[Rezension] Andreas Hultberg – Der Tod vergisst nie

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Titel: Der Tod vergisst nie
Autor: Andreas Hultberg
Verlag: Divan
Genre: Krimi
Seiten: 336
ISBN: 9783863270346
Preis: 12,99€ (TB), 4,99€ (eBook)

Dieses Buch ist mal wieder eines der Art, die mich auf eine andere Art bewegt haben, als ich es vermutet hätte. Es war nicht der Fall an sich. Klar sind ein Dreifachmord und ein Doppelmord schon etwas interessantes, aber irgendwie gibts das auch in jedem zweiten Krimi, damit kann man mich noch  nicht locken. Auch die Charaktere, besonders die Kommissare waren mir zu oberflächlich und äußerlich angelegt, so dass mir lange Zeit der direkte Bezug zur Geschichte fehlte. Abtauchen und sich selbst als Teil des Ermittlerteam fühlen, das hat mir ganz lange gefehlt und doch spreche ich davon bewegt worden zu sein. Warum?

Dieses Buch hat keine Scheu vor schwierigen Themen und vor menschlichen Abgründen. Neben Pädophilie, Korruption, Erpressung, den Methoden der Baubranche und einigen Themen, welche von außen herangetragen werden, so sind auch die menschlichen Abgründe, die einem jeden von uns jeden Tag begegnen aufgegriffen: die Verwirrung zwischen zwei Partner, der Verlust geliebter Menschen, das Abrutschen von Wohlstand in die Obdachlosigkeit, seien hier nur Beispiele.

Dieses Aufgreifen, aber auch die besondere Vermischung der Themen, die nicht nur für Spannung gesorgt, sondern auch zum Nachdenken anregt hat, war etwas besonderes.

Mit Stil und Lesefluss tat ich mich dann aber doch etwas schwerer, denn durch die Reduzierung auf die Äußerlichkeiten, wurden gerade zu Beginn die Charaktere alle in einem Umfang beschrieben, der mich im Lesen ausgebremst hat, weil es zuviel des Guten war. Dieses Auge fürs Detail, was die außen liegenden Dinge betraf, zog sich durch das ganze Buch durch und hätte meiner Meinung nach, aber irgendwann durch einen Blick mehr in die Tiefe der Sache getauscht werden müssen. Wenn man sich durch die vielen Beschreibungen des Anfangs gekämpft hat, kann man das Buch aber sehr flüssig lesen und kommt gut durch.

Die Charaktere selbst blieben mir leider ein wenig fremd, da der Blick in die Protagonisten leider verwehrt blieb und man sich ihnen nicht richtig nähren konnte. Was mir im Zusammenhang mit den Charakteren aber gut gefiel, war, dass sie alle eine gewisse Entwicklung durchgemacht haben und sich am Ende oft ganz anders erwiesen haben, wie man dachte.

Was mir ebenfalls gut gefiel, waren die kurzen Einblendungen, in denen man sich im Kopf des Täters wiederfand und ein wenig in seinem verqueren Denken umsehen konnte.

Ich habe eine Rechnung zu begleichen, und genau das werde ich tun – Auge um Auge, Zahn um Zahn, Kopf um Kopf.
(Seite 47)

Insgesamt kann man schon sagen, dass mich dieses Debüt überzeugen konnte, allerdings sehr ich auch noch einigen Verbesserungsbedarf, was die Charakterplanung angeht.
Ach so und bevor ich zu meinem Gesamturteil komme, hier natürlich noch der Klappentext:

Dr. Olaf Bock, Mitinhaber des renommierten Architekturbüros Bock & Partner, wird erschossen in seinem Büro in der Erfurter City aufgefunden. Ein Racheakt? Schnell wird deutlich, dass sich Bock durch seine skrupellosen Geschäftspraktiken zahlreiche Feinde gemacht hatte. Ins Visier der Ermittler gerät vor allem der Immobilienmakler Udo Greiling, der von Bock um Millionenbeträge geprellt und in den Ruin getrieben wurde. Da die Geschäftsanteile des Architekturbüros zu gleichen Teilen an Bocks geschiedene Frau und den verbliebenen Gesellschafter fallen, kann auch ein Mord aus Habgier nicht ausgeschlossen werden. Trotz intensiver Ermittlungsarbeit kommen die Kollegen der Mordkommission Erfurt dem Täter nicht auf die Spur, bis in Bad Sulza ein Mann mit derselben Tatwaffe erschossen wird. Der Ermordete war ebenfalls in der Baubranche tätig. Und er war Verdächtiger in einem Kinderpornographie-Prozess, in den auch ein Beamter aus höchsten Regierungskreisen Thüringens verwickelt ist…
(Divan Verlag)

So, nun mache ich es aber auch gar nicht mehr länger spannend. Ich vergebe an diesen Titel, zusammen mit einem kleinen Debütbonus,

4 Punkte von möglichen 5.

2 Responses to [Rezension] Andreas Hultberg – Der Tod vergisst nie

  1. Jane sagt:

    Hallo Sabrina,

    am 08.06. geht meine Rezension zu diesem Buch auf meinem Blog online. Ich habe dich dort mit deiner Rezension verlinkt. Wenn das nicht gewünscht ist, sag einfach Bescheid! :)

    Herzige Grüße
    Jane :)

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallo Jane,

      vielen Dank, dass du mich verlinkst. Das freut mich sehr :) Sobald deine Rezension online ist, schau ich mal vorbei, denn mich interssiert ja brennend, wie du das Buch fandest :)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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