[Rezension] Renée Ahdieh – Zorn und Morgenröte

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Titel: Zorn und Morgenröte
Reihe: Trilogie (Band 1)
Autor: Renée Ahdieh
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Verlag: one
Genre: Phantasy
Seiten: 399
ISBN: 978-3-8466-0020-7
Preis: 16,99€

Das Buch ist anders… mein Lesegefühl war auch ein eher besonderes und daher wird auch meine Rezension anders sein als sonst.
Verzichten wir auf die klassische Inhaltsangabe, denn dieser wird sich noch früh genug aus dem Text ergeben und steigen direkt beim Einstieg in das Buch ein.

Der Anfang des Buches hat es gleich sehr in sich. Es gibt kein wirkliches Vorgeplänkel und keinen sanften Einstieg. Die Protagonistin Shahrzad ist direkt im Palast eines orientalischen Herrschers und befindet sich in Lebensgefahr, denn jener Herrscher heiratet jeden Abend eine Jungfrau, welche er am nächsten Morgen hinrichten lässt. Da Shahrzads Ziel nicht nur das Überleben sondern auch noch die Tötung des Herrschers ist, sind die Sympathien zunächst einmal vermeintlich schnell verteilt. Doch entgegen der vielen Rezensionen, die ich schon gelesen habe, teile ich die Zuneigung zu Shahrzad keinesfalls. Sie ist mir von ihrem ganzen Charakter und Auftreten her unsympathisch und lässt sich im Lauf der Geschichte immer mehr von den falschen Dingen leiten bzw. hält auf Teufel komm raus an den falschen Sachen fest. Chalid, der Herrscher, mit seiner dunklen Vergangenheit, seinem Schicksal, welches erst im Lauf der Zeit herauskommt und auch sonst eine eher mysteriöse Figur, liegt mir da deutlich mehr. Er ist mir richtig ans Herz gewachsen und mein klarer Liebling geworden.

Doch genug von meinem persönlichen Verhältnis zu den Figuren, denn darüber soll sich jeder selbst eine Meinung bilden. An dem Buch angesprochen hat mich damals klar die Leseprobe. Denn auch, wenn das Cover sehr viel gelobt wird, so konnte es mich doch nur mit den filigranen Blättern an den Rändern überzeugen, das Auge im Zentrum empfand ich als unpassend und als Stilbruch. Die Leseprobe hingegen versprach großes, denn so sollte es doch darum gehen, dass in einer Geschichte, die Geschichten aus 1001 Nacht erzählt werden und die Protagonistin damit versuchen will ihren Plan auszuführen. Doch leider hielt diese Freude nur unwesentlich länger an als die Leseprobe selbst und schon verschwand das Geschichtenerzählen aus dem Buch.

Lieblingsstelle:
„Mein Leben ist verwirkt. Das hast du deutlich gemacht. Vielleicht sollten wir diese Frage hinter uns lassen und uns dem Unmittelbarem zuwenden.“
„Ich bitte sehr darum“
Sie ließ sich einen Augenblick Zeit, in dem sie sich wappnete.
„Ich möchte dir eine Geschichte erzählen.“
(Seite 38)

Was für mich den ersten Minuspunkt bedeutete. Ich hatte mir dann eine Geschichte versprochen in der es um die Annäherung zwischen Chalid und Shahrzad gehen würde, denn auch wenn ihr Verhältnis enorm kompliziert war, so fühlten sie sich doch sehr früh zueinander hingezogen. Doch auch hier wurde ich enttäuscht. Denn anstatt die Geschichte, welche wirklich eine Menge Potential gehabt hätte um sie geradlinig durchzuziehen und eine tolle, konfliktreiche Liebesgeschichte daraus zu machen, kamen dann Nebenstränge auf, welche immer mehr an Wichtigkeit gewannen und die Vorzeichen für eine Trilogie und eine Dreiecksgeschichte setzen.

So begeistert wie ich in das Buch eingestiegen bin, so frustriert bin ich am Ende des Buches gewesen. Mir wurde leider durch diese ganzen unnötigen Verwicklungen, die sich nicht einmal sonderlich rund oder sinnvoll in das Bild einfügten von Seite zu Seite mehr Lesespaß geklaut bis einfach nur noch Frust übrig blieb.

Ich habe sehr selten ein Leseerlebnis dieser Art gehabt, denn wenn mich eine Geschichte einmal gefangen nimmt, dann ist es normalerweise eher schwierig mich wieder loszuwerden. Doch hier wurde der Beweis erbracht, dass ein Buch, welches die ersten knapp 100 Seite noch auf einem guten Weg war eine volle Punktzahl zu erhalten, am Ende noch wirklich tief fallen kann.

Für mehr als

2 von 5 Punkten

reicht es hier definitiv nicht und ob ich die Fortsetzungen wirklich lesen werde steht in den Sternen, denn aktuell reizt mich so gar nichts daran.

5 Responses to [Rezension] Renée Ahdieh – Zorn und Morgenröte

  1. Nadine sagt:

    Huhu,

    schade das dir die Geschichte nicht gefallen hat, aber es kann ja auch nicht jedem alles gefallen …

    Liebe Grüße

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallo Nadine,
      ja mir tut es auch Leid, denn ich hatte eigentlich viel erwartet, aber naja das nächste gute Buch kommt bestimmt ;)
      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Das Buch steht aktuell mit ganz weit oben auf meiner Liste! :)

    ♥liche Grüße

    Lenchen vom Testereiwahnsinn

  3. Silke sagt:

    Hallo Sabrina,

    oh wie Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat, aber ich bin durch die Rezi auf jeden Fall gespannt drauf! Da es schon auf meinem SuB liegt, werde ich da wohl bald mal zugreifen. ;)

    LG, Silke

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