[Meinung zum Montag] Getuschel hinterm Rücken, Manipulationsvorwürfe und ein Ladung Wut

Hallo ihr Lieben,

schon länger habe ich euch nicht mehr an meinen privaten Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilhaben lassen. Das tut mir einerseits furchtbar Leid, aber andererseits war vielleicht auch ein wenig Frust dabei.

Ich bin momentan viele Dinge in der Bloggerszene leid. Nein, es geht nicht um die Sache mit den großen und den kleinen Bloggern. Diese Diskussion halte ich nicht für sonderlich zielführend, denn letztlich verschwenden beide Seiten viel zu viel Energie darauf sich gegenseitig anzumachen, anstatt lesenswerten Kontent zu schaffen und von sich selbst positiv Reden zu machen.
Was mich persönlich sehr viel mehr stört ist dieses Gerede über andere Leute hinter deren Rücken. Es ist mittlerweile sicherlich kein Geheimnis mehr, dass ich auch eine Agentur habe und mit Bloggern, Verlagen und Autoren zusammenarbeite und was ich hier oft tagtäglich erlebe trifft mich schon. Da schimpft Blogger A auf Blogger B und wenn man es hinterfragt, dann sind es am Ende Gerüchte, die B von C und D gehört hat, welche sie selbst aber von E und F haben. Alles wird ungefiltert weitergegeben, die betreffenden Personen werden aber nie nach dem Wahrheitsgehalt gefragt und es werden die wildesten Unterstellungen in den Raum geworfen.

Neulich trat eine befreundete Bloggerin an mich heran, die mal zufällig was bei einer Blogtour, die ich organisiert hatte, gewonnen hatte. Sie wurde von mehreren Seiten doof angemacht, dass sie ja nur gewonnen hat, weil wir befreundet sind und auch die Autorin trat deswegen an mich heran. Zu mir kam natürlich niemand und hat mir Gewinnspielmanipulation offen vorgehalten… Natürlich nicht, denn wenn man falsche Anschuldigungen erhebt, dann doch bitte im Verborgenen und bloß nicht in der Nähe desjenigen, den sie betreffen. Da ich es ja nun aber einmal erfahren habe, werde ich mich nun auch dazu äußern, denn ich bin ehrlich gesagt stinksauer.

Ich bin sicherlich einer der Menschen, der jedem Blogger hilft, so weit das in meiner Macht liegt und wenn es meine Fähigkeiten übersteigt, dann springt auch mal mein Mann beim Technikkram in die Bresche und hilft weiter. Man kann mich fragen, man kann mit mir reden und sich auch mal über irgendwelchen privaten Mist auskotzen, ohne das man Gefahr läuft, dass es hinterher halb Facebook weiss.
Natürlich bin ich mit sehr vielen Lesefreunden bekannt und/oder befreundet, aber das bleibt eben auch nicht aus, wenn man so intensiv Kontakte pflegt, sei es durch die Arbeit, durchs Bloggen, durch Büchergruppen, Lovelybooks oder wo ich die Leute in den letzten Jahren eben so zusammen gesammelt habe. Dass da auch mal jemand bei einer Blogtour etwas gewinnt, mit dem ich befreundet bin, bleibt da leider nun einmal nicht aus, vor allem, wenn die Leute sich eben für die Touren, die man organisiert, interessieren.
Es ist einfach lächerlich zu behaupten, dass ich als Veranstalterin deswegen allerdings die Touren manipuliere. Entschuldigt, wenn ihr einmal die Gewinner der Touren dieses Jahres durchschaut, dann werdet ihr sehen, dass es noch nicht einmal sonderlich viele Leute gibt, die mehr als einmal gewonnen haben, geschweige denn, die dauernd gewinnen. Ich kann mir solcherlei Manipulationen auch überhaupt nicht leisten als Unternehmerin und es ist auch gar nicht in meinem Interesse. Für mich ist viel wichtiger, dass die Bücher, für die wir die Tour abhalten bekannter werden und viele Menschen erreichen. Wer gewinnt ist mir ehrlich gesagt herzlich egal, denn es ist ja nun einmal so, dass die Gewinne eigentlich nur ein hübscher Nebeneffekt sind, der das Interesse steigern soll und nicht der Hauptgrund für die Tour.
Die Person, die angegangen wurde, hatte übrigens das erste Mal etwas gewonnen. Ich verstehe jeden der traurig ist, wenn er nicht gewonnen hat, allerdings bringt es auch nichts, dann den Veranstaltern solche Dinge zu unterstellen, denn ich lebe auch von meinem guten Ruf.

Würden alle Agenturen den Leuten, die sie irgendwie kennen, verbieten an ihren Aktionen teilzunehmen, dann würden wir bald fast keine bis gar keine Teilnehmer mehr haben, denn schließlich lernt man gerade die Leute, die sich öfter an etwas beteiligen auch kennen und dann wären irgendwann alle außen vor.

Warum ich es auf meinem Blog schreibe, obwohl es die Arbeit betrifft? Weil es mir bei meiner Auslosung zum Welttag des Buches auch (hier netterweise direkt) unterstellt wurde. Lustigerweise hat hier übrigens eine Frau gewonnen, welche ich vorher nicht kannte und von der ich heute nicht mehr weiss als den Namen und die Anschrift, an die ich das Buch geschickt habe.

Leute bitte, hört auf euch lächerlich zu machen und mir, und auch anderen Bloggern/Agenturen, die sich solche Vorwürfe anhören dürfen oder über die ihr sie verbreitet, das Leben schwer zu machen. Ich persönlich lebe von meinem guten Ruf und ich habe einen guten Anwalt, der auch gerne gegen Verleumdung prozessiert, aber soweit möchte ich es nicht kommen lassen ehrlich gesagt.

Wenn ihr Hilfe braucht bei etwas meldet euch, ich helfe euch gerne. Wenn ihr gefrustet seid, dass es nicht geklappt hat, dann verstehe ich das, aber bei 2 Büchern auf 20 Teilnehmer, können eben 18 nichts bekommen (noch schlimmer beim Welttag des Buches, da waren es um die 70 Teilnehmer auf 1 Buch). Wenn ihr reden mögt, dann schreibt mich an. Ich will niemandem etwas böses und habe stets ein offenes Ohr. Ich bin sehr viel online und versuche jedem ganz zeitnah zu antworten und eine Lösung zu finden. Also nutzt die Hand, die man euch hinhält und hört auf Leuten, die ihr weder kennt noch beurteilen könnt, vergiftete Messer in den Rücken zu jagen, nur weil ihr meint, dass Internet ist eine große Spielwiese, wo man sich alles erlauben kann. Wir sind auch hier nicht im rechtsfreien Raum, wenngleich es wohl inzwischen ein moralfreier Raum zu sein scheint, was so einige Leute betrifft.

Denkt mal drüber nach.

Eure
Sabrina

 

12 Responses to [Meinung zum Montag] Getuschel hinterm Rücken, Manipulationsvorwürfe und ein Ladung Wut

  1. Aleshanee sagt:

    Hallo Sabrina!

    Ehrliche Worte, schön, wenn man das auch mal liest, aber ein trauriger Anlass für einen Post. Ich krieg ja sowas immer nur am Rande mit, weil mich das – meistens – einfach nicht interessiert.
    Ich lese und blogge über Bücher, weil es mir Spaß macht und wenn sich Blogger wegen irgendetwas in die Haare kriegen, ist mir das eigentlich egal, weil ich mir den Spaß nicht nehmen lassen will.
    Das jetzt ist allerdings schon wieder eine ganz andere Schiene und ich kann absolut verstehen, dass du und auch andere, von denen ich ähnliches gehört habe, so sauer sind. Das ist wirklich unterste Schublade und ich hoffe nur, dass sich diejenigen Menschen, die meinen, solche Gerüchte um sich schmeißen zu müssen, mal nachdenken bevor sie zu den Tasten greifen. Wunschdenken wahrscheinlich, aber ich finde es gut, dass du es offen sagst und ihnen damit etwas den Wind aus den Segeln nimmst.

    Ich hoffe, du hast dir den Frust mit diesem Post ein bisschen von der Seele geschrieben ;)

    Ganz liebe Grüße, Aleshanee

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallo Aleshanee,

      danke für deine Worte. Ich würde mir echt wünschen, dass mehr Leute mit deiner Einstellung das Bloggen und das ganze Drumherum angehen würden, dann hätten denke ich alle unterm Strich viel mehr Freunde, denn dann wäre es ein echtes Miteinander. Aber solange manche Leute sich nur durch böse Gerüchte und Unterstellungen in Szene setzen können statt mit eigener Arbeit, wird das wohl Wunschdenken bleiben.

      Ich hoffe sehr, dass die Leute wirklich einmal ein bisschen nachdenken und vielleicht auch ein bisschen ausgebremst werden. Mein Frust ist jedenfalls ein gutes Stück weit abgebaut durch den Post :)

  2. Phinchen sagt:

    Schöner Beitrag. Du spricht einem aus der Seele . Wenn man was hat kann man wirklich immer zu dir kommen. Ich finde deine Arbeit und deine Böig super. Von deiner Neutralen Meinung können sich viele eine Scheibe abschneiden .
    Lg Phinchen

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallo Phinchen,

      danke für deine lieben Worte. Es freut mich sehr, dass du die Dinge so siehst. Das zeigt mir, dass ich es doch nicht so verkehrt mache, wie so manch einer behauptet.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  3. Monja Freeman sagt:

    Du hast es mit deinen Worten auf den Punkt getroffen. Wir sollten alle nicht vergessen, das wir hier die Freude am Buch weitergeben wollen!
    Liebe Grüße
    Monja

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Liebe Monja,

      ja das stimmt. Das sollte das Ziel sein und ich hoffe, dass so manch einer sich irgendwann auch mal wieder dran erinnert.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  4. Gisela Simak sagt:

    Hallo Sabrina

    Ein toller Bericht. Den Anlass dazu finde ich ja nicht so toll. Warum muss man als Blogger anderen Buchgewinne neiden? Es gibt doch Verlage, die einem nach Anfrage, gerne Exemplare schicken. Und bekommt man mal eins nicht, gibt es auch eine Leihbücherei. Man kann doch auch mal ein Buch selber kaufen.
    Von Verleumdungen sollte man auch im Netz Abstand nehmen. Dass du dich ärgerst kann ich gut verstehen. Lass dich nicht ärgern und mach einfach so weiter, wie du es für richtig hältst. Hintenherumgequatsche gibt es leider überall. Auf Blogs tummeln sich viele Leute rum. Da sind solche und solche dabei.

    Liebe Grüße, Gisela

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Liebe Gisela,

      ja ich verstehs auch nicht. Normalerweise hat man das Bloggen ja angefangen, weil man Bücher liebt und nicht weil man sie unsonst wollte. Ich kaufe jedes Jahr locker 150 Bücher, auch wenn ich Rezensionsexemplare bekomme. Die wenigsten Bücher, die ich wirklich dringend möchte, frage ich überhaupt an. Aber naja, das ist wohl Ansichtssache.

      Ich versuche mich nicht ärgern und zu lassen und mache auch weiter, denn ich habe mir nichts vorzuwerfen. Dennoch lebt (m)eine Selbstständigkeit auch von meinem guten Ruf, daher war es mir wichtig mit offenen Karten zu spielen.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  5. Gisela Simak sagt:

    Hallo Sabrina

    Mein SuB, (und der ist wirklich groß) besteht aus gekauften Büchern. Was wäre denn ein Buchladen, in dem man nie etwas kaufen würde? TRAURIG!

    Eine schöne Woche und liebe Grüße, Gisela

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallo Gisela,
      da gehts dir so wie mir. Ich hab einen echt riesigen SuB (nur Print) und das ist alles selbstgekauft. Die Rezibücher werden schnell gelesen und dann kommt wieder was selbstgekauftes.
      Ich gehöre zu den Menschen, die eine Buchhandlung nicht ohne ein Buch verlassen können. Also für mich wäre das nichts. Ich würde da unglücklich werden und es freut mich, dass du das genauso siehst.
      Wünsch dir eine schöne (hoffentlich kurze) Woche und liebe Grüße
      Sabrina

  6. Blacky sagt:

    Guten Morgen,

    bin durch Zufall von Facebook hierher gestolpert und jetzt schreib ich diesen Kommentar :)

    Meine erste Frage an die A, B, C, D, E und F Leute wäre ob sie sowas öfter machen.
    Aber die Frage erübrigt sich, wenn ich bedenke dass wir uns hier im Internet befinden (keine Hemmungen) und Menschen sowas oft machen.

    Also wenn man an einem Gewinnspiel teilnimmt, dann wird es in 90 % der Fällen nichts draus. Je nach Größe der Teilnehmer. Das sollte einem doch wenigstens halbwegs bewusst sein (sofern Gehirn nicht grad Urlaub macht).
    Wenn ich ein Buch haben will, worauf es bei diesen Gewinnspielen ja hinaus läuft, weil man es interessant findet. Dann warte ich eben ab, ob die Seltenheit der Fälle zutrifft und wenn nicht, kommt es eben auf meine Wunschliste.
    Was ist daran so schwer? Sich nicht wie habgierige Schwachsinnige aufzuführen, die vor lauter Neid und angeblichem Betrug auf einen einzelnen Menschen losgehen, nur weil der gewonnen hat?

    Ich versteh’s nicht. Kann nur bestätigen, dass es im realen Leben genauso abläuft. Sobald jemand irgendwie nicht der Norm entspricht, geht die Gruppe auf ihn los wie Haie, die halb verhungert sind.

    *Boxsack reich* Ich würd mir die Namen merken und sie bei Gewinnspielen nicht mehr mitmachen lassen.

    • sabrinasLeseträume sagt:

      Hallöchen,

      ja ich denke, dass sich solche Fragen leider tatsächlich erübrigen, denn das Internet scheint irgendwie gleichbedeutend für Narrenfreiheit zu sein für viele. Das es im normalen Leben auch so ist, ist mir leider sehr bewusst und es macht mich ehrlich gesagt auch verdammt traurig. Wie kann man sich nur so aufführen, weil einem etwas nicht passt. So unreif habe ich mich nicht mal als Teenager aufgeführt, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einfach noch eine andere Generation bin, weil ich auch noch das Leben ohne Internet, Smartphones und ständiger Erreichbarkeit kenne. Vermutlich habe ich auch deshalb eine endlos lange Wunschliste und bin Stammgast in meiner Buchhandlung^^
      Den Boxsack nehme ich sehr gerne. Vielen Dank :)

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