[Rezension] Nadine Stenglein – Doubt

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Titel: Doubt – Zu wahr, um schön zu sein
Autor: Nadine Stenglein
Verlag: Kopfkino
Gerne: Romantic Suspense
Seiten: 116
ISBN: 9783981796759
Preis: 6,95€ (TB) / 0,99€ (eBook)

Kates Leben ist gerade voller Neuanfänge. Von ihrem langjährigen Partner Cedrik hat sie sich getrennt, ist in ein eigenes Haus umgezogen und zu allem Überfluss hat sie sich auch noch einen Untermieter angelacht. Nun ja, es ist nicht so, dass sie darüber wirklich unglücklich wäre, denn Paul ist verdammt attraktiv und nebenbei auch noch sehr nett. Nur seine Verschlossenheit irritiert Kate. Paul gibt einfach nichts von sich oder seiner Vergangenheit preis. Da kann doch etwas nicht stimmen, oder?


Der Kopfkino-Verlag möchte seinen Lesern Geschichten in Spielfilmlänge präsentieren. Das bedeutet, dass die Kurzromane sich nicht endlos hinziehen, sondern als schnelle Unterhaltung für zwischendurch, gut in ein bis zwei Stunden lesbar sein sollen und eine echte Alternative zum abendlichen Spielfilm bieten. Mit »Doubt« ging dieses Konzept wieder auf. Meine Lesezeit lag bei ca. 90 Minuten und der Einstieg war mitten im Geschehen wie bei einem Spielfilm.

Direkt in ein Konfliktgespräch hineingeworfen, bleibt einem keine Zeit für lange Charaktervorstellungen und doch erfährt man auf diese Weise Schritt für Schritt alle nötigen Informationen, um die Protagonisten in den Tagen, in denen die Geschichte spielt, zu verstehen. Ich möchte auf lange Charakterisierungen an dieser Stelle jedoch verzichten, denn das würde zu viel über die Geschichte verraten. Nur so viel sei gesagt: Kates Wesen ist eines, dass man entweder liebt oder hasst. Bei mir selbst hat sie keine Sympathiepunkte sammeln können, allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass genau die Wesenszüge, die mir nicht zugesagt haben, für andere Lesern gerade den Reiz dieser Figur ausmachen werden.

Da »Romantic Suspense« ein sehr weit gefasstes Genre ist, war ich neugierig, was am Ende auf mich zukommen würde. Der Plot hat sich dann als eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi entpuppt, bei der allerdings der kriminalistische Anteil über weite Strecken klar im Vordergrund stand. Da ich bekanntermaßen ja nicht so die Romantikerin bin, war es für mich die optimale Mischung. Die Spannung stieg von der ersten Seite an und schnell war man so gefesselt, dass man das Buch unmöglich mehr zur Seite legen konnte, ehe man nicht wusste, wie es ausgeht. Man fühlte sich wie bei einem Fernsehkrimi, den man unmöglich ausschalten kann, bevor der Fall aufgeklärt ist.

Unterstützend zum Plot der Geschichte trug auch der knackige Stil der Autorin sehr dazu bei, dass die Spannung auf dem hohen Level gehalten werden konnte. Statt sich mit langen Schachtelsätzen aufzuhalten, jagte ein kurzer Satz den anderen, sodass man einfach ohne lange nachzudenken konsumieren und sich durch die Geschichte ziehen lassen konnte. Auch die Wortwahl war sehr einfach gehalten. Es gab keine Fachbegriffe oder Fremdwörter, welche den Leser ins Grübeln über ihre Bedeutung gebracht hätten. Damit eignet sie sich auch wirklich für die ganze Familie, genau wie der Kopfkino-Verlag es immer in seiner Werbung anpreist.

Doch auch bei allem Guten: einen Haken hatte die Geschichte für mich dann doch. Mir wurde sie ab einem gewissen Zeitpunkt zu durchschaubar. Nach ungefähr der Hälfte des Buches hatte ich eine Ahnung, wie es enden würde und diese hat sich letztlich auch als richtig herausgestellt. Dennoch hat die Autorin den Weg dorthin interessant und mit vielen Wendungen gestaltet, sodass es dennoch nicht langweilig wurde es zu lesen.

Ich kann das Buch auf jeden Fall allen Freunden von kurzen, knackigen Krimis empfehlen und auch all jenen unter euch, die Sonntagabend gerne den Tatort schauen.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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