[Rezension] Sanja Schwarz – Schneeelfenherz

Titel: Schneeelfenherz
Autor: Sanja Schwarz
Verlag: Fischer KJB
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Seiten: 208
ISBN: 9783733502362
Preis: 7,99 €

Inhalt in Kürze:

Sira lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel, da ihre Eltern schon lange gestorben sind. Bis vor kurzem war sie ein ganz gewöhnliches Mädchen, doch seit ihrem 17. Geburtstag ändert sich alles. Neben ihrem Charakter ändern sich auch Teile ihres Äußeren und eines Tages sieht sie auch noch ein Gesicht im zugefrorenen See, dass sie magisch anzieht. Als sie in der darauffolgenden Nacht auch noch einen Traum von diesem See hat und eine Stimme hört, die ihren Namen flüstert, macht sich Sira auf den Weg, das Geheimnis zu lüften. Ehe sie weiß, was passiert ist, findet sie sich in der Welt der Schnee- und Eiselfen wieder in der ein grausamer Krieg tobt und Sira scheint die Einzige zu sein, die diesen Krieg beenden kann.

Die Charaktere:

Die Leser erleben das Buch aus Siras Sicht, deshalb kann man direkt an ihren Gedanken und Emotionen teilhaben. Sie ist naiv, zu vertrauensselig und denkt oft nicht nach, sondern macht was ihr als erstes in den Sinn kommt. Außerdem interessiert sie sich kaum dafür, wie es anderen geht. Hauptsache sie kann ihren Kopf durchsetzen. Sie ist von zu Hause weggelaufen, hat ihrer Tante nur einen Brief dagelassen und das war es. In der Elfenwelt wurde kein Gedanke mehr an die beiden verschwendet, was einfach nur egoistisch ist, denn die beiden haben Sira eigentlich gut behandelt und machen sich sicher ziemliche Sorgen. Sira soll als starke Frau erscheinen, die mit den großen Aufgaben, denen sie gegenübertreten muss, wächst, bleibt aber in meinen Augen einfach nur ein Teenie, der keine Ahnung vom Leben hat.

Zu Turak, dem Prinzen der Schneeelfen muss ich sagen, dass er mich ziemlich enttäuscht hat. Dass er der größte Krieger seiner Rasse war, hat man nicht wirklich gemerkt und statt eines Mentors oder zumindest gleichberechtigten Partners von Sira, war er mehr ein Sidekick und eigentlich vollkommen austauschbar. Ebenso der Rest des Elfenvolkes. Legolas würde sich schämen, mit solchen Gestalten verglichen zu werden.

Die Handlung und der Stil:

Zur Handlung muss man sagen, dass sie mit Lichtgeschwindigkeit voranschreitet. Der Handlungszeitraum sind ca. 8 Tage und in diesen 8 Tagen passiert eine ganze Menge. So viel, dass es einfach nur unrealistisch ist. Egal ob es die Ereignisse des Krieges betrifft, oder die Beziehung zwischen Sira und Turak. Dem Buch fehlten mindestens 200-300 Seiten um die Handlung halbwegs rund zu machen. Eigentlich hätte man aus der Idee auch einen ganzen Epos machen können und das Ding nicht in 208 Seiten quetschen. Es fehlt nicht nur eine Entwicklung der Charaktere, sondern auch die Dramatik. Es konnte kein Spannungsbogen aufgebaut werden, weil einfach zu viel in zu wenig Seiten abgearbeitet werden musste. Wenn Sira vor einem Problem stand, hatte sie plötzlich eine neue seltene Fähigkeit, mit der das Problem gelöst werden konnte. Das ist schon beim ersten Mal nicht schön, aber in diesem Buch passiert es dreimal und da hat der Plot in meinen Augen vollkommen versagt. Der Stil hingegen hat mir gut gefallen, auch die Wortwahl und die Bilder die in meinem Kopf entstanden sind, während ich das Buch gelesen habe. Die ganze Geschichte hatte enormes Potenzial, das leider verschenkt wurde.

Fazit:

Eine tolle Idee, aber leider eine schlechte Umsetzung. Da haben einige Seiten gefehlt, um die ganze Sache halbwegs glaubwürdig zu gestalten. Es ist der Debütroman der Autorin und ich hoffe sie lernt aus ihren Fehlern, denn wäre die Geschichte etwas durchdachter gewesen, hätte daraus wirklich etwas Gutes werden können. Ziemlich schade. Was ich noch anmerken möchte, aber nicht in die Bewertung mit einfließt ist, dass die Altersgrenze von 12 Jahren, in meinen Augen zu niedrig ist. 14 wäre angemessener. Da ich nun alles gesagt habe, gibt es noch die Bewertung von

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