zu wenig. Ein Antagonist, der auftaucht weil man eben einen braucht, geht für mich gar nicht, besonders da es noch einige anderen Optionen gegeben hätte, die man aber nicht genutzt hat. Das Potenzial war jedoch eindeutig da!

Auch der Stil war manchmal etwas schwierig und einige Formulierungen gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt konnte man das Buch gut lesen und vor allem zum Ende hin gab es eine deutliche Steigerung. Die Autorin sagt selbst, dass sie schon in jungen Jahren damit angefangen und über mehrere Jahre und Etappen daran gearbeitet hat und ich kann sagen, dass man das ab und zu schon merkt, denn es gibt öfter Schwankungen in der Qualität des Stils.

Für einen Debütroman war es trotzdem nicht schlecht, aber es gibt eindeutig Luft nach oben. Leser, die sich von der Protagonistin nicht abschrecken lassen, können einen Blick ins Buch wagen, aber mir hat es leider nicht zugesagt und deshalb gibt es trotz Berücksichtigung das es ein Debüt war nur

2.5 von 5 Punkten.

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