[Rezension] Nathan Winters – Das Geheimnis der Madame Yin

Titel: Das Geheimnis der Madame Yin
Autor: Nathan Winters
Verlag: Pro-Talk
Genre: Historischer Krimi
Seiten: 400
ISBN: 9783939990345
Preis: 14,90 €

Inhalt in Kürze:

1877: Die Privatdetektivin Celeste Summersteen hat einen besonderen Auftrag. Offiziell soll sie die junge Dorothea Ellingsford, eine junge Engländerin aus gutem Hause, auf ihrer Reise von Chicago nach London begleiten. Aber ihr wahrer Auftrag ist um einiges brisanter. Estelle Wiggins, eine sehr gute Freundin von Dorothea wurde erwürgt und in die Themse geworfen. Nun soll Celeste den Mörder finden und seiner gerechten Strafe zuführen. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet. Nicht nur, dass sie in einer vollkommen fremden Stadt ermitteln muss, sondern es gibt auch noch Inspector Edwards von Scotland Yard, der mit dem Fall betraut wurde. Schon bald treffen die beiden aufeinander und Edwards ist ganz und gar nicht begeistert, dass sich eine Frau in seine Ermittlungen einmischen will. .

Die Charaktere:

Die Protagonisten sind Celeste Summersteen und Inspector Edwards. Beide sind mit demselben Fall betraut, beide haben das gleiche Ziel, aber anstatt zusammenzuarbeiten geht jeder seinen eigenen Weg. Die beiden sind sich ziemlich ähnlich. Sie sind stolz, stur und lassen sich von niemanden etwas sagen. Außerdem schaffen sie es regelmäßig sich in lebensbedrohliche Situationen zu manövrieren, denn das Konzept von Verstärkung haben beide nicht verstanden. Lieber ermitteln sie auf eigene Faust und sollte dabei etwas schief gehen, improvisieren sie einfach. Das kann als Leser manchmal ziemlich anstrengend sein. Aber bevor ich mich weiter aufrege, hier noch ein paar weitere Infos zu den beiden.

Celeste ist sich ihrer weiblichen Reize bewusst und arbeitet mit ihrem Charme, sowie einigen guten Tricks, die sie sich im Laufe der Zeit angeeignet hat, um ihre Ziele zu erreichen. Zur Sicherheit hat sie immer einen Revolver in ihrem Kleid versteckt, den sie im Notfall auch zu nutzen weiß.

Robert Edwards hat es vom Straßenjungen zum Inspector des Scotland Yard geschafft. Er ist ein typischer Einzelgänger: Stark und schweigsam. Wegen seiner Statur trägt er den Spitznamen “Bull” und er löst seine Probleme am liebsten mit den Fäusten. Dementsprechend geht er auch fast keiner Schlägerei aus dem Weg, auch wenn er es hinterher oft ziemlich bereut. Bei ihm habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt, da er einfach übermenschlich viel einstecken kann. Aber das nur am Rande.

Die Handlung:

Die Handlung baut sich recht schnell auf und schon bald ist man in den Tiefen des alten Londons verschwunden. Die Suche nach dem Mörder ist zwar der rote Faden der Geschichte, aber während Celeste und Edwards ihren Spuren nachgehen, decken sie einiges mehr auf. Weil sie getrennt ermitteln, gibt es auch zwei Handlungsstränge, die sich immer wieder abwechseln und bei jedem ergeben sich andere Puzzlestücke. Zwar muss ich sagen, dass ich nach ca. der Hälfte des Buches eigentlich schon wusste, wer der Mörder von Estelle war, aber das interessierte mich eigentlich nicht wirklich. Die ganze Hintergrundgeschichte und die Zusammenhänge waren um ein Vielfaches interessanter und ich habe das Buch auch nur sehr ungern aus den Händen gelegt.

Der Stil:

Um die sozialen Schichten besser zu trennen haben die “hohen Herren” in perfektem Deutsch gesprochen, während die untere Schicht immer einen gewissen Slang hatte. Am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen, aber dann hatte ich keine Probleme mehr. Auch werden ab und zu Wörter und Phrasen verwendet die im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr benutzt werden. Das macht die ganze Geschichte jedoch noch authentischer und stilvoller. Das hat mir richtig gut gefallen.

Fazit:

Ein tolles Buch mit einer spannenden Handlung, Protagonisten mit denen man mitleiden und mitfiebern kann – auch wenn man sie ab und zu auf den Mond schießen könnte – und einem lockeren Schreibstil. Die 400 Seiten waren ziemlich schnell zu Ende. Für Freunde von London und historischen Kirmis kann ich das Buch wärmstens empfehlen und es gibt

 

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